Hauptsitz des Rückversicherers in Hannover: Hannover Rück muss für 2018 die Verträge mit Kunden neu verhandeln. Das wirkt sich auch auf die Aktie aus. / Foto: Hannover Rück SE

11.09.17 Aktientipps , Aktien-Favoriten

Hannover Rück: Verträge laufen aus - was Anleger tun sollten

Zum Ende des Jahres laufen die Versicherungsverträge zwischen dem Rückversicherer Hannover Rück und seinen Kunden aus. Denn Bestandskunden kündigen zum Jahresende ihre Verträge mit dem Versicherer, um im neuen Jahr bessere Konditionen auszuhandeln. Ein intensiver Wettbewerb auf dem Markt der Rückversicherungen drückt die Prämien, wovon die Kunden profitieren. 

Kann Hannover Rück seine Kunden weiter an sich binden und so die Einnahmen konstant halten? Kann der Rückversicherer sie sogar erhöhen? Welche Auswirkungen haben die gekündigten Verträge auf den Aktienkurs?

Hohe Prämien beim Rückversicherer

Um sich vor hohen Kosten durch Schäden beispielsweise bei Naturkatastrophen abzusichern, schließen Kunden eine Versicherung ab. Im Schadensfall erstattet die Versicherung ihnen die entstandenen Kosten.

Aber auch die Versicherer selbst müssen sich gegen mögliche hohe Kosten absichern, die ihnen im Schadensfall entstehen. Sie schließen deshalb eine Rückversicherung bei einem großen Rückversicherer ab. Die Prämien dafür sind in der Regel hoch. Um sie möglichst gering zu halten, werden die Verträge von den Versicherern jedes Jahr neu verhandelt. Daher kündigen sie diese zum Ende des Jahres beim Rückversicherer.  

Zahl der Verträge und Preise sollen stabil bleiben

Rückversicherer Hannover Rück ist für das neue Jahr positiv gestimmt und geht von einer stabilen Zahl neuer Verträge zum Anfang des Jahres 2018 aus. Das Marktumfeld sei zwar "herausfordernd". Es zeige jedoch auch wenig Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr 2016, teilte der Konzern aus Hannover mit. In bestimmten Regionen Asiens und Nordamerikas bleibe das Marktumfeld gut. 

Für die Neuverhandlung der Verträge zum 1. Januar 2018 erwartet Hannover Rück trotz des intensiven Wettbewerbs im Bereich Rückversicherung stabile Preise und Konditionen. Insbesondere gilt dies für Nordamerika. Aufgrund von Naturkatastrophen wie Hurrikan Harvey rechnet die Konzernführung mit einer vermehrten Nachfrage nach Flutversicherungen.

"Es ist sehr wichtig, die anstehenden Preisverhandlungen besonnen anzugehen. Prämienziele über ein zu niedriges Preisniveau zu stellen, wäre in Anbetracht der Gesamtlage nicht das richtige Zeichen", sagte Hannover Rücks Vorstandschef Ulrich Wallin während einer Pressekonferenz in Monte Carlo.

Neu-Verträge bei Cyber-Angriffen und Landwirtschaft

Neben der traditionellen Schaden-Rückversicherung sei die Nachfrage vor allem im Bereich der Absicherung gegen Cyber-Angriffe gut. Auch im Geschäft für landwirtschaftliche Versicherungen sieht Hannover Rück eine zunehmende Nachfrage: Der Bedarf an Agrarrohstoffen und Nahrungsmitteln steige an. Die Zunahme von extremen Wetterereignissen führten insbesondere in den Entwicklungsländern zu einer höheren Nachfrage nach Versicherungslösungen.

Aktie von Hannover Rück legt um fast 5 Prozent zu

Nach Bekanntgabe der Unternehmensmeldung legte die Hannover-Rück-Aktie um 4,8 Prozent zu. Aktuell notiert sie im deutschen Xetra-Handel bei 101,25 Euro (Stand: 12:30 Uhr, 11. September 2017). Die Nachricht kommt also gut bei Investoren an. 

Fazit: Anteile aufstocken oder zumindest halten

Im letzten Aktientipp haben wir empfohlen, die Aktie in Schwächephasen (nach-)zukaufen und die attraktive Dividende zu kassieren (unsere Empfehlung können Sie hier noch einmal nachlesen). Auch die erneute Zahlung einer Sonderdividende für 2017 wurde in Aussicht gestellt. Dies wäre die dritte Sonderdividende in Folge: Sie soll mindestens 1,50 Euro je Anteilsschein betragen. Die Aktie bietet aktuell eine Dividendenrendite von fast 5,3 Prozent.

Hannover Rück ist sehr gut im Markt um Rückversicherungen positioniert (mehr dazu im Unternehmensportrait). Zudem stehen die Aussichten für ein stabiles Neugeschäft Anfang 2018 gut, so dass das Unternehmen wieder viele Prämien-Einnahmen verbuchen sollte.

Der Konzern schafft es Jahr für Jahr, seine Bestandskunden an neue Verträge zu binden. Ein attraktives Marktumfeld vor allem in Nordamerika und Asien dürfte dem Rückversicherer sogar neue Kunden bescherenn. Das beflügelt den Aktienkurs und freut die Aktionäre.

In der Zwischenzeit zahlt der Konzern eine Dividende um 5 Euro je Aktie. Für das Geschäftsjahr 2017 soll eine Dividende von 5,12 Euro gezahlt werden. Die Ausschüttung erfolgt jeweils Anfang Mai.

Dennoch sollten Aktionäre die Risiken nicht ausblenden. Anhaltende Naturkatastrophen können die Bilanz des Konzerns verhageln. Und sollten Anfang 2018 weniger Neuverträge in den Büchern stehen als noch Anfang 2017, drückt das auf den Aktienkurs. Sinkende Kurse wären die Folge.

ECOreporter.de hält dennoch an der Empfehlung fest und rät Anlegern und Neu-Einsteigern, ihre Position aufzustocken oder eine kleine Position aufzubauen.

Hannover Rück ist eine  ECOreporter-Favoriten-Aktie (Link entfernt) aus der Reihe  Mittelklasse-Aktien. (Link entfernt) 

Hannover Rück SE: ISIN DE0008402215 / WKN 840221
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