13.05.07

eco-best-invest

Den Ökonomen Norbert Drews hat die Idee nicht losgelassen, mit "grünem Geld" zur Rettung unseres Planeten beizutragen. 1998 fasste er den Plan für eine Finanzberatung. Bald darauf gründete er in Hamburg das Unternehmen eco-best-invest und stellte eine Produkt-Palette aus Aktienfonds, Rentenfonds, Lebens- und Krankenversicherungen zusammen.

"Ökologie und Ökonomie bedingen einander", erläutert Drews seine Grundhaltung. Die von ihm vermittelten Fonds und Versicherungen müssten wirklich nachhaltig arbeiten. Er achte dabei vor allem auf die Ausschlusskriterien und die Investitionsbereiche. An zweiter Stelle stünden die Renditen, die ein Fonds in den letzten Jahren erwirtschaftet habe. eco-bestinvest vermittle nur Fonds, die ökologische Kriterien erfüllen und gleichzeitig beste Renditen erzielen.

Keine Atomkraft, Rüstung, Kinderarbeit


Seinen Kundenstamm charakterisiert Drews als "vorwiegend ethisch-ökologisch, nachhaltig orientierte Menschen, die mit ihrem Geld nicht Rüstung, Öl, Atomkraft oder Kinderarbeit und soziale Ungerechtigkeiten fördern möchten"; daneben gebe es Anleger, die mit dem Ziel der "Vermögensstreuung" auch ökologisch investieren wollten. Auffallend viele Frauen seien darunter. Drews überprüft sein Angebot kritisch: "Es ist schon vorgekommen, dass ich Produkte wieder aus dem Programm nehmen musste; nicht wegen mangelnder Nachhaltigkeit, sondern wegen anhaltender Startschwierigkeiten eines Fonds, unglücklichem Fondsmanagement und mangelnder Renditen." Das sei zum Beispiel beim "Öko+Times"-Dachfonds der Zürich Invest der Fall gewesen.

Mit Geld zerstören oder Leben erhalten?

Von der Wirksamkeit ökologischen Investments ist Drews überzeugt. Als Großaktionäre hätten Ökofonds gute Möglichkeiten, das Management der von ihnen gehaltenen Unternehmen zu beeinflussen, meint er. "Geld ist Energie; wohin ich mein Geld gebe, da fördere ich automatisch. Also muss ich mich entscheiden, ob ich in lebenszerstörende oder lebenserhaltende Projekte investieren will." Fonds könnten durch ihre gebündelte Nachfrage eher als Einzelanleger den Aktienkurs beeinflussen und dadurch ökologisch wichtige Effekte auslösen. "In Ökofonds enthaltene Unternehmen tragen gewissermaßen ein Umweltlabel, das sie gegenüber der Konkurrenz auszeichnet."

"Die Märkte werden sich erholen"

Auf die negativen Wertentwicklungen der Nachhaltigkeitsfonds in diesem Jahr reagierten viele Anleger enttäuscht, berichtet Drews. Insbesondere die, die im Jahr 2000 gezeichnet hätten. Einige seien so verunsichert, dass sie fragten, ob sie nicht besser sofort wieder verkaufen sollten. Drews rät, in Ruhe abzuwarten, bis sich die Märkte wieder erholt haben. "Erholen werden sich die Märkte irgendwann, besonders der ökologische Sektor!" ist er überzeugt. Um das Risiko zu mindern, meint Drews, solle man nur einen Teil des Gesamtvermögens in Beteiligungen investieren. Er schlage in der Regel vor: 35 Prozent in ökologische Aktienfonds, 15 Prozent in ökologische Rentenfonds, 10 Prozent in ökologische Lebensversicherungen, 10 Prozent in festverzinslichen Anlagen zu investieren und 30 Prozent in Immobilien oder Immobilienfonds.

40 Prozent bestellen via Internet

Bei Sparplänen prüft der Finanzdienstleister, welches Ziel sie verfolgen und welche Summen für den Kunden angemessen sind. Die Kunden zahlen für diese Dienstleistung nichts. Für die Vermittlung der Produkte erhält eco-best-invest Provisionen direkt von den Fondsgesellschaften oder Versicherungen. Rund 40 Prozent der Bestellungen gingen mittlerweile via Internet ein. Das spare Energie und Papier, sagt der Finanzdienstleister. Das Unternehmen hat seine Büros darüber hinaus in einem Ökohaus mit Solar- und Regenwasseranlage, Brennwerttechnik und mineralischer Dämmung untergebracht. Drews zufolge fördert es auch das Miscanthus-Projekt, in dem Biomasse aus Schilfgras gewonnen wird. "Nicht benötigtes Kapital lassen wir ebenfalls wieder in Ökofonds arbeiten!" ergänzt Drews.

Der 41jährige sagt von sich, er sei ein ökologischer Ökonom. Mit der Entsorgung von Altpapier und Altmetallen habe er schon als 15-jähriger so viel verdient, dass er den Gewinn in Aktienfonds investieren konnte. Seit 1992 habe er dann ausschließlich in Ökofonds investiert, wenn er nicht gerade Geld für andere Öko- Projekte benötigte. In den 90er Jahren habe er eine "Bauhaus"-Villa auf ökologische Weise restauriert. Die Finanzberatung hat inzwischen drei Mitarbeiter.

Stand: 04/2004



Adresse:
eco-best-invest Ökofonds-Beratung
Norbert Drews
Soltaus Allee 10
D-22179 Hamburg

Tel. 040-6918588
Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Mailplanet@eco-best-invest.com (Link entfernt)
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