SolarWorld kann unter Gläubigerschutz weiter Soalrtechnik produzieren. / Foto: SolarWorld AG

15.05.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Hoffnungsschimmer für insolvente SolarWorld AG

Bei der SolarWorld AG hat der vorläufige Insolvenzverwalter das Ruder übernommen. Er will in Deutschland die Produktion weiterlaufen lassen. Die US-Tochter von SolarWorld ist nicht insolvent. Das könnte dem Bonner Solarkonzern das Überleben sichern.

Das Amtsgericht Bonn hat den Rechtsanwalt Horst Piepenburg von der Kanzlei Piepenburg-Gerling zum vorläufigen Insolvenzverwalter der SolarWorld AG sowie deren deutscher Tochtergesellschaften bestellt, das sind die SolarWorld Industries Sachsen GmbH, SolarWorld Industries Thüringen GmbH, SolarWorld Industries Deutschland GmbH und die SolarWorld Innovations GmbH. Diese Unternehmen hatten in der vergangenen Woche wegen Überschuldung Gläubigerschutz beantragt (wir haben darüber berichtet).

Piepenburg will nun den Geschäftsbetrieb "so reibungslos wie möglich" aufrechterhalten und sich darum kümmern, dass Löhne und Gehälter für die Monate Mai bis Juli 2017 sichergestellt werden. Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der SolarWorld AG, teilte dazu mit: "Wir werden dem vorläufigen Insolvenzverwalter gründlich und zügig zuarbeiten und tatkräftig unterstützen."

Die Konzerntochter SolarWorld Americas Inc. hat bislang keinen Gläubigerschutz beantragt und hat dies auch nicht vor. Dies betonte deren Chef Jürgen Stein laut einem US-Medienbericht. SolarWorld Americas betreibt eine Solarproduktion in Hillsboro im Bundesstaat Oregon und ist in den Vereinigten Staaten der größte Hersteller von herkömmlichen Solarmodulen für diesen Markt.

Der Mutterkonzern hatte laut der Jahresbilanz 2016 zuletzt etwas mehr als die Hälfte des Umsatzes im boomenden US-Solarmarkt erwirtschaftet. Der Fortbestand von SolarWorld Americas Inc. kann entscheidend dafür sein, dass der Mutterkonzern das Insolvenzverfahren mit Erfolg durchläuft. In den USA stützen Steuernachlässe für Investitionen in Photovoltaik-Projekte die Nachfrage für Solarmodule. Strafzölle auf Solarimporte aus China stärken zudem Produzenten mit Sitz in den USA im Wettbewerb mit den großen Herstellern aus der Volksrepublik.

SolarWorld AG: ISIN DE000A1YCMM2 / WKN A1YCMM
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x