Luana Capital will in Blockheizkraftwerke investieren. / Quelle: Unternehmen

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ECOanlagecheck: Geschlossener Fonds „Blockheizkraftwerke Deutschland 2“ von Luana Capital

Der geschlossene Fonds soll 20 Blockheizkraftwerke erwerben und an verschiedenen Orten in Deutschland betreiben. Anbieterin ist Luana Capital aus Hamburg. Erlöse soll der Fonds hauptsächlich dadurch erzielen, dass er Wärme und Strom verkauft. Anleger können sich ab 10.000 Euro beteiligen. Der ECOanlagecheck analysiert das Angebot.


Die Anbieterin Luana Capital New Energy Concepts GmbH hatte bereits 2012 den Fonds „Blockheizkraftwerke Deutschland“ aufgelegt, der Blockheizkraftwerke erwarb und anschließend verpachtete. Der Nachfolge-Fonds „Blockheizkraftwerke Deutschland 2“ dagegen verpachtet die erworbenen Blockheizkraftwerke nicht, sondern betreibt sie selbst. Ein Grund für die Strategieänderung ist das seit Juli 2013 geltende Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), das für Anbieter beispielsweise vermehrte Kontroll- und Berichtspflichten vorschreibt. Operativ tätige geschlossene Fonds fallen laut Gesetzesauslegung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aber unter bestimmten Voraussetzungen nicht unter die Bestimmungen des KAGB. Die BaFin hat den Fonds auf Basis des Prospektes als operativ tätig eingestuft und nicht dem KAGB zugeordnet. . Grundsätzlich gilt das Prüfungsergebnis der BaFin für den Zeitpunkt der Billigung des Prospektes. Das bedeutet, dass ein Fonds, der zum Zeitpunkt der Billigung nicht unter das KAGB fällt, nach Angaben der BaFin zu einem späteren Zeitpunkt doch dem KAGB zugeordnet werden könnte, falls das Investitionsvorhaben des Fonds nicht prospektgemäß umgesetzt werden sollte.

Die Fondsgesellschaft LCF Blockheizkraftwerke Deutschland 2 GmbH & Co. KG, kurz „Blockheizkraftwerke Deutschland 2“,  plant Blockheizkraftwerke an 20 Standorten, die über das Bundesgebiet verteilt sind. Die Schwerpunkte sind Berlin (4 Standorte) und ein Bereich von rund 100 km um Hamburg (10 Standorte). Diese regionale Konzentration ist zielführend, um  die Effektivität des operativen Betriebs der Anlagen durch die in Hamburg ansässige Fondsgeschäftsführung sicherstellen. Dasselbe gilt für die Wartung der Anlagen durch das in Lübeck ansässige Wartungsunternehmen. Projektbezogene Verträge sind zum Zeitpunkt der Prospekterstellung noch nicht abgeschlossen. Nach Angaben der Fondsgeschäftsführung sollen die Projekte schrittweise an den Fonds angebunden werden, so wie es der Verkauf der Fondsanteile an die Anleger erlaubt.

Geplant sind Blockheizkraftwerke mit einer elektrischen Leistung von 50 Kilowatt (kW) bzw. 104 kW. Blockheizkraftwerke werden auch als Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen bezeichnet, da sie die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme nutzbar machen.  Sie sind vorrangig dort im Einsatz, wo sowohl ein hoher Strom- als auch ein hoher Wärmebedarf besteht. Bei einer Anlagengröße von über 50 kW können das z. B. Schwimmbäder, kleinere Krankenhäuser, Landwirtschaftsbetriebe oder Wohnsiedlungen sein. Laut Prospekt handelt es sich bei den 20 geplanten Standorten des Fonds um Gebäude aus den Bereichen Wohnwirtschaft (11), Gewerbe (6), soziale Einrichtungen (2) und kommunale Einrichtungen (1).

