In Deutschland fristen Kleinwindkraftanlagen bisher ein Nischendasein. Im Bild: Der Aufbau einer Kleinwindkraftturbine der Inensus GmbH/West Africa S.A.R.L.. Das Emissionshaus Steiner + Company will das Segment Kleinwindkraft nun für Privatanleger erschließen.

24.02.14 Anleihen / AIF

Kleinwindkraft in Italien – ein lukratives Investment?

Hierzulande fristen Kleinwindkraftanlagen ein Nischendasein: Sie gelten als Tummelplatz für Idealisten und Tüftler, nicht aber als lukratives Investmentziel. Ein Trugschluss? Das Hamburger Emissionshaus Steiner + Company hat ein Beteiligungsangebot gestartet. Die Anleger investieren direkt in Windräder mit 60 KW Leistungskapazität. 5,44 Prozent jährliche feste Zinsen soll die Geldanlage abwerfen. Eine Besonderheit: Angelegt wird in Süditalien. Dort wird der Strom aus Kleinwindkraftanlagen besonders hoch vergütet. Aber süditalienische Windkraftprojekte gerieten in wegen Verwicklungen mit der Mafia die Schlagzeilen. Wie funktioniert Wind Direkt von Steiner + Company? Und wie will das Emissionshaus die Windräder vor dem Missbrauch durch Kriminelle schützen?


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„Rein rechnerisch ist ein Kleinwindrad mit 30 Metern Nabenhöhe, 24 Meter Rotor und 60 kW Leistungskapazität dazu in der Lage, den jährlichen Strombedarf von 60 bis70 Haushalten decken“, sagt Holger Künne, Vertriebsleiter des Emissionshauses Steiner + Company. Genau solche getriebelosen Windräder des Mailänder Herstellers Sorel will Steiner + Company für das neue Beteiligungsangebot Wind Direkt im großen Stil in Kalabrien und auf Sardinien aufstellen und betreiben. „Dazu haben wir uns 180 Grundstücke gesichert, auf denen jeweils eine Windkraftanlage aufgestellt werden kann. Die Grundstücke wurden mit dem italienischen Oberflächenrecht gesichert. Dieses ist dem deutschen Pachtvertrag ähnlich, hat aber eine rechtlich stärkere Wirkung. Die Verträge haben jeweils eine Laufzeit von 20 Jahren mit zwei mal fünf jähriger Verlängerungsoption“, erklärt Holger Künne. Lukrativ soll der Betrieb dieser kleinen Windräder aus zwei Gründen werden: Zum einen können sie in Italien bisher ohne besondere Genehmigung aufgestellt werden. Zum anderen wird der Strom aus Windrädern dieser Größenordnung staatlich garantiert 20 Jahre lang fest mit 26,3 Cent pro Kilowattstunde vergütet. Für den Strom aus Anlagen, die 2015 in Betrieb gehen, werden 25,7 Cent pro Kilowattstunde feste Einspeisevergütung gezahlt. Zum Vergleich: Der Strom aus einer neuen Windkraftanlage, die 2014 ans deutsche Stromnetz angeschlossen wird, wird mit 8,66 Cent je Kilowattstunde vergütet. Das gilt sowohl für die herkömmlichen Großanlagen als auch Kleinwindräder mit 50 kW Leistungskapazität. Allerdings steht das deutsche Erneuerbare-Energie-Gesetz vor einer Reform, die speziell bei der Windkraft Einschnitte vorsieht (mehr dazu lesen Sie  hier).


Wie funktioniert Wind Direkt von Steiner + Company?


Anleger, die für die Mindestlaufzeit von vier Jahren bei dem Italien-Investment Wind Direkt von Steiner + Company einsteigen, sollen jährlich 7,25 Prozent vor Kapitalertragssteuer feste Zinsen erhalten. Das bedeutet im Regelfall dass, die Anleger rund 5,44 Prozent Zinsen nach der Steuer erhalten. Wie funktioniert das Angebot? Erwirtschaftet werden sollen die festen Zinsen aus den Stromerträgen der Kleinwindräder. Steiner + Company-Vertriebsleiter Holger Künne: „Wind Direkt ist ein reines Eigenkapitalinvestment. Das bedeutet, Banken sind als Kreditgeber nicht involviert. Da wir ohne Fremdkapital arbeiten, haben wir aus dem Stromertrag immer positive Einnahmen.“ Allerdings gibt es auch keine zusätzliche Kontrolle durch eine Bank, die sich das das Projekt kritisch anschaut, bevor sie einen Kredit vergibt. Steiner + Company stützt sich bei der Kalkulation einerseits auf die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung in Italien und andererseits auf Windgutachten: „Nach den vorliegenden Gutachten kann für Sardinien und Kalabrien mit 3.500 bis 3.900 Betriebsstunden im Jahr gerechnet werden“, sagt Holger Künne. „Vorsichtigerweise berücksichtigen wir als Kalkulationsbasis 3.500 Betriebsstunden. Selbst dieser Wert könnte noch um rund 25 Prozent unterschritten werden, um aus dem Stromertrag die volle Zahlung sicherzustellen“, erklärt der Vertriebsleiter.

