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Mit nachhaltigen Geldanlagen können Sie eine hohe ökologische oder soziale Wirkung erzielen. / Foto: Vestas

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Nachhaltige Geldanlage: So einfach investieren Sie grün!

Sie wollen Ihr Geld nach nachhaltigen Kriterien investieren und eine faire Rendite erzielen? Sie interessieren sich für grüne Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs? ECOreporter zeigt Ihnen, worauf Sie bei der nachhaltigen Geldanlage achten müssen.

Schauen Sie sich bitte einmal eine ganz normale Steckdose an. Wissen Sie, wie viel grünen Strom sie im Durchschnitt liefert? 2020 waren es bereits fast 50 Prozent! Vor gut 30 Jahren dagegen lieferten fast nur Atom- und Kohlekraftwerke den Strom. Dann begannen die ersten grünen Anlegerinnen und Anleger, Summen ab 500 D-Mark aufwärts in kleine Windkraftanlagen zu investieren. Echtes Risikokapital, echte nachhaltige Geldanlagen.

Ohne dieses Geld wäre die Windkraft nicht zum Erfolgsmodell geworden. Einige Jahre danach wiederholte sich das mit Solaranlagen. Noch etwas später waren Wind- und Solarenergie so ausgefeilt, dass milliardenschwere Investoren einstiegen.


Die ersten Windräder konnten nur mit dem Geld von nachhaltigen Anlegerinnen und Anlegern errichtet werden. / Foto: ABO Wind

Heute, in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels, fragen sich wieder hunderttausende Menschen, ob sie mit ihrem eigenen Lebensstil etwas zur Nachhaltigkeit beitragen können.

Auch mit der Geldanlage? Ja! Hier ist es sogar einfacher als in den meisten anderen Lebensbereichen. Denn über nachhaltige Geldanlage muss man nicht jeden Tag nachdenken, sondern in der Regel nur in größeren Zeitabständen – und das richtig angelegte Geld arbeitet trotzdem auch in der Zwischenzeit für Nachhaltigkeit.

Allerdings: Zuallererst sollte man sich zehn Minuten nehmen und über Grundsätzliches nachdenken. Welche Bank will ich, welche Art von nachhaltiger Geldanlage – und wozu überhaupt Geld anlegen? Notieren Sie auf einem Blatt einige Fragen an sich selbst. Wie viel Geld haben Sie und verdienen Sie? Wie viel Geld brauchen Sie monatlich, für sich, für die Ausbildung Ihrer Kinder, für Anschaffungen? Wie lange können Sie Erspartes weglegen?

Und dann: Was ist Ihnen wichtig? Rendite? Sicherheit? Klimaschutz? Soziales? Keine Investitionen in Waffen, in Unternehmen, die von Kinderarbeit profitieren? Eine gesetzliche Definition für Nachhaltigkeit existiert nicht. Nehmen Sie es also persönlich: Allein Ihre Werte und Ideen zählen! Was Sie für nachhaltig halten, ist das Richtige für Ihr Geld.

Wenn Sie Anregungen haben möchten, dann schauen Sie einmal in die ECOreporter Siegel-Kriterien. So, und wenn Sie jetzt Ihre Antworten haben, dann planen Sie: Bis wann wollen Sie wie viel Ihres Geldes nachhaltig anlegen? Sie müssen nicht alles auf einmal umschichten. Tappen Sie nicht in die beliebte deutsche Konsequenz-Falle: Ich kann ja doch nicht zu 100 Prozent ändern – also lasse ich alles beim Alten. Stattdessen gilt: Jeder umgeschichtete Euro hilft!

Welche Bank wähle ich?

Die Bank im Bistum Essen ist stark im Mikrofinanzsektor engagiert und hilft damit Menschen in Entwicklungsländern, sich aus der Armut herauszuarbeiten. Im Bild: ein BIB-Mitarbeiter (r.) im Gespräch mit Mikrokreditnehmern. / Foto: BIB

Viele fragen sich alles Erstes: Muss ich die Bank wechseln, wenn ich nachhaltig investieren will? Das können Sie natürlich tun. Eine Übersicht über aktuelle Gebühren und Konditionen grüner und ethischer Banken haben wir hier zusammengestellt. Einen Vergleich der Depotgebühren finden Sie hier. Beachten Sie: Ihre Bank arbeitet mit Ihrem Geld, finanziert damit beispielsweise Solarkredite.