Fondsinitiatorin und Leistungsbilanz

Die Initiatorin und Anbieterin Luana Capital New Energy Concepts GmbH aus Hamburg wurde 2008 gegründet. Sie hatte bislang drei geschlossene Publikumsfonds auf den Markt gebracht. Dabei handelt es sich um einen Blockheizkraftwerkefonds und um zwei Solarfonds, die in Photovoltaikanlagen in Italien bzw. Deutschland investieren. Der Solarfonds Deutschland befindet sich laut Prospekt noch in der Platzierung. Bei den anderen beiden Fonds ist laut Prospekt die Platzierungsphase abgeschlossen und das Kapital „gemäß den Bestimmungen vollständig investiert“. Nach Angaben der Anbieterin wird sie in diesem Monat ihre erste Leistungsbilanz veröffentlichen. Ihren Angaben nach haben alle drei Fonds für die Jahre 2012 und 2013 jeweils in prospektgemäßer Höhe an die Anleger ausgeschüttet.

Eigenkapitalhöhe und Platzierungsgarantie

Gesamtfinanzierungsvolumen: 3,84 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen: 2,36 Millionen Euro (61,6 Prozent)
Platzierungsgarantie: Nein
Fremdkapitalvolumen: 1,48 Millionen Euro (38,4 Prozent)

Die Fondsgeschäftsführung kann das Eigenkapitalvolumen auf maximal zehn Millionen Euro erhöhen. Wenn weniger als 500.000 Euro eingeworben werden, hat die Fondsgeschäftsführung das Recht, die Fondsgesellschaft rückabzuwickeln. Eine Rückabwicklung kann aufgrund bereits angefallener Kosten laut Prospekt zum Verlust des Anlegerkapitals führen.

Im Gegensatz zum Vorgängerfonds ist beim vorliegenden Fonds eine Fremdfinanzierung vorgesehen. In diesem Fall handelt es sich bei der Fremdfinanzierung um einen sogenannten Mietkauf. Dabei werden die Blockheizkraftwerke von einer Leasinggesellschaft erworben und an den Fonds weiterveräußert. Der Fonds zahlt 50 Prozent des Kaufpreises sofort und die restlichen 50 Prozent in gleichbleibenden Raten über die Laufzeit des Mietkaufs. Laut Prospekt sieht das Angebot der Leasinggesellschaft einen Zinssatz von 6 Prozent pro Jahr und eine Laufzeit von 6 Jahren vor.
Das wirtschaftliche Eigentum an den Blockheizkraftwerken geht laut Prospekt sofort an den Fonds über, wogegen der Fonds das rechtliche Eigentum erst mit vollständiger Zahlung der Raten erlangt.

Fondsnebenkosten
(in Prozent des Eigenkapitalvolumens ohne Agio)

Agio: 0,0 Prozent
Eigenkapitalvermittlung (ohne Agio): 10,0 Prozent
Fondskonzeption: 6,4 Prozent
Beratung: 5,1 Prozent
Marketing: 3,1 Prozent
Fremdkapitalvermittlung: 0,6 Prozent
Treuhandeinrichtung: 0,4 Prozent
Gesamtweichkosten: 25,6 Prozent

Die Weichkostenquote ist mit 25,6 Prozent bezogen auf das geplante Eigenkapitalvolumen von 2,36 Millionen Euro hoch. Das relativ geringe Eigenkapitalvolumen des Fonds bewirkt, dass fixe Kostenbestandteile (insbesondere für Fondskonzeption und Beratung) die Weichkostenquote erhöht.

In der obigen Aufstellung nicht berücksichtigt sind die Kosten für Projektentwicklung- und strukturierung, die der Fondsgeschäftsführung pauschal mit 13.500 Euro je Blockheizkraftwerkprojekt vergütet werden. Mit der Summe sind die Kosten für die technische und wirtschaftliche Prüfung, die Überprüfung (Bonität) der Endkunden sowie für den Vertragsabschluss abgegolten.

Laufende Kosten

Erdgaseinkauf (pro Jahr): 1,2 Millionen Euro
Vollwartung der Blockheizkraftwerke (erstes Jahr): 240.000 Euro
Fondsgeschäftsführung und Anlegerbetreuung (erstes Jahr): 70.000 Euro
Kostensteigerung (Kalkulation bei der Vollwartung; Fondsgeschäftsführung und Anlegerbetreuung laut Vertrag): 1,5 Prozent pro Jahr

