Die ABO Invest AG betrieb nach eigenen Angaben Ende 2015 Windenergieanlagen in Deutschland, Finnland, Frankreich und Irland. Analysten loben diese breite Streuung der Projektrisiken und empfehlen die Windaktie. Im Bild der Windpark Weilrod. / Foto: ABO Invest AG

16.06.16 Aktientipps

Analysten sehen Windaktie ABO Invest AG auf der Überholspur

Die Windaktie der ABO Invest AG hat sich an der Börse auf Jahressicht um fast acht Prozent verteuert. Analysten halten sie für stark unterbewertet. Der Windparkbetreiber aus Wiesbaden hatte vor kurzem eine durchwachsene Jahresbilanz veröffentlicht. Was spricht nun für das Investment in die Aktie?

Laut ihrer aktuellen Jahresbilanz hat die ABO Invest AG in 2015 den Umsatz um 58 Prozent auf 29,1 Millionen Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) verbesserte sie um knapp 57 Prozent auf knapp 4,7 Millionen Euro. Vor allem aufgrund von Sonderabschreibungen für den französischen Windpark Clamecy und einen früheren Abschreibungsbeginn bei den Windparks Saint Nicolas-des-Biefs und Haapajärvi war aber dennoch ein Konzernverlust in Höhe von 3,95 Millionen Euro angefallen. Er fiel damit um 2,3 Prozent höher aus als in 2014. Je Aktie fiel ein Minus von 0,09 Euro an nach 0,19 Euro Verlust je Aktie im Vorjahr.

Analyst sagt deutliches Wachstum der ABO Invest AG voraus

Für Lucas Boventer, Analyst von Warburg Invest, ist die Aktie des Unternehmens, das außer Windparks auch eine Biogasanlage betreibt, trotz des Jahresverlustes attraktiv. Er weist darauf hin, dass die ABO Invest AG sich mit dem Windpark Clamecy von einem problematischen Projekt getrennt hat. Vor allem aber sei es ihr bereits in den ersten Monaten des laufenden Jahres durch Zukäufe gelungen, ihren Bestand an Windparks und damit ihre Ertragskraft zu steigern. Ein weiterer Ausbau des Projektportfolios werde zwar wohl erst in 2017 gelingen. Doch die Windparks Wennerstdorf, Weilrod, Saint Nicolas des Biefs und Haapajärvi würden im laufenden Geschäftsjahr erstmals einen vollen Beitrag zur Gesamtleistung beisteuern. Daher hält der Experte von Warburg Invest die Prognose des Vorstandes für realistisch, wonach der Umsatz der ABO Invest AG in 2016 um rund sieben Prozent wachsen soll.

Erzielt ABO Invest AG 2016 erstmals einen Vorsteuergewinn?

Boventer pflichtet auch der Ankündigung der Unternehmensführung bei, dass die ABO Invest AG 2016 erstmals ein positives Konzernergebnis vor Steuern erreichen wird. Hier peilt der Vorstand ein Plus von 0,5 bis 1,0 Million Euro an. Boventer erwartet einen Sprung auf 1,1 Million Euro. In den letzten Jahren hatte der Windparkbetreiber beim Konzernergebnis vor Steuern Verluste zwischen 3,1 und 3,7 Millionen Euro verbucht. Der Analyst geht davon aus, dass die ABO Invest AG in den kommenden Jahren Umsatz und Gewinn weiter steigern wird. Nach seinen Kalkulationen könnte sie den Umsatz von 2015 bis 2018 auf 38,6 Millionen Euro erhöhen und das EBIT auf 9,7 Millionen Euro gar verdoppeln.

Für den Experten von Warburg Invest gibt die Windaktie der ABO Invest AG „Investoren die Möglichkeit, sich an renditestarken, risikoarmen Projekten aus dem Bereich Erneuerbare Energien zu beteiligen“. Boventer empfiehlt die Aktie für die kommenden zwölf Monate zum Kauf, mit Kursziel 2,0 Euro. Die Windaktie wird an der Düsseldorfer Börse gehandelt und kostet dort heute früh 1,51 Euro.

ABO Wind AG hat guten Zugang zu neuen Windkraftprojekten

Holger Steffen, Analyst von SMC Research, legt die Latte für die Aktie der ABO Invest AG sogar noch etwas höher. Er nennt 2,1 Euro als Kursziel und erkennt eine „deutliche Unterbewertung der Aktie“, die auch er zum Kauf empfiehlt. Steffen überzeugt vor allem die breite regionale Streuung der Windparks von ABO Invest. Das sei „von großer Bedeutung, da die Winderträge an einzelnen Orten von den langjährigen Durchschnitten deutlich nach oben oder unten abweichen können, was sich aber über mehrere Standorte tendenziell ausgleichen sollte“. Zumal das Unternehmen nur in Märkten investiere, die verlässliche Vergütungssysteme wie etwa garantierte Einspeisevergütungen bieten. Über den Großaktionär der ABO Invest AG, den Projektierer  ABO Wind AG (Link entfernt), habe sie einen guten Zugang zu Windkraftprojekten in Deutschland und anderen europäischen Märkten.

Steffen sieht die ABO Invest AG ebenfalls auf Wachstumskurs. Allerdings erwartet er für 2016 und die kommenden Jahre nicht so starke Gewinnsteigerungen wie  Lucas Boventer von Warburg Invest. Das EBIT des Windparkbetreibers wird nach seinen Berechnungen in 2016 auf 7,4 Millionen Euro springen, danach bis 2018 aber nur auf 8,5 Millionen Euro wachsen.

ABO Invest AG: ISIN DE000A1EWXA4 / WKN A1EWXA
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