Die Solarmodulfertigung in Europa will die insolvente Centrosolar Group hinter sich lassen. Stattdessen soll der Fokus auf das Geschäft in den USA gerichtet werden. Bildquelle: Unternehmen

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Insolvenzplan: Gehen Centrosolar-Aktionäre leer aus?

Die insolvente Centrosolar Group AG aus München will ihr Heil im US-Geschäft suchen. So sieht es ein vorläufiger Insolvenzplan vor, dessen Eckpunkte nun vom Gläubigerausschuss abgenickt wurden. Demnach soll der strategische Fokus des Unternehmens künftig auf die US-Beteiligung Centrosolar Inc. in Scottsdale, Arizona, gelegt werden. Um das Photovoltaikunternehmen komplett zu entschulden, sieht der Plan zudem vor, alle Aktien auf die nicht nachrangigen Gläubiger zu übertragen. Die Altaktionäre sollen ebenso wie die Gläubiger eines Nachrangdarlehens entschädigungslos ausscheiden.

Weiteres Geld zur Befriedigung der Ansprüche der nicht nachrangigen Gläubiger soll der Verkauf der beiden nicht insolventen Unternehmenssparten Renusol GmbH und Centrosolar Grundstücksverwaltungs-GmbH bringen. Sollte dies nicht gelingen, hält sich die Centrosolar AG offen, diese Unternehmen weiterzuführen. Die beiden insolventen Sparten aus Hamburg und Wismar, die bisher Produktion und Vertrieb von Solarmodulen in Europa verantworteten, durchlaufen eigene Insolvenzverfahren (ECOreporter.de  berichtete). Nun stellte die Führung der Centrosolar Grup AG klar, dass beide künftig nicht mehr zu der Gruppe gehören sollen.

Aktien für Anleihe-Gläubiger und Schuldenerlass

Jeder nicht-nachrangige Gläubiger soll für je 132,67 Euro Forderung eine Aktie bekommen. Centrosolar hatte 2011 eine Anleihe im Gesamtwert von 50 Millionen Euro ausgegeben. Die komplette Rückzahlung wäre 2016 fällig gewesen. Die Anleihe-Gläubiger, sollen laut dem aktuellen Eckpunktepapier pro Anleihe (Nominalwert 1.000 Euro) acht Aktien bekommen. Im Gegenzug sollen die Gläubiger der Centrosolar Group die übrigen Schulden erlassen. Bei der Übertragung sei der aktuelle Aktienkurs unerheblich, weil die Altaktionäre nicht entschädigt werden sollen. In einem weiteren Schritt will Centrosolar neue Aktien ausgeben, um das Kapital zu erhöhen. Auch diese Aktien sollen zunächst den nicht nachrangigen Gläubigern angeboten werden. Erst wenn dieses Bezugsrecht nicht vollständig ausgenutzt wird, sollen auch Altaktionäre die Gelegenheit bekommen, ihren Wertverlust auf diese Weise zum Teil zu kompensieren.

Zudem sieht der Plan vor, das Unternehmen deutlich zu verschlanken, um Kosten zu sparen. In diesem Zusammenhang sei auch der Segmentwechsel an der Börse in den Freiverkehr vorgesehen. Als nächstes sollen die Anleihe-Gläubiger dem Plan zustimmen. Dazu ist für den 18. März eine Versammlung terminiert.

Centrosolar Group AG: ISIN DE000A1TNS13 / WKN: A1TNS1
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