Der Hauptsitz von Gamesa in Zamudio. Der Windkraftkonzern setzt bei Projekten an Land bevorzugt auf große Partner wie den Energiekonzern Iberdrola, der es ihm erleichtert hat, zum führenden Windradlieferanten in Lateinamerika aufzusteigen. Dieser Strategie folgt die Unternhemensfürhung nun auch im Offshore-Geschäft. / Quelle: Gamesa

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Gamesa findet starken Partner für Offshore-Windkraftprojekte

Die spanische Gamesa zählt zwar zu den größten Herstellern von Windkraftanlagen weltweit. In das attraktive, aber risikoreiche Geschäft mit Windrädern für Windparks auf See - offshore – ist das Unternehmen aus Zamudio im Baskenland aber erst vor kurzem eingestiegen. Jetzt hat es sich dafür einen finazstarken Partner an die Seite geholt: den französischen Areva-Konzern. Bei diesem handelt es sich zwar um einen Atomkonzern, doch dieser engagiert sich zunehmend auch im Bereich der Erneuerbaren Energien und verfügt zudem über umfassende Erfahrung mit großen Kraftwerksprojekten, und um solche handelt es sich bei Offshore-Windparks. Areva betreibt bereits solche Projekte in der Nordsee. Die dänische Vestas Wind Systems, weltweit der größte Hersteller von Windrädern, hat sich mit der japanischen Mitsubishi ebenfalls einen Partner gesucht, der ihr hilft, die hohen Projektrisiken aufzufangen und Erfahrungen mit Großprojekten beizusteuern.

Gamesa und Areva haben nun nach eigenen Angaben die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens verabredet, das noch in diesem Jahr starten soll. Allerdings müsse man noch die Genehmigung der zuständigen Kartellbehörden und anderer Institutionen in Frankreich und der EU abwarten. Beide Unternehmen sollen jeweils die Hälfte der Anteile an dem joint venture besitzen und auch das Führungsgremium wird zu gleichen Anteilen von Vetretern der beiden Firmen besetzt. Das Gemeinschaftsunternehmen verfügt den Angaben zufolge über eine bislang aufgebaute Projektpipeline von 2,8 Gigawatt (GW).

Die beiden Partner wollen zunächst bis 2020 einen Marktanteil von rund 20 Prozent im europäischen Offshore-Windmarkt erobern. Hier ist Vestas bislang der unangefochtene Platzhirsch mit der deutschen Siemens als größter Konkurrentin. Weltweit drehen sich bislang fast nur über europäischen Gewässern – Offshore-Windrädern. Diese Projekte bergen große Umsetzungsschwierigkeiten, weil in viele Monaten des Jahres der Seegang zu rauh ist, um an solchen Anlagen zu arbeiten. Zudem führen die unwirtlichen Bedingungen auf See schnell dazu, dass Anlagen Schäden erleiden und ausfallen. Aufgrund dieser und vieler weiterer Herausforderungen ist es schwierig, solche Projekte zu finanzieren. In Frankreich haben sich daher gleich mehrere Versorger zu einem großen Konsortium zusammengeschlossen, um die Risiken auf mehrere Schultern zu verteilen. Durch die Verbindung mit Areva sichert sich Gamesa jetzt den Zugriff auf die in französischen Gewässern geplanten Offshore-Windparks. Hier hat Areva bereits den Zuschlag für ein erstes Großprojekt erhalten und ist auch bei weiteren Ausschreibungen der Favorit. Europaweit rechnen Experten bis 2020 mit der Installation von Offshore-Windrädern im Umfang von 20 GW.

Daneben soll sich das Gemeinschaftsunternehmen auch um Aufträge in Asien bemühen, wo bisher erst wenige Offshore-Windräder installiert wurden. Doch dort steigt die Nachfrage, nachdem die ersten Projekte in Europa zeigen, dass die Technik funktioniert.

Gamesa Corp. Tecnologica: ISIN ES0143416115 / WKN A0B5Z8
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