Und eine nachhaltige Bank arbeitet auch mit Ihrem Guthaben auf dem Giro- oder Festgeldkonto nachhaltig. Ihre konventionelle Hausbank tut das vielleicht nicht. Möchten Sie jedoch aus persönlichen Gründen einfach bei der Filiale Ihrer Bank bleiben? Dann weisen Sie dort öfters darauf hin, dass Sie nachhaltig investieren möchten. Kleine Anstöße in die nachhaltige Richtung sind für konventionelle Banken wichtig.

Natürlich, bei nachhaltigen Banken erhalten Sie ausschließlich grüne, ethische Produkte. Aber solche nachhaltigen Geldanlagen bekommen Sie auch bei konventionellen Banken. Denn im Prinzip funktioniert jede Bank wie ein Lebensmittelmarkt: Sie können dort die Produkte kaufen, die von ganz verschiedenen Herstellern stammen. Der normale Supermarkt verkauft ja auch Bio-Lebensmittel.  

Sie müssen also nur selbst wissen, was Sie wollen, und Ihre konventionelle Bank entsprechend beauftragen. Dabei hilft Hartnäckigkeit, denn die Banken möchten Sie oft gerne zum Produkt des Monats bekehren. Wimmeln Sie das ab und bleiben Sie bei Ihrem Plan! Und um den umzusetzen, helfen Ihnen die folgenden Tipps.

Das Aktiendepot auf Nachhaltigkeit umpolen

Wie man unter den tausenden Aktien dieser Börsenwelt die nachhaltigen findet? ECOreporter hat selbst hunderte Aktien im Blick, die als nachhaltig gelten. Um es für Sie einfach zu machen, hat die Redaktion allerdings eine kleine Auswahl an Aktien zu ECOreporter-Favoriten gekürt. In drei Kategorien: Dividenden-Könige, also Konzerne – groß, eher hellgrün, stabil, mit möglichst sicheren Dividenden. Die Liste dieser 15 Aktien finden Sie hier.

Dann die Mittelklasse-Aktien: Schon eher Unternehmen, die man sich als grün vorstellt. Wieder 15 Werte  - zur Liste geht es hier. Und dann die Grünen Spezialwerte. Kleiner, grüner, ambitionierter. Aber auch riskanter. Wie Sie die drei Aktienarten gewichten sollten, erklären wir weiter unten in einem Musterdepot.


Kein Unternehmen stellt mehr Insulin her als Novo Nordisk. Der dänische Konzern gehört zu den ECOreporter-Aktien-Favoriten und ist für die Redaktion eine solide nachhaltige Geldanlage. / Foto: Novo Nordisk

Wenn Sie aber schon auf grüne Aktien spezialisiert sind oder mehr Auswahl haben möchten: Schauen Sie sich die ECOreporter-Übersichten zu folgenden Branchenaktien an:

Bitte bedenken Sie bei nachhaltigen Aktien: Sie beteiligen sich an einem Unternehmen. Kursschwankungen gehören dazu. Über die letzten Jahrzehnte sind Aktien dennoch die wohl lohnendste Anlageform gewesen. Auch in der Corona-Krise haben sich viele Aktien bislang gut bis sehr gut geschlagen.

Anleihen, Nachrangdarlehen und Ähnliches

Sie wollen direkt in Unternehmen investieren, die grünen Strom erzeugen, die Wind- und Solaranlagen bauen und die Energiewende vorantreiben? Dann haben wir bei den ECOanlagechecks für Sie Möglichkeiten aufgelistet. Das sind alles Finanzprodukte von Unternehmen, die kerngrün sind. Mehr Wirkung für Klimaschutz kann Geld kaum haben. Und die jährlichen Zinsen liegen oft bei vergleichsweise hohen 4 bis 5 Prozent. Beachten Sie aber bitte die Hinweise auf die teilweise langen Laufzeiten und die Risiken. Sie können manche grüne Anleihe auch an der Börse kaufen. Hier haben wir alle wichtigen Informationen zu 39 börsengehandelten nachhaltigen Anleihen zusammengestellt.

Den richtigen nachhaltigen Fonds finden

Mittlerweile sind hunderte nachhaltige Fonds in Deutschland zum Verkauf zugelassen. Nur wenige bekommen in den Fondstests von ECOreporter sehr gute Noten und werden zum ECOreporter-Fonds-Favoriten. Wenn Sie einen Fonds suchen, der zu Ihnen passt, schauen Sie bitte zunächst in die ECOfondstests. ECOreporter untersucht die Fonds bis in die letzten Winkel hinein, im Kampf gegen die Grünwäscher, die auch noch Kohleaktien als nachhaltig bezeichnen. Und die Renditen werden auch bewertet – Sie müssen nicht auf Gewinn verzichten. Wie die nachhaltigen Fonds finanziell laufen, erfahren Sie jeden Monat hier.

ETF: Geht´s auch nachhaltig?

