Canadian Solar produziert zwar sehr viel in Asien. Der Konzern unterhält aber auch eine Fabrik an seinem Stammsitz in Guelph, Ontario. / Foto: Unternehmen

12.12.14 Erneuerbare Energie

Führt Kanada bald Zölle für chinesische Solarmodule ein?

Nach den USA könnte bald auch Kanada Importzölle auf Photovoltaikmodule aus China erheben. Nachdem eine Reihe kanadischer Hersteller eine entsprechende Beschwerde eingereicht hat, haben die kanadischen Behörden eine Untersuchung begonnen.

Wie in den USA werfen die kanadischen Hersteller den Mitbewerbern vor, wettbewerbsverzerrend vom chinesischen Staat unterstützt zu werden und ihre Produkte dadurch zu Dumping-Preisen auf anbieten zu können – zum Schaden der kanadischen Industrie. Staatliche chinesische Banken gewähren „ihren“ einheimischen Solarherstellern seit Jahren immer wieder millionenschwere günstige Kredite, obwohl diese speziell in der jüngsten Branchenkrise über lange Zeit schwere Verluste eingefahren haben. In den USA gibt es schon seit 2012 Importzölle für Produkte, die in China oder Taiwan hergestellt werden. Die EU hat 2013 Einfuhrbeschränkungen und Mindestpreise für Solartechnik aus China eingeführt. Um diese Regeln zu umgehen, haben einzelne betroffene Hersteller einen Teil ihrer Produktion in Länder verlegt, die davon betroffen sind.

Eingereicht wurde die Beschwerde bei der kanadischen Zollbehörde CBSA von vier Herstellern mit Sitz in der Provinz Ontario: Eclipsall Energy Corporation aus Toronto, Heliene Inc. aus Sault Ste. Marie, Ontario, Silfab Ontario Inc. aus Mississauga und Solgate Inc. aus Woodbridge. Gegen welche Hersteller konkret daraufhin nun ermittelt wird blieb offen. Details zu den konkreten Hintergründen will die Zollbehörde in Kürze veröffentlichen.  

„Kanada ist einer der wichtigsten Staaten, in die chinesische Solarprodukte exportiert werden. Die negativen Auswirkungen der ‚Double-Reverse-Maßnahmen‘ könnten den chinesischen Fotovoltaik-Herstellern, insbesondere den Unternehmen in der südchinesischen Provinz Jiangsu, große Verluste bringen“, erklärte der chinesische Branchenexperte Zhao Yuwen, gegenüber dem Informationsdienst german.china.org.cn.
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