Brasilianischer Solarpark mit Modulen von Yingli Green Energy. Wie auch andere Solarhersteller aus China muss Yingli verstärkt Kunden außerhalb des Heimatmarktes gewinnen. Der Aktientipp beleuchtet, was Anleger bei Solaraktien aus China beachten sollten. / Foto: Unternehmen

27.10.16 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Meldungen

Fünf Solaraktien aus China: Haben Jinko Solar, JA Solar, Trina Solar, Renesola und Yingli Green Energy Kurspotential?

Die meisten Module für Solaranlagen werden von Herstellern aus China produziert. Sind chinesische Solaraktien aussichtsreich? Vor welchen Herausforderungen stehen Solarkonzerne wie Jinko Solar, JA Solar, Trina Solar, Renesola und Yingli Green Energy? Sollten Anleger auf diese Solaraktien aus China setzen? Diesen Fragen gehen wir in der Fortsetzung unseres Berichtes über Solarkonzerne aus China nach.  In Teil 1 haben wir über die Entwicklung des chinesischen Solarmarktes informiert

Weil die Nachfrage in ihrem Heimatmarkt eingebrochen ist, drängen Solarkonzerne aus China verstärkt in westliche Absatzmärkte. Dort können sie aber nur Anteile erobern, wenn sie Kunden mit günstigen Preisen für sich gewinnen. Experten haben bereits einen starken Preisverfall bei Solarmodulen im dritten Quartal festgestellt und führen dies auf einen erheblichen Preisdruck durch chinesische Solarhersteller zurück. Die deutsche SolarWorld AG hat sich bereits darüber beklagt.  Wir haben in einem Aktientipp darüber berichtet und darauf hingewiesen, dass die Solaraktie von SolarWorld aber auch aus anderen Gründen hohe Risiken trägt. 

Nach Analysen von Roth Capital Partner lag der durchschnittliche Verkaufspreis (ASP) für Solarmodule im ersten Halbjahr im Weltmarkt bei 53 bis 58 US-Dollarcent pro Watt. Laut einer Studie von Solaranalysten der Deutschen Bank ist der Durchschnittspreis im wichtigen US-Markt schon seither auf 0,40 Dollar je Watt gefallen und dürfte er in diesem Quartal auf 0,35 Dollar weiter absinken. Das sind schlechte Nachrichten für westliche Solarhersteller, die herkömmliche Solarmodule nicht so günstig produzieren können wie chinesische Wettbewerber. Aber auch Solarkonzerne aus China müssen erhebliche Einbußen bei ihren Einnahmen hinnehmen, wenn sie die Preise wirklich so stark verringern müssen, wie von den Experten der Deutschen Bank geschätzt. Nach deren Berechnungen geraten sie bei derart geringen Preisen an den Rand der Verlustzone oder gar darüber hinaus.

Für Jinko Solar, JA Solar, Trina Solar, Renesola und Yingli Green Energy gibt es aber kaum eine Alternative zum Drehen an der Preisschraube. Sie müssen möglichst viele Solarmodule losschlagen, um hohe Lagerbestände zu vermeiden. Denn nicht verkaufte Module belasten die Bilanz. Auf Lagerbestände müssen die Solarkonzerne Abschreibungen verbuchen, die umso höher ausfallen, je stärker die Preise im Weltmarkt fallen. Sie verlieren ja so ständig an Wert. Solche Abschreibungen verhageln aber die Bilanz. Daher gilt es, produzierte Module so schnell wie möglich zu verkaufen. Die Crux dabei: je billiger die Hersteller aus China ihre Solarmodule verkaufen, desto geringer fallen die Einnahmen aus. Und auch das trübt die Bilanz ein.

Starker Kursverfall chinesischer Solaraktien – mit einer Ausnahme

Die Börsianer rechnen offenbar bereits damit, dass Jinko Solar, JA Solar, Renesola und Yingli Green Energy demnächst schlechte Zahlen vorlegen werden. Die Kurse ihrer Solaraktien haben auf Jahressicht deutlich verloren:

Jinko Solar:     minus 36,3 Prozent (NYSE)
JA Solar:         minus 28 Prozent (Nasdaq)
Renesola:        minus 29,8 Prozent (NYSE)
Yingli:             minus 48,9 Prozent (Nasdaq)


Deutlich besser steht die Aktie von Trina Solar da. Diese hat sich auf Jahressicht nur um rund zwei Prozent verbilligt. Sie ist zudem die einzige dieser chinesischen Solaraktien, die nach der Kappung der chinesischen Solarstromtarife zur Jahresmitte an Wert gewonnen hat, dies sogar um über 20 Prozent.

Der Kurszuwachs von Trina Solar hat aber einen besonderen Hintergrund: Der Solarkonzern aus Changzhou will mit der chinesischen Fortune Solar Holdings Limited und ihrer Tochtergesellschaft Red Viburnum Company Limited fusionieren. Dieses Investorenkonsortium plant, alle Aktien von Trina Solar zu erwerben und sie im ersten Quartal 2017 von der Börse zu nehmen. Es bietet je Anteilsschein einen Kaufpreis von rund elf US-Dollar. Dieses Angebot hat den Kurssprung der Trina-Aktie ausgelöst, die seither um die Marke von elf Dollar pendelt.

Fazit:

Solaraktien aus China sind weiter hochriskant. Bei Jinko Solar, JA Solar, Renesola und Yingli Green Energy drohen starke Einbrüche bei den Einnahmen. Weitere Kursverluste sind mehr als wahrscheinlich. Für diese Unternehmen wird das Geschäft im Heimatmarkt China immer schwieriger und im Ausland müssen sie ihre Preise massiv senken, um ihre hohe Produktion auszulasten. Trina Solar wird zudem voraussichtlich innerhalb eines halben Jahres vom Kurszettel der Börsen verschwinden. Daher kommt auch diese Solaraktie nicht für ein Investment in Frage.

JA Solar Holdings Co. Ltd.: ISIN US4660902069 / WKN A1J87E
JinkoSolar Holding Co., Ltd: ISIN US47759T1007 / WKN A0Q87R
ReneSola Ltd.: ISIN US75971T1034 / WKN A0NBAR
Trina Solar Ltd.: ISIN US89628E1047 / WKN A0LF3P
Yingli Green Energy Holding Co. Ltd.: ISIN  US98584B2025 / WKN A2ACH0
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