Anders als das Werk in Wilton soll diese belgische Anlage von CropEnergies mit unveränderter Kapazität weiterlaufen. / Foto: Unternehmen

18.02.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

CropEnergies AG drosselt Biospritproduktion – Aktie fällt

Mit der vorrübergehenden Stilllegung eines Teils der Produktion hat die CropEnergies AG aus Mannheim ihren Aktienkurs auf Talfahrt geschickt. Sie verlor heute am Morgen bis 8:44 Uhr knapp acht Prozent an Wert und notierte noch bei 2,90 Euro. Gemessen an ihrem Kurs vor vier Wochen liegt die CropEnergies-Aktie damit zwar noch 11,8 Prozent im Plus. Auf Jahressicht hat der Anteilschein jedoch 41,6 Prozent an Wert verloren.
Es trifft das britische  Werk der CropEnergies-Tochter Ensus UK im britischen Wilton. CropEnergies hatte den Bioethanolhersteller Ensus aus Yarm erst 2013 für 13,5 Millionen Euro vom US-Investor Carlyle Group übernommen und dem Unternehmen nach eigenen Angaben weitere 70 Millionen britische Pfund als Kapital zugeführt. Die zeitweilige Schließung, die CropEnergies einmalig 40 Millionen Euro kosten werde -  sei eine Reaktion auf die Krise in der Biokraftstoffbranche. Diese habe sich durch den drastischen Verfall der Ölpreise in den vergangenen Monaten weiter verschärft. Dies habe den Preis für Bioethanol bis Mitte Januar 2015 auf ein Allzeittief gedrückt (417 Euro pro Kubikmeter). Zudem macht der CropEnergies-Vorstand die aktuellen wirtschaftspolitischen Umstände für die Branchenkrise mitverantwortlich: „Die jüngste Abwertung des Euros gegenüber dem britischen Pfund führte zu weiteren Belastungen. Nicht förderlich ist der langwierige politische Prozess in der EU, den Anteil erneuerbarer Energien auch im Transportsektor gegenüber heute zu erhöhen“, erklärte die Unternehmensführung.  

Die übrigen Werke von CropEnergies in Belgien, Deutschland und Frankreich sollen indes bis auf weiteres weiterlaufen. Das Ensus-Werk in Nordengland sei ohnehin kürzlich für eine Inspektion heruntergefahren worden „Sobald die Marktentwicklung es zulässt, kann die britische Produktionsanlage wieder in Betrieb genommen und das volle Produktionspotential der CropEnergies-Gruppe von jährlich 1,2 Millionen Kubikmetern genutzt werden“, erklärte der Vorstand.

Der Preisdruck hatte schon die Erträge der ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2014/2015 aufgefressen. CropEnergies verbuchte hier zwar einen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr um 9,4 Prozent auf 626,4 Millionen Euro. Allerdings entstand zugleich ein Verlust vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 6,1 Millionen Euro nach 38 Millionen Euro EBIT-Gewinn im Vorjahr (mehr lesen Sie  hier).   

CropEnergies AG: ISIN DE000A0LAUP1 / WKN A0LAUP

Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x