In den Ausbau der Produktion hat Tesla Motors bislang viele Millionen Dollar gepumpt. Um die ehrgeizigen Ziele von Firmenchef Elon Musk umzusetzen, wird das auch weiterhin nötig sein. Das dürfte zu Verlustmeldungen führen, die den Aktienkurs belasten könnten. / Foto: Unternehmen

04.04.16 Aktientipps

Aktie von Tesla Motors auf der Überholspur - Analysten raten zur Vorsicht

Tesla Motors, der kalifornische Hersteller von Elektroautos, hat bislang nur Limousinen angeboten, die für vermögende Kunden in Frage kommen. Nun will das Unternehmen mit einem vergleichsweise günstigen neuen Fahrzeug den Massenmarkt betreten. Das Model 3 soll 31.000 Euro kosten und damit nicht einmal ein Drittel des Preises, den Tesla für seine anderen Fahrzeuge verlangt. Die Nachricht hat der Tesla-Aktie zwar neuen Schub gegeben. Anleger sollten sich aber von der Euphorie vieler Börsianer nicht anstecken lassen, warnen Analysten.  

Wie Firmengründer Elon Musk bei der Präsentation des Model 3 erklärte, kann das Unternehmen aus Palo Alto das neue Elektroauto erst ab Ende 2017 ausliefern und damit später als bislang angekündigt. Bis dahin wolle Tesla den Vertrieb deutlich ausbauen, die Zahl der Verkaufsläden verdoppeln und auch die der Ladesäulen. Diese Investitionen kommen zu denen hinzu, die Musk für den Ausbau der Produktion angekündigt hat. Die hohen Ausgaben sind ein wesentlicher Grund dafür, dass Tesla Motors bislang nicht profitabel wirtschaftet. Dennoch hat die Aktie in den letzten Jahren stark an Wert gewonnen. ECOreporter.de hatte Anfang Januar in einem  Aktientipp  vor dem Investment gewarnt. Danach brach der Aktienkurs stark ein, auch weil Firmenchef Musk die Jahresprognose für 2015 kassieren musste. Es kam zuletzt immer wieder zu Kursrückschlägen, weil Tesla Ziele für den Ausbau der Produktion nicht einhalten konnte.

Für das Gesamtjahr kündigte Musk eine Steigerung der Auslieferungen um rund 80 Prozent auf mindestens 80.000 Elektroautos an. Gelingt dies nicht, droht erneut ein Kursabsturz. Allerdings ist es Musk immer wieder gelungen, mit Ankündigungen und Versprechungen neue Kursfantasien auszulösen. So jetzt mit dem Hinweis, dass es bereits rund 200.000 Vorbestellungen für das Model 3 gebe und das Unternehmen die Produktion bis 2020 auf 500.000 Fahrzeuge vervielfachen werde.

Geld verdienen wird Tesla Motors mit dem neuen Fahrzeug aber vorerst nur durch die 1.000 Dollar Anzahlung, mit der sich Interessenten ein Model 3 bestellen können. RBC-Analyst Joseph Spak bewertet die Kursaussichten der Tesla-Aktie daher nüchtern. Ihm zufolge ist der Mittelzufluss aus den Anzahlungen zwar eine gute Nachricht. Anleger sollten nach seiner Einschätzung aber zunächst die Zahlen für das erste Quartal abwarten. Erst dann könne man die weitere Entwicklung von Tesla Motors besser einschätzen. Spak rät vorerst von dem Investment ab und nennt als Kursziel 180 Dollar.

Barclays-Analyst Brian Johnson geht davon aus, dass Tesla das Modell 3 letztlich deutlich teurer anbieten wird als angekündigt. Es handle sich bei den in Aussicht gestellten 31.000 Euro nur um einen Grundpreis, der durch erforderliche oder vom Kunden gewünschte Extras dann wohl viel höher ausfallen werde. Selbst für den Fall das Tesla demnächst für das erste Quartal wie angekündigt eine starke Produktionssteigerung bei den bisherigen Autos der Produktpalette meldet rät der Analyst zur Vorsicht. Das sei keinesfalls bereits ein Beleg dafür, dass die Produktion im Gesamtjahr 2016 wie von Musk angekündigt endlich auf vollen Touren laufe. Vielmehr geht Johnson davon aus, dass Tesla Motors mit guten Nachrichten zunächst einfach aussichtsreiche Rahmenbedingungen für eine Kapitalerhöhung schaffen wolle. Der Barclays-Analyst warnt vor der Gefahr deutlicher Kursrückschlage für die Aktie und nennt als Kursziel ganze 165 Dollar.

Tesla Motors Inc.: ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T
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