Die Kostenangaben beziehen sich auf das aus insgesamt 20 Blockheizkraftwerken bestehende geplante Portfolio des Fonds.
Laut Prospekt werden Erhöhungen des Gaspreises grundsätzlich 1:1 über den Wärmeverkauf an die Endkunden weitergegeben. Nach Angaben der Anbieterin werden alle Wärme-Lieferverträge, die der Fonds abschließt, einen marktüblichen Passus enthalten, der die Weitergabe von Gaspreiserhöhungen an die Endkunden vorsieht.
Die ausgewiesenen Kosten für die Vollwartung beruhen laut Prospekt auf einem verbindlichen Angebot des Fondspartners GTC green technologies & consulting GmbH aus Lübeck. Die erwartete Betriebskostenquote (mit dem Betrieb der Anlage verbundene laufende Kosten und Ausgaben (inkl. Gaseinkauf)/Erlöse aus dem Verkauf von Wärme und Strom (abzüglich EEG-Umlage)) beträgt bei den kalkulierten Erlösen von durchschnittlich rund 2,5 Millionen Euro pro Jahr rund 60 Prozent.

Laufzeit und Ausschüttungen

Laufzeit: bis Ende 2020 (Planung), erstmalige ordentliche Kündigungsmöglichkeit zum 31. Dezember 2020, Auflösung der Fondsgesellschaft mit 75 Prozent-Mehrheit der Gesellschafter möglich
Gesamtausschüttungsprognose: 164 Prozent (inkl. 100 Prozent Kapitalrückzahlung)
Ausschüttungsprognose durch Verkaufserlös: 25 Prozent
Renditeprognose vor Steuern pro Jahr (IRR): 11 Prozent
Einkunftsart: Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Erlöse erzielt die Fondsgesellschaft planmäßig hauptsächlich aus dem Verkauf des Stroms und der Wärmean die Endkunden. Bei den Endkunden handelt es sich in der Regel um die am Standort des jeweiligen Blockheizkraftwerkes direkt ansässigen Unternehmen und Einrichtungen. Es wird im Prospekt angenommen, dass 80 Prozent des erzeugten Stromes zu durchschnittlich 19,8 Cent je Kilowattstunde (kWh) an die Endkunden verkauft werden und die übrigen 20 Prozent zu rund 3,9 Cent/kWh an der Strombörse veräußert werden. Zudem können die Blockheizkraftwerke des Fonds gemäß des aktuellen Kraft-Wärme-Kopplungs (KWK)-Gesetzes für die ersten 30.000 Betriebsstunden (entspricht prognosegemäß rund fünf Betriebsjahre) einen Zuschlag von rund 5 Cent/kWh für die Stromproduktion erhalten.
Der Verkaufspreis für die Wärme wird mit 6,1 Cent/kWh angesetzt.

Insgesamt resultieren die prognostizierten Gesamterlöse des Fonds zu rund 50 Prozent aus dem Stromverkauf an Endkunden, zu rund 12 Prozent aus dem KWK-Zuschlag, zu rund 3 Prozent aus dem Stromverkauf an der Börse, zu rund 27 Prozent aus dem Wärmeverkauf und zu rund 5 Prozent aus der Energiesteuererstattung.

Laut Prospekt hat der Projektpartner GTC der Fondsgesellschaft ein verbindliches Kaufangebot für die Blockheizkraftwerke nach rund 6,5 Betriebsjahren unterbreitet. Der vereinbarte Kaufpreis beträgt 20 Prozent der ursprünglichen Anschaffungs- und Herstellungskosten (ohne Projektentwicklungs- und Strukturierungsgebühr). Laut Prospekt wird die Fondsgesellschaft das bestehende Angebot annehmen, soweit ihr bis zum Ende der Fondslaufzeit kein besseres Angebot unterbreitet wird.

Falls die tatsächlichen Ausschüttungen an die Anleger am Ende der Laufzeit insgesamt die prognostizierten Ausschüttungen übersteigen, erhält die Anbieterin und Gründungskommanditistin Luana Capital New Energy Concepts GmbH ein Drittel des übersteigenden Betrages als Erfolgsbeteiligung.

