Die im ETF vertretenen Unternehmen sollen weniger CO2 ausstoßen als ihre Wettbewerber. / Foto: Imaginis Fotolia

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ETF-Test: BNP Paribas Easy Low Carbon 100 Europe

Der BNP Paribas-ETF investiert in 100 Aktien von europäischen Unternehmen. Der zugrunde gelegte Index stammt von der europäischen Börse Euronext.

Anbieter des ETF ist BNP Paribas, eine französische Großbank, die nicht auf Nachhaltigkeit spezialisiert ist. Ab 2030 will die BNP Paribas in der EU keine Kohleprojekte mehr finanzieren. Erst ab 2040 soll die Finanzierung von Kohleprojekten aber auch weltweit beendet werden.

Erfahren Sie im Premium-Bereich, wie ECOreporter den ETF in Sachen Nachhaltigkeit bewertet.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Finanzen / Risiko:

Der ETF hat sich finanziell schwach entwickelt. Auf Jahressicht  gewann er 4,9 Prozent, der weltweite Aktienindex MSCI World stieg um 17,3 Prozent. Auf drei Jahre gesehen liegt der ETF 14,4 Prozent im Plus (MSCI World: plus 31,8 Prozent). Der ETF ist seit 2017 am Markt.

Die Gebühren liegen mit 0,3 Prozent auf der Höhe anderer Nachhaltigkeits-ETFs. Der Kurs des ETF schwankte über die letzten drei Jahre weniger stark als bei vergleichbaren ETFs. Die empfohlene Haltedauer liegt bei den üblichen fünf, besser sieben Jahren.

Nachhaltigkeitskonzept:

Der ETF investiert in Aktien von 100 europäischen Unternehmen, die weniger CO2 als ihre Branchenwettbewerber ausstoßen. Mit solchen Unternehmen soll es möglich sein, die Erderwärmung bis 2050 bis auf maximal 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Die Wissenschaft fordert aktuell allerdings bereits eine stärkere Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad bis 2050. 

Die Klimadaten für den ETF stammen von der britischen Klimaschutz-Organisation Carbon Disclosure Projekt und dem französischen Beratungsunternehmen Carbone 4. Die Nachhaltigkeitsanalysen inklusive Beurteilung sozialer Faktoren erstellt die französische Nachhaltigkeitsrating-Agentur Vigeo Eiris.

Ausschlusskriterien:

Der ETF schließt Investments in Unternehmen aus, die Öl, Gas und Kohle transportieren, daraus Energie produzieren oder Vorräte von diesen Rohstoffen besitzen. Ebenso als Investments ausgeschlossen sind Waffenproduzenten, Fluglinien und Tabakunternehmen. Auch soziale Aspekte fließen in die Bewertung mit ein.

Die ECOreporter-Überprüfung ergab, dass der ETF seine Vorgaben einhält. 

So nachhaltig ist dieser ETF:

Im ETF finden sich einige Aktien, die immer wieder in der Kritik stehen: Nestlé, Novartis (Pharma), Textilunternehmen wie H&M und Adidas. Besonders Nestlé war und ist in auffällig viele Skandale und Kontroversen verwickelt, etwa um Plastikmüll, die Privatisierung von Trinkwasser und die Verletzung von Arbeitsrechten.

Aktien von Unternehmen mit klima- und umweltfreundlichem Geschäftsmodell wie den Windturbinenherstellern Siemens Gamesa und Vestas oder dem Grünstromversorger Neoen finden sich nur vereinzelt.

Transparenz:

Die komplette Aktienliste des ETF ist für Anleger einsehbar. Das Auswahlprinzip ist in den Unterlagen zum ETF knapp beschrieben. Die Börse Euronext informiert ausführlich über die Auswahlprinzipien des Index, auf dem der ETF basiert. Vom ETF-Anbieter gibt es keine Informationen zur Nachhaltigkeit der Unternehmen, deren Aktien der ETF hält.

Nachhaltige Wirkung:

Anleger finden in den Dokumenten zum ETF  mit vertretbarem Zeitaufwand keine Informationen zur Rolle von Nachhaltigkeitsthemen beim Stimmverhalten und den Unternehmensdialogen der BNP Paribas.

Stärken:

  • Keine Investitionen in Öl, Gas, Kohle und Fluglinien
  • Günstige Gebühren

Schwächen:

  • Sehr konventionelle Aktienauswahl

Fazit:


Der ETF investiert in herkömmliche Unternehmen, die weniger CO2 ausstoßen als ihre Wettbewerber. Warum erhält der ETF im Bereich "Nachhaltigkeit" die Note mangelhaft? Weil er mit seinem - auch noch in sich wenig überzeugenden - Ansatz, auf Unternehmen mit "Low Carbon" zu setzen, viel zu wenige Aspekte des großen Themas Nachhaltigkeit abdeckt und zu viele kritische Unternehmen im Portfolio hat. Auch finanziell fällt die Entwicklung schwach aus.

Die ECOreporter-Noten:

Finanzen: 4

Nachhaltigkeit: 5

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Daten und Fakten

Stichtag des TestsFinanzen: 25.8.2020

Stichtag des Tests Nachhaltigkeit: 21.8.2020

Name des ETF:BNP Paribas Easy Low Carbon 100 Europe

ISIN: LU1377382368 / WKN: A2DPX9

Nachgebildeter Index: Low Carbon 100 Europe NTR Index

Start des ETFs: 2.6.2017

Jährliche Gebühren: 0,3 %

Replikationsmethode: physisch (Indexnachbildung durch Kauf der Aktien)

Ertragsverwendung: thesaurierend

Fondsvolumen: 812,9 Millionen Euro (19.8.2020)

Internet: www.easy.bnpparibas.de

Totalverlustrisiko: Unwahrscheinlich, Teilverluste möglich

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