Ein einsamer kleiner Teakbaum. Die werthaltigen Bestände der THI AG waren einem Gutachten zufolge bereits 2006 deutlich kleiner als lange bilanziert. / Foto: Pixbay

16.12.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Bilanzen von Teak Holz International schon vor 2007 fehlerhaft

Der Edelholz-Plantagenbetreiber Teak Holz International (THI) AG arbeitete jahrelang mit schweren Bilanzfehlern. Zu diesem Ergebnis kommt die Österreichische Prüfstelle für Rechnungslegung (OePR). Demnach besaß die THI schon vor dem Börsengang in 2007 wesentlich weniger Bäume in Costa Rica als bis Ende 2014 angenommen. Dass THI wie angestrebt über das laufende Insolvenzverfahren saniert werden kann, wird zunehmend unwahrscheinlicher. Eine Versteigerung von sechs Plantagen in Costa Rica scheiterte mangels Interesse. Deshalb wendet sich der Vorstand einmal mehr an seine Gläubiger.

Die Fehler in den Bilanzen der mittlerweile insolventen Teak Holz International AG wurden erstmals vor knapp einem Jahr bekannt. Damals wurde deutlich, dass der Edelholzproduzent mit Sitz in Wien weitaus weniger Teakbäume auf seinen Plantagen hat als jahrelang angegeben. Ein neues Gutachten der OePR konkretisiert dies. Demnach waren die Bilanzen zum Wert der Plantagen und der Anzahl der Bäume der THI AG in Costa Rica schon zu Zeiten des Börsengangs Ende März 2007 deutlich überhöht. Ein Gutachten, das der THI-Vorstand zuvor selbst in Auftrag gegeben hatte, war bereits zu ähnlichen Feststellungen gelangt. Allerdings hieß es, dass die Fehler in den Bilanzen erst 2008 aufgetaucht sein sollen. Laut der OePR hätten bereits Angaben von 2006 nach unten korrigiert werden müssen. Das geht aus einem Schreiben der OePR an THI hervor, das ECOreporter.de vorliegt. Die THI AG hat das Prüfungsergebnis der Behörde bereits akzeptiert.

Plantagen-Versteigerung in Costa Rica gescheitert


Unmittelbar nach dem Insolvenzantrag hatte die THI AG die Bilanzen für das Geschäftsjahr 2013/2014 korrigiert und 50,8 Millionen Euro Bilanzverlust gemeldet. Den Wert der Plantagen bezifferte das Unternehmen dabei lediglich noch auf 5,6 Millionen Euro anstatt 63,5 Millionen Euro (mehr zur Finanzlage und zur Insolvenz der THI AG lesen Sie  hier.) Eigentlich sollte die Versteigerung von sechs  Plantagen in Costa Rica das nötige Geld bringen, um die THI AG über das laufende Insolvenzverfahren zu  sanieren. Dieser Plan ist gescheitert. „Der Versuch der Verwertung der Beteiligungen durch den Insolvenzverwalter hat zu keinem Ergebnis geführt, da kein bedingungsgemäßes Angebot eines Interessenten eingelangt ist“, teilt die THI AG dazu in einer aktuellen Pflichtmitteilung mit.

THI-Gläubiger sollen Forderungen stunden

Um den Insolvenzplan aufrechterhalten zu können fehlt dem Unternehmen ein „geringer einstelliger Millionenbetrag“, erklärte der THI-Vorstand  Franz Fraundorfer gegenüber österreichischen Medien. Den Berichten zufolge sollen dazu Großgläubiger ihre Forderungen stunden. Die Verhandlungen dazu sollen schon bis übermorgen, am Freitag den 18. Dezember, abgeschlossen sein. Dann sollen die Gläubiger entscheiden, ob der Sanierungsplan aus ihrer Sicht finanzierbar und tragfähig ist. Lehnen sie ab, müsste die THI AG zerschlagen und verwertet werden. Maßgebliche Gläubiger sind unter anderem Anleger einer Wandelanleihe von 2010 (AT0000A0K1F9), die über das Wertpapier 15,6 Millionen Euro bei THI investiert hatten.

Teak Holz International AG: ISIN AT0TEAKHOLZ8 / WKN A0MMG7
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