Die MBB Clean Energy AG ist auf den Kauf und Betrieb bestehender Wind- und Solarparks spezialisiert. Bei der ersten planmäßigen Zinszahlung einer Anleihe kommt es zu Verzögerungen. / Bild: Bundesverband Windenergie

  Anleihen / AIF

Anleihe-Anleger der MBB Clean Energy AG warten auf Zinsen

Die MBB Clean Energy AG, eine Grünstromtochter des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns MBB, hat den ersten Zinstermin einer laufenden Anleihe im Gegenwert von 72 Millionen Euro verpasst. Hintergrund dieser Panne seien „wertpapiertechnische Gründe“ erklärte das Unternehmen. Anstatt die Zinsen an die Anleger zu überweisen, seien diese auf einem Treuhandkonto zwischengebucht worden. Die Anleihe wurde vom Handel ausgesetzt. Das „Finance-Magazin“ brichtet dazu, die wertpapiertechnischen Gründe  stünden im Zusammenhang mit dem bevorstehenden möglichen Einstieg eines Großinvestoren, der 500 Millionen Euro investieren wolle – zu den bestehenden Konditionen der Anleihe. MBB Clean Energy hat diese Berichterstattung bisher weder bestätigt noch dementiert.

Die Anleihe war Anfang Mai 2013 auf den Markt gekommen. Die MBB Clean Energy AG beabsichtigte, 300 Millionen Euro für den Kauf bestehender Wind- und Solarparks bei Anlegern einzuwerben. Tatsächlich kamen lediglich 72 Millionen  Euro zusammen. Die derzeit vom Handel ausgesetzte Anleihe (ISIN: DE000A1TM7P0) ist mit 6,25 Prozent verzinst und läuft noch bis 2019. Die Zinszahlung hätte ursprünglich am 6. Mai 2014 erfolgen sollen.

Anlegerschutzanwälte weisen darauf hin, dass die MBB Clean Energy AG als Emittentin seit diesem Termin 30 Tage Zeit hat, die Zahlung nachzuholen. Geschehe dies nicht, räumen die Anleihebedingungen  den Anlegern ein Kündigungsrecht ein. „Die Ausfallquote im Marktsegment der Mittelstandsanleihen ist exorbitant hoch. Von den rund 115 Anleihen sind bereits 16 ausgefallen. Grund genug, hier als Investor insgesamt sehr vorsichtig und skeptisch zu sein“, sagt Klaus Nieding, Partner der auf Kapitalanlagerecht spezialisierten Frankfurter Kanzlei Nieding + Barth und Vizepräsident der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK).
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