Wohnhaus in Trier mit Solarheizsystem von Solvis. / Quelle: Unternehmen

  Anleihen / AIF

Anleger müssen zur Restrukturierung der kriselnden Solvis beitragen

Wie viele andere mittelständische Unternehmen der Solarbranche kämpft auch Solvis GmbH & Co. KG mit den Folgen der Branchenkrise der vergangenen Jahre. Im Fall der Spezialistin für Solarheizsysteme aus Braunschweig betrifft dies auch rund  600 Kapitalanleger, darunter etwa 400 Kommanditisten und etwa 200 private Darlehensgeber. Das erklärt Geschäftsführer Helmut  Jäger auf Nachfrage von ECOreporter.de. Demnach haben diese Anleger zwischen 1.000 und 250.000 Euro in Solvis investiert und bekommen dafür planmäßig zwischen 5,5 und 7,5 Prozent Zinsen pro Jahr. Dazu, wie viel Geld die Anleger insgesamt bei Solvis investiert haben, will sich Jäger gegenüber ECOreporter.de allerdings nicht äußern.

Der Restrukturierungsplan sieht nun vor, dass diese rund 600 Anleger auf Teile ihrer Zinsansprüche verzichten, um Solvis somit den Weg zurück in die Erfolgsspur zu ermöglichen.  Darüber hinaus befindet sich das Unternehmen in intensiven Verhandlungen mit den involvierten Banken, um eine neue tragfähige Finanzierungsstruktur für die Spezialistin für solare Heizsysteme aus Braunschweig zu erreichen. Zum derzeitigen Stand der Verhandlungen möchte sich die Geschäftsführung derzeit nicht äußern.

Ziel des Restrukturierungsplans ist es unter anderem, Solvis neu im Markt für Heizsysteme mit solarer Unterstützung zu positionieren.

Bereits im Januar 2014 erklärten sich die Anleger mehrheitlich dazu bereit, 2014 und 2015 auf Teile ihrer Zinsansprüche zu verzichten, um Solvis notwendigen Spielraum zu verschaffen: „Teil unseres Konzeptes ist es, dass die 400 Privatkommanditisten für zwei Jahre komplett auf ihre Zinsansprüche verzichten“, sagt Jäger. Die Darlehensgeber stimmten zudem zu,  für 2015 nur ein Prozent Zinsen auf Ihr Investment zu erhalten und die Kündigungsfristen ihrer Darlehen bis 2018 zu verlängern. Geschäftsführer Jäger betont, dass sein Unternehmen jederzeit Herr des Verfahrens war. Es habe weder Außenstände bei Löhnen und Gehältern noch gegenüber Lieferanten oder anderen Partnern gegeben, erklärt Jäger. Der Verzicht der Anleger sei eine Maßnahme im Rahmen des Gesamtkonzeptes zur Kostensenkung.    

Steht die Finanzierung des Restukturierungskonzepts im Juli? 

Nun scheint dieser Verzicht der Anleger Früchte zu tragen, denn die seit Januar 2014 laufenden Verhandlungen mit kreditgebenden Banken sollen zeitnah abgeschlossen werden. „Wir sind in guten Gesprächen. Weil wir zwischenzeitlich Details im Konzept abstimmen mussten, hat der Prozess länger gedauert, als wir ursprünglich angenommen haben“, räumt Jäger ein.
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