Kerngrüne Aktien- und Mischfonds gibt es einige, bei den als nachhaltig bezeichneten ETFs sieht es deutlich trüber aus. Nur die wenigsten eignen sich für anspruchsvolle grüne Anlegerinnen und Anlegern, viele enthalten fast genauso viele Aktien von Ölmultis, Kohlekonzernen und Kreuzfahrtanbietern wie herkömmliche ETFs. ECOreporter testet regelmäßig ETFs, eine Auflistung haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Crowd-Investment

Start-ups finanzieren, durchaus riskant – aber innovativ und grün? So etwas findet man beim Crowd-Investment, meist geht es dabei um Nachrangdarlehen. ECOreporter stellt hier nachhaltige Crowd-Plattformen vor. ECOreporter-Einschätzungen zu aktuellen Crowd-Angeboten finden Sie hier.

Nachhaltige Geldanlage ganz konkret

Jetzt haben Sie einige Tipps und Ideen bekommen - schön und gut. Doch wie geht es nun weiter? Beispiele für konkrete Anlagekonzepte finden Sie hier und hier in zwei ECOreporter-Musterdepots, einer Art Schnittmuster für eine nachhaltige Geldanlage. Im echten Leben ist Anlageberatung natürlich wesentlich komplexer. Daher ersetzen solche Musterdepots weder Beratung noch intensive eigene Beschäftigung mit der Geldanlage. Aber sie bieten Anregung. Genauso wie die täglichen Meldungen und Analysen von ECOreporter.

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie geht es an den Finanzmärkten besonders unruhig zu - beachten Sie daher auch die Hinweise zum Anlegen in Krisenzeiten.

Nachhaltige Geldanlage: Was genau ist das eigentlich?

Nachhaltige Geldanlage berücksichtigt andere Aspekte als nur beispielsweise Rendite oder Sicherheit: Hier zählen auch soziale, ökologische, ethische und andere inhaltliche Kriterien. Für nachhaltige Geldanlage, ethische Investments, für grünes Geld oder wie auch immer man diese Art der Kapitalanlage nennt, gibt es aber keine gesetzliche Definition. Die EU arbeitet (Stand: April 2021) an einer solchen Festschreibung, aber das Ergebnis lässt noch auf sich warten. Und ob die Alltagssprache sich nach der EU-Definition richten wird, kann man noch nicht abschätzen.

Das Drei-Säulen-Modell für Nachhaltigkeit

Wenn man wissen will, das nachhaltige Geldanlage bedeutet, muss man zunächst erklären, was Nachhaltigkeit ist. Am einfachsten beschreibt man sie mit einem Drei-Säulen-Modell: Ökonomie, Ökologie und Soziales gehören zur Nachhaltigkeit. Wobei die Säule „Ökonomie“ die ökonomischen Grundlagen insgesamt meint, nicht nur die Rendite. Zu den Grundlagen der Ökonomie gehören Ressourcen, Rechtssysteme, Wirtschaftsweisen. Hinzu kommen Umwelt- und Sozialaspekte.

Aus drei Ecken werden vier

Kennen Sie das Anlagedreieck? Es hat die Eckpunkte Rendite, Sicherheit und Liquidität. Mit der nachhaltigen Geldanlage wird aus dem Anlagedreieck ein Anlageviereck. Eine gute Geldanlage berücksichtigt und balanciert alle diese vier Punkte.

Strenge Ansätze für nachhaltige Geldanlagen, beispielsweise bei manchen Nachhaltigkeitsfonds, lassen nur Investitionen zu, die hohe Umwelt- und Sozialstandards erfüllen. Solche Produkte werden vielfach auch als „dunkelgrüne Investments“ bezeichnet. Andere wenden bei der Auswahl nachhaltiger Unternehmenswerte recht durchlässige Filter an. Das sind dann eher hellgrüne Anlagen.

Nachhaltige Geldanlage ist wie eine Stimmabgabe bei der Wahl

Als Anlegerin oder Anleger können Sie mit nachhaltigem Investment bei Ihrer Geldanlage mehr als nur finanzielle Ziele zu verfolgen. Sie können ihr Kapital und ihre persönlichen Ziele und Wertvorstellungen unter einen Hut bekommen. Das ist eine Art Demokratisierung Ihrer Vermögensanlage, denn jeder Kauf eines Wertpapiers bedeutet bei der nachhaltigen Geldanlage eine Stimme für eine zukunftsfähige Welt. Soll Geld in Waffen oder in Kinderarbeit oder in Atomenergie fließen - oder in Erneuerbare Energie, klimaschützende Wirtschaft, soziale Unternehmen?

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