Anlieferung einer Gondel für eine Windkraftanlage der Energiekontor AG. Das Unternehmen betreibt in Deutschland und Europa 33 Windparks mit einer Gesamtkapazität von 269 Megawatt (MW). Nach einem Gewinnsprung in 2015 ist es weiter auf Wachstumskurs. Auch für die Windaktie ging es zuletzt stark aufwärts. / Foto: Unternehmen

27.04.16 Aktientipps

Kurssprung der Energiekontor-Aktie nach ECOreporter-Tipp

Seit ECOreporter.de im Dezember 2015 die Aktie der Energiekontor AG in einem  Aktientipp zum Kauf empfahl, hat die Windaktie stark an Wert gewonnen. Sie notiert heute um 10 Uhr im Xetra mit 15,74 Euro um rund 25 Prozent höher als damals. Ein Analyst rechnet mit weiteren Kurszuwächsen.

Das Unternehmen aus Bremen setzt seit über 20 Jahren in Deutschland, Großbritannien und Portugal vor allem Windparks um, die es selbst betreibt oder an Investoren verkauft. In 2015 liefen die Geschäfte sehr gut. Nach Einschätzung von Dr. Karsten von Blumenthal, Analyst von First Berlin Equity Research, befindet sich die Energiekontor AG auch 2016 auf klarem Wachstumskurs. Er nennt als Kursziel für die kommenden zwölf Monate 17,90 Euro und empfiehlt, die Beteiligung auszubauen.

Die Energiekontor AG hatte vor rund zwei Wochen bekannt gegeben, dass sie im Geschäftsjahr 2015 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 25 Prozent auf rund 191 Millionen Euro verbessert hat und das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um rund 22 Prozent auf 49,7 Millionen Euro. An Einnahmen aus dem Stromverkauf Daran will das Management die Aktionäre beteiligen und der Hauptversammlung empfehlen, die Dividende um ein Drittel auf 0,80 Euro je Aktie zu erhöhen. Für 2016 kündigte der Energiekontor-Vorstand an, zumindest das Ergebnis von 2015 zu erreichen. Auch will der Vorstand das Unternehmen breiter aufstellen und das bislang geringe Solargeschäft ausbauen sowie neue Märkte wie die Niederlande und Frankreich anvisieren.

Gut vorbereitet auf neue Unsicherheit im deutschen Windmarkt

Dr. Karsten von Blumenthal interpretiert die zuversichtliche Prognose so, dass die Energiekontor AG offenbar gut darauf vorbereitet ist, „die immer herausfordernden regulativen Rahmenbedingungen zu meistern“. Er spielt damit darauf an, dass die Bundesregierung das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im laufenden Jahr abermals reformieren will. Dieses schreibt bislang feste Abnahmetarife für Strom aus Windparks vor, die neu ans Netz kommen. Ab 2017 will die Bundesregierung diese Tarife über Ausschreibungen ermitteln und zugleich enge Grenzen ziehen für die Ausbaumenge. Details dazu stehen aber immer noch nicht fest, obwohl das Bundeswirtschaftsministerium die EEG-Novelle noch vor der Sommerpause durch den Bundestag und Bundesrat bringen will (wir haben über die Pläne  berichtet). Für Windkraftprojektierer wie Energiekontor bedeutet das, dass sie im wichtigen Heimatmarkt Deutschland die Einnahmen aus künftigen Projekten schwerer kalkulieren können.

Von Blumenthal weist darauf hin, dass Energiekontor bereits über Erfahrungen mit dem Auktionsmodell verfügt, das die Bundesregierung nun auch auf die Windkraft anwenden will. Denn seit 2015 gibt es solche Ausschreibungen bereits für neue Freiflächen-Solarparks in Deutschland. Bei einer der drei Auktionen in 2015 kam Energiekontor mit ihrem Angebot Solarparks Nardensee zum Zug. Der Experte von First Berlin Equity Research geht davon aus, dass die Bremer dieses Photovoltaikprojekt im Sommer 2016 in Betrieb nehmen können und auch an den Solarauktionen in 2016 teilnehmen werden. Der andere wichtige Markt für Energiekontor ist Großbritannien. Auch dort verschlechtern sich nun die Förderbedingungen für Windkraft. Aber von Blumenthal betont, dass Energiekontor dort Windkraftprojekte in sehr windstarken Regionen plant und daher gute Aussichten hat, den Strom über Abnahmeverträge zu guten Preisen direkt verkaufen zu können.

Aussicht auf weiter hohe Gewinnmarge

Eine wesentliche Grundlage für das weitere Wachstum von Energiekontor ist laut dem Analysten der stabile Mittelzufluss aus den Ökostromkraftwerken, die das Unternehmen betreibt. Energiekontor sammelt zudem seit Jahren mit Erfolg über Anleihen Investitionskapital von Anlegern ein (lesen Sie dazu unseren  ECOanlagecheck vom Januar 2016, in dem wir die StufenzinsAnleihe IX analysieren). Von Blumenthal lobt zudem die starke Projektpipeline von Energiekontor und geht davon aus, dass das Unternehmen in 2016 und in den kommenden Jahren das EBIT über 50 Millionen Euro halten kann. Die EBIT-Marge sieht er stabil bei rund 25 Prozent nach 23,6 Prozent in 2015. Ihm zufolge hat Energiekontor 2015 Windparkprojekte mit hoher Marge in Betrieb genommen und kann davon nun profitieren.


Energiekontor AG: ISIN DE0005313506 / WKN 531350
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