Investitionen

Die Fondsgesellschaft plant den Erwerb von 20 Blockheizkraftwerken, um diese operativ zu betreiben. Der Hersteller bzw. die Hersteller der Blockheizkraftwerke des Fonds stehen noch nicht abschließend fest. Es ist nach Angaben des Herstellers möglich, dass die Enertec-Kraftwerke GmbH Hersteller der Fondsanlagen wird. Deren Vertriebstochter ist wie auch die Fondsanbieterin Gründungsmitglied der Vereinte Energiegenossenschaft eG, deren Geschäftsfeld unter anderem auch Blockheizkraftwerke sind. Laut Prospekt ist es geplant, vorwiegend Blockheizkraftwerke mit Motoren vom deutschen Fahrzeug- und Maschinenbauunternehmen MAN zu erwerben, die sich laut Prospekt durch eine hohe Qualität auszeichnen. Die technische Planung und Installationen der Blockheizkraftwerk-Projekte soll die P3 Energy Solutions GmbH aus Aachen übernehmen.

Die Investitionsprognoserechnung des Fonds sieht vor, dass zehn Blockheizkraftwerke mit einer elektrischen Leistung von 50 kW (82 kW thermisch) zum Einzelpreis von jeweils 105.000 Euro sowie zehn Blockheizkraftwerke mit einer elektrischen Leistung von 104 kW (138 kW thermisch) zum Einzelpreis von jeweils 190.000 Euro erworben werden. Laut Prospekt liegen zu den genannten Konditionen beispielhafte Angebote auf Basis der vorgesehenen MAN-Motoren vor.

Ökologische Wirkung

Blockheizkraftwerke können Wirkungsgrade von über 90 Prozent erzielen, wenn die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme vollständig genutzt wird. Somit können bis zu 40 Prozent der Primärenergie eingespart werden. Die Standorte der Blockheizkraftwerke des Fonds werden im Prospekt  – möglicherweise aus Wettbewerbsgründen, weil finale Verträge noch nicht abgeschlossen sind – nicht näher erläutert, so dass deren Wärmenutzungskonzepte und damit die genaue Höhe des Einsparpotentials an fossilen Brennstoffen nicht detailliert beurteilt werden kann.

Als Brennstoff wird bei den Blockheizkraftwerken des Fonds laut Prospekt Erdgas eingesetzt werden. Alternative Brennstoffe bei Blockheizkraftwerken sind – auch teilweise abhängig vom Anlagenmodell – grundsätzlich auch Dieselkraftstoffe, Pflanzenöl oder Biomasse. Der Einsatz von Erdgas ist aus ökologischer Sicht ist zumindest positiver zu beurteilen als der Einsatz von Dieselkraftstoff, da bei der Verbrennung von Diesel deutlich mehr Emissionen (Schwefeldioxid, Staub) entstehen als bei der Verbrennung von Erdgas.
Bei Erdgas handelt es sich um einen fossilen Brennstoff, so dass ein Verzicht auf die Energiegewinnung aus Erdgas langfristig anzustreben. Allerdings ist derzeit noch nicht absehbar, wann erneuerbare Energien die fossile Brennstoffe wie Erdgas im Bereich der Wärmeerzeugung (vollständig) ersetzen können. Daher handelt es sich bei Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen wie Blockheizkraftwerken um eine Brückentechnologie, der aufgrund ihrer hohen Wirkungsgrade/Energieeffizienz eine positive ökologische Wirkung beschieden werden kann, wenn Erdgas als Brennstoff eingesetzt wird.

Risiko

Der Fonds soll plangemäß in 20 Blockheizkraftwerk-Projekte an verschiedenen Standorten in Deutschland investieren. Zum Zeitpunkt der Prospekterstellung sind aber noch keine projektbezogene Verträge abgeschlossen, so dass beispielsweise das Risiko besteht, dass die Investitionskosten höher ausfallen als prognostiziert oder dass der Vertragsabschluss für einzelne Projekte nicht gelingt.
Die Fondsanbieterin Luana Capital, das für die Vollwartung der Fondsanlagen verantwortlichen Unternehmen GTC, der mögliche Anlagenhersteller Enertec und das auf die Vermittlung von Finanzierungen für Blockheizkraftwerke spezialisierte Unternehmen Schallert sind die Gründungspartner der Vereinte Energiegenossenschaft eG, die ebenfalls in Blockheizkraftwerke-Projekte investiert. Aufgrund dieser Konstellation können sich Vorteile für den Fonds ergeben. Aber es sind auch Interessenkonflikte denkbar, die zu Ungunsten des Fonds gelöst werden könnten. Nach Angaben der Anbieterin gibt es ausreichend wirtschaftliche Blockheizkraftwerk-Projekte, so dass es bei der bereits erfolgten Auswahl der Projekte keine Konkurrenz zwischen dem Fonds und der Genossenschaft gegeben habe.