Wer hier investiert, schließe direkt einen Kauf- Miet- und Rückkaufvertrag für sein Investment in die Kleinwindräder ab, erläutert der Vertriebsleiter. „Der Kaufpreis sowie der Rückkaufspreis nach vier Jahren und die Mietzahlung stehen von vornherein fest. Die Laufzeit ist im ersten Schritt auf vier Jahre begrenzt. Das heißt zugleich, dass die Anleger ihr Geld für diesen Zeitraum fest anlegen. Allerdings planen wir die Möglichkeit für eine Verlängerungsoption ein. Ein entsprechendes Angebot wird frühzeitig vor Ablauf unterbreitet“, erläutert Holger Künne. Die Anleger investieren direkt in die Windräder und nicht in die Flächen auf denen diese stehen. „Anleger können sich ab 20.750 Euro an einer getriebelosen Kleinwindkraftanlage beteiligen. Wer ein ganzes Kleinwindrad als Direktinvestment kaufen möchte, kann dies für 415.000 Euro erwerben“, fährt Holger Künne fort. „Mit dem Kauf erfolgt direkt eine Vermietung der Anlagen an die italienische Projektgesellschaft, die die gesamte Abwicklung vor Ort übernimmt“, so der Vertriebsleiter. Zins- beziehungsweise Mieterträge sollen vierteljährlich an die Anleger ausgezahlt werden.

Für ausländische Investoren ist Italien kein leichtes Pflaster. Wer sich erfolgreich am Markt bewegen will, braucht Kontakte in die einheimische Wirtschaft. Bei der Konzeption von Wind Direkt, sei dies berücksichtigt worden, betont Holger Künne: „Wir setzen stark auf einheimische und langjährig  vernetzte Partner. Nicht nur der Anlagenhersteller Sorel kommt aus Mailand, auch die Projektgesellschaft und der Generalunternehmer, die Graf AG aus Bozen, sind einheimische Unternehmen. Die Graf AG übernimmt neben dem Bau auch die laufende technische Betreuung.“

Die Mafia ein Risiko? - „Beteiligungsstruktur schützt vor Missbrauch durch Kriminelle“
Von Süditalien geht überdies eine weitere Gefahr aus, die Erneuerbare-Energie-Anleger jüngst vor Investments zurückschrecken ließ: Die Mafia sorgte immer wieder auch international für Schlagzeilen, weil einzelne Clans Windparks zur Geldwäsche missbraucht haben sollen. Von einem solchen Fall aus dem Jahr 2013 war neben der HSH Nordbank als Windkraftfinanzierer auch der Windradhersteller Enercon betroffen. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen den Bauherren eines süditalienischen Windparks wegen des Verdachts der Geldwäsche. Weil die Bank das Projekt mit 48 Windrädern finanziert hatte und Enercon als Technologielieferant tätig gewesen war, hatte es in beiden Unternehmen Hausdurchsuchungen gegeben. Das berichtete unter anderem die „Welt“. Die Ermittlungen richteten sich den Medienberichten zufolge ausdrücklich weder gegen die HSH Nordbank noch gegen Enercon.

Kann die Mafia auf die Kleinwindkraftanlagen von „Wind Direkt“ Zugriff bekommen? Steiner + Company sagt: Das Beteiligungsangebot Wind Direkt sei klar strukturiert, die Anlagen gehörten den Anlegern zu 100 Prozent. Es gebe keine dritte Partei in der Eigentümerstruktur. Innerhalb dieser Struktur sei somit sichergestellt, dass Dritte die Projekte für nicht kriminelle Zwecke  missbrauchten, so Vertriebsleiter Holger Künne. Er betont: „Alle Zahlungsströme wie Kaufpreise und Mietzahlung sind bekannt, für den Betrieb haben wir einen Rund-um-die-Uhr-Vollwartungsservice und eine Allgefahrenversicherung.“

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