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"Jeder kann sehen, was wir finanzieren" - ECOreporter.de-Interview mit Christof Lützel, Pressesprecher der GLS Gemeinschaftsbank eG mit Ökobank

Die GLS Gemeinschaftsbank eG mit Ökobank ist die älteste unter den drei Grünen Banken in Deutschland. Das Bochumer Bankhaus ist eine Genossenschaft, sie gehört ihren 13.000 Mitgliedern. In Form von unverzinsten Einlagen haben sie den Großteil des Eigenkapitals bereitgestellt. Zur GLS-Gruppe gehören auch die Gemeinnützige Treuhandstelle (GTS), sie betreut Schenkungen und Stiftungen, und die GLS Beteiligungsgesellschaft, die das Fondsgeschäft der Bank verwaltet. Nach der Übernahme der Ökobank im letzten Jahr betreut und berät die Bank eigenen Angaben zufolge gemeinsam mit ihren Töchtern 40.000 Menschen in Geldsachen. ECOreporter.de sprach mit Christof Lützel, Pressesprecher der GLS Gemeinschaftsbank eG, über das Selbstverständnis der Bank, die Produktpalette und die Arbeitschwerpunkte des Unternehmens.


ECOreporter.de: Herr Lützel, die GLS Gemeinschaftsbank eG mit Ökobank hat einen dreiteiligen Namen. Was hat es mit den Bestandteilen "GLS", "Gemeinschaftsbank eG" und "mit Ökobank" auf sich?


Christof Lützel:
GLS steht für "Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken" - das Kürzel drückt aus, dass wir anders und vielseitig mit Geld umgehen und umgehen können. Unter einem gemeinsamen Dach haben wir eine stiftungsähnliche Einrichtung, eine Bank und eine Beteiligungsaktiengesellschaft. Wir können also Geld verschenken, etwa wenn ein Projektnehmer zwar etwas Sinnvolles vor hat, aber gar nicht in der Lage wäre, einen Kredit zu bedienen. Wir können aber auch Kredite vergeben oder man kann sich als Kundin und Kunde bei uns beteiligen - zum Beispiel an Photovoltaik- oder Windkraftfonds. Im übrigen weist der Name "Gemeinschaftsbank" natürlich darauf hin, dass wir eine genossenschaftliche Einrichtung sind und dass wir uns als ein Teil einer größeren Gemeinschaft ansehen. Für die wollen wir mit unserer Bank und der Stiftung da sein - nicht, um Gewinne zu machen oder zu maximieren.

Was den Zusatz "mit Ökobank" in unserem Namen angeht: der taucht deshalb auf, weil wir im April 2003 die Bankgeschäfte der Ökobank übernommen haben. Die geriet ja bekanntlich in Schwierigkeiten. Wir wollten den 14.000 Kundinnen und Kunden der ehemaligen Ökobank mit der Integration des Namens eine Brücke bauen. Sie sollten es leichter haben, mit uns zusammenzuarbeiten. Das wäre sicherlich schwerer gewesen, wenn der Name Ökobank von heute auf morgen einfach wegfallen wäre.


ECOreporter.de: Worin sehen Sie Ihre wichtigsten Aufgaben als grünes Geldinstitut?


Lützel:
Das Wichtigste ist, wie gesagt, dass wir für andere und deren Bedürfnisse da sind, also in erster Linie für unsere Kundinnen und Kunden. Wer zu uns kommt und eine gute, sinnvolle und gute Idee hat, dem helfen wir, diese Idee wenn irgend möglich umzusetzen. Das ist die eine Seite, also die Kreditseite.

Andererseits wollen wir den Anlegerinnen und Anlegern für Ihr Geld eine sinnvolle Perspektive geben: Sie bekommen Zinsen, wissen aber dass mit ihrem Geld auch etwas Sinnvolles gemacht wird. So bringen wir Menschen und Ideen zusammen!

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