Der Fonds trägt das Risiko, dass die Strom- und Wärmekunden ihre Zahlungen an die Fondgesellschaft nicht vertragsgemäß leisten. Laut Prospekt kommen nur Kunden als Vertragspartner in Frage, die über eine entsprechende geprüfte Bonität (z. B. Creditreform) verfügen.
Das Betriebsrisiko der Blockheizkraftwerke soll laut Prospekt über vollständige Versicherungspakete und Vollwartungsverträge reduziert werden. Das Vollwartungsunternehmen GTC green technologies & consulting GmbH (GTC) hat dem Fonds auch ein verbindliches Kaufangebot für die Blockheizkraftwerke nach 6,5 Betriebsjahren unterbreitet. Dieses Angebot ist Bestandteil der Fondskalkulation. Es besteht beispielsweise grundsätzlich das Risiko, dass das Unternehmen für eventuelle Schäden, die aufgrund von möglichen Wartungsfehlern entstehen könnten, nicht aufkommen kann. Zudem ist es grundsätzlich möglich, dass das Unternehmen am Ende der Fondslaufzeit den vereinbarten Kaufpreis für die Blockheizkraftwerke nicht zahlen kann, so dass die Anlagen in diesem Fall anderweitig verkauft werden müssten.

Der Fonds plant die Anschaffungskosten für die Blockheizkraftwerke zu 50 Prozent mit Fremdkapital zu finanzieren. Der Zinssatz beträgt laut Prospekt voraussichtlich 6 Prozent. Laut Prospektprognose liegt der Zinssatz unterhalb der Gesamtkapitalrentabilität, so dass die Aufnahme von Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität erhöht. Allerdings kann sich dieser Effekt umkehren, wenn beispielsweise die tatsächlichen Erlöse des Fonds unterhalb der Prognose liegen oder zusätzliche Kosten entstehen sollten. Zudem kann die Leasinggesellschaft den Vertrag kündigen und die Anlagen verwerten, falls der Fonds die Raten nicht fristgerecht leistet. Nach Angaben der Anbieterin stellen die geplanten 20 Blockheizkraftwerke voraussichtlich in ihrer Gesamtheit die Sicherheit für die Leasinggesellschaft dar, eine schuldrechtliche Trennung zwischen den einzelnen Blockheizkraftwerk-Projekten findet insofern nicht statt.
Grundsätzlich besteht für den Fonds das Risiko einer Insolvenz der Leasinggesellschaft. Eine Leasinggesellschaft refinanziert sich in der Regel über eine Refinanzierungsbank, die – abhängig von der konkreten vertraglichen Gestaltung – bei Insolvenz der Leasinggesellschaft den Leasingvertrag übernimmt und diesen erfüllt. Nach Angaben der Anbieterin würde diese grundsätzliche Regelung voraussichtlich auch bei den Leasinggesellschaften gelten, die als Vertragspartner für den Fonds in Frage kommen.

Die Erlöse und Kosten, die für den Fonds mit dem operativen Betrieb der Blockheizkraftwerke verbunden sind, sind teilweise von gesetzlichen Regelungen abhängig. Zu nennen ist hier insbesondere das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG), dass 2002 in Kraft getreten ist und das zuletzt 2012 geändert wurde. Derzeit gibt es politische Diskussionen bezüglich weiterer Änderungen am Gesetz. Grundsätzlich ist von der EU gefordert und auch von Deutschland geplant und so kommuniziert, den Bereich Kraft-Wärme-Kopplung weiter auszubauen. Allerdings werden derzeit Änderungen am Gesetz diskutiert, die das Gegenteil bewirken könnten. Insofern kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Rahmenbedingungen für die geplanten Blockheizkraftwerke des Fonds verschlechtern, z.B. bei einer Reduzierung des KWK-Zuschlages. Auf der Kostenseite des Fonds ist beispielsweise die zu zahlende EEG-Umlage ein wesentlicher Bestandteil. Wenn sich diese entgegen der Prognose der Netzbetreiber und entgegen der Prospektprognose erhöhen sollte, würde das zusätzliche Kosten für den Fonds bedeuten.


