Papst Franziskus hat sich als erstes Oberhaupt der katholischen Kirche nach dem Heiligen Franziskus benannt. Der Papst setzt sich für die Belange der Armen und der Dritten Welt ein. / Foto: Pixabay

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Im Test: terrAssisi Aktienfonds

Mit einem Bettelorden an der Börse Geld verdienen? Das ist möglich und äußerst rentabel. Der Aktienfonds terrAssisi Aktien legt nach den Grundsätzen des Franziskaner-Ordens an und erzielte über die letzten fünf Jahre fast 50 Prozent Rendite.

Franz von Assisi, der Gründer des Franziskaner-Ordens, predigte nicht nur die Abkehr vom individuellen Reichtum, sondern auch die Achtung vor der Schöpfung. Deshalb gilt er für manche als Urheber des Nachhaltigkeitsgedankens.

Sein Erbe wirkt bis heute im Franziskaner-Orden fort. Die Franziskaner sind ein Bettelorden - also ein Orden, der sich zur Armut verpflichtet hat und den Lebensunterhalt aus Arbeit und Schenkungen bestreitet. Dass sich eine auf Enthaltsamkeit verpflichtete Ordensgemeinschaft mit Geld auseinandersetzt, mag verwundern. Was jedoch wenige wissen: Der Franziskaner-Orden geht schon sehr lange verantwortungsvoll mit Geld um.

Bereits 1462 hatten die Franziskaner in Italien ein erstes öffentliches Pfandleihhaus eröffnet, das von den Darlehensnehmern lediglich einen kostendeckenden Zins verlangte. Gebräuchlich waren zu der damaligen Zeit Wucherzinsen - was für viele Menschen Not und Leiden verursachte.

Geldanlage nach Prinzipien des Franziskaner-Ordens – kein Widerspruch?

Der Aktienfonds terrAssisi Aktien der Missionszentrale der Franziskaner reiht sich in diese Tradition ein. Die Missionszentrale der Franziskaner ist das international tätige Hilfswerk der Franziskaner und unterstützt derzeit weltweit mehr als 700 sozial-humanitäre Hilfsprojekte. Überschüsse aus der Verwaltungsgebühr für den Fonds fließen an die Missionszentrale und werden für diese Projekte verwendet.

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Der Fonds soll "die Entwicklung einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Marktwirtschaft fördern", so die Selbstdarstellung. Für eine nachhaltige Marktwirtschaft sind laut dem Orden "mehr Achtung vor der Umwelt, mehr soziale Gerechtigkeit und mehr Generationengerechtigkeit" auf der gesamten Welt nötig.

In die Aktienauswahl des Fonds fließen die Grundsätze des Franziskaner-Ordens ein. Der Orden hat Kriterien definiert, die festlegen, welche Geschäftsfelder und Unternehmenspraktiken für den Fonds in Frage kommen und welche tabu sind.

So sollen die Unternehmen, deren Aktien der Fonds hält, Umweltverschmutzungen und -risiken minimieren und auf faire Arbeitsbedingungen und Löhne achten. Sie sollen mit ihren Produkten keiner globalen Einheitskultur Auftrieb geben, lokale Ressourcen in der Produktion nutzen, für Ausgewogenheit zwischen den Generationen sorgen und sich gegen Diskriminierung einsetzen. Tabu sind Atomkraft, Embryonenforschung und Waffen.

Der Fonds hat Toleranzschwellen: So sind Investitionen in Unternehmen erlaubt, die nicht-kontroverse Glücksspiele betreiben und damit bis zu 10 Prozent ihres Umsatzes erzielen. Produktion und Handel mit Tabak sind mit bis zu 5 Prozent Umsatzanteil geduldet. Sonstige Rüstungsgüter können bis zu 5 Prozent des Umsatzanteils ausmachen.

US-Aktien sind mit 47 Prozent am stärksten in dem Fonds gewichtet (Stand: 31.10.2019). Mit fast 15 Prozent sind französische Unternehmen im Fonds vertreten, gut 12 Prozent des Fondsvermögens stecken in börsennotierten Unternehmen aus Deutschland. Firmen aus der Schweiz, Spanien, Schweden, Großbritannien und Kanada machen zwischen 3 und 6 Prozent des Fondsvolumens aus. Wie der Fonds insgesamt abschneidet, wo seine Stärken liegen und wie es um die Nachhaltigkeit der Unternehmen im Fondsportfolio bestellt ist, zeigt der ECOfonds-Test.

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