Stärken 
Dezentrale und effiziente Energieversorgung
Breite Risikostreuung durch Erwerb zahlreicher Anlagen an verschiedenen Standorten
Zweiter Blockheizkraftwerke-Fonds der Anbieterin

Schwächen
Projektverträge noch nicht abgeschlossen
Hohe prozentuale Weichkosten

Chancen
Steigende Strompreise bei gleichzeitig nicht steigender EEG-Umlage
Markt für Blockheizkraftwerke mit Ausbaupotential

Risiken
Zahlungsausfall bei Kunden
Änderungen am Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz
Ausfall von Projektpartnern

Fazit:

Finanziell


Der Fonds will Blockheizkraftwerke erwerben und an 20 bereits identifizierten Standorten betreiben. Projektbezogene Verträge sind aber zum Zeitpunkt der Prospekterstellung noch nicht geschlossen. Erlöse soll der Fonds hauptsächlich durch den Verkauf von Strom und Wärme direkt vor Ort an Endkunden erzielen. Den Anlegern wird eine Rendite von über 10 Prozent pro Jahr prognostiziert, die auch durch den Einsatz von Fremdkapital erreicht werden soll. Unter Abwägung von Nutzen und Risiken der beabsichtigten Fremdfinanzierung wäre aber auch eine Konzeption des Fonds als reiner Eigenkapitalfonds vorstellbar gewesen.
Die Anbieterin bewegt sich mit ihrem Blockheizkraftwerke-Fonds in einem Nischenmarkt. Geschlossene Blockheizkraftwerke-Fonds anderer Anbieter sind ECOreporter.de nicht bekannt, so dass teilweise Vergleichszahlen fehlen, um die Fondskonzeption- und kalkulation unter jedem Gesichtspunkt fundiert beurteilen zu können. Positiv ist daher zu bewerten, dass die Anbieterin bereits einen Blockheizkraftwerke-Fonds platziert hat, der nach ihren Angaben vollständig investiert ist und die ersten beiden Ausschüttungen an die Anleger prospektgemäß geleistet habe.

Nachhaltigkeit

Blockheizkraftwerke nutzen Energie effizient. Durch die gleichzeitige Nutzung von Strom und Wärme kann der Primärenergieverbrauch um bis über 30 Prozent reduziert werden. Daher stellen Blockheizkraftwerke eine nachhaltige Technologie dar.

ECOreporter.de-Empfehlung

Mit dem Erwerb und dem Betrieb von Blockheizkraftwerken hat der Fonds ein für geschlossene Fonds neuartiges Geschäftsmodell, so dass eine abschließende Bewertung des Fonds erschwert ist. Die Fondskonzeption der auf den Bereich Blockheizkraftwerke spezialisierten Anbieterin Luana Capital ist aber nachvollziehbar, so dass für den Fonds das Verhältnis Renditeerwartung/Risiko als angemessen bezeichnet werden kann.

Basisdaten

Anbieterin und Gründungskommanditistin: Luana Capital New Energy Concepts GmbH, Hamburg
Fondsgesellschaft (Emittentin): LCF Blockheizkraftwerke Deutschland 2 GmbH & Co. KG, Hamburg
Komplementärin und Geschäftsführerin: LCF Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg
Treuhänderin: HIT Hanseatische Service Treuhand GmbH, Hamburg
Beteiligungsform: Treugeber, Umwandlung in Direktkommanditist möglich

Währung: Euro
Gesamtfinanzierungsvolumen: 3,84 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen: 2,36 Millionen Euro
Mindestzeichnungssumme: 10.000 Euro
Agio: 0 Prozent
Laufzeit: bis Ende 2020 (Planung), erstmalige Kündigungsmöglichkeit zum 31. Dezember 2020

BaFin-Gestattung: Ja
Leistungsbilanz: Ja
IDW-Prospektprüfungsbericht: Ja
Mittelverwendungskontrolle: Assensis Projects GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg
Sensitivitätsanalyse: Ja
Haftsumme: 10 Prozent der Kommanditeinlage (Außenverhältnis), 100 Prozent der Kommanditeinlage (Innenverhältnis)
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