Drahtsägen von Meyer Burger Technology AG zum Zerteilen von Solarwafern: Der Solarausrüster kriselt seit Jahren, zwei Großaufträge machen nun Hoffnung auf eine Trendwende. / Foto: Unternehmen

31.05.17 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Meldungen

Kurssprung der Solar-Aktie Meyer Burger Technology AG

Die Solar-Aktie Meyer Burger Technology AG ist stark in den Börsentag gestartet. Sie wird vor allem an der Swiss Exchange gehandelt, der größten Schweizer Börse. Dort stieg der Aktienkurs des Solarausrüsters am heutigen Mittwoch bis 10 Uhr um fast 4 Prozent auf 1,07 Schweizer Franken (CHF). Die Solar-Aktie übersprang damit erstmals seit Oktober 2016 wieder die Marke von einem CHF.

Die Nachricht über einen großen Vertriebserfolg von Meyer Burger in Asien hat diesen Kursprung ausgelöst. Wie das Unternehmen aus Thun in der Schweiz mitteilte, orderten zwei asiatische Kunden für die Upgrade-Zelltechnologie von Meyer Burger für rund 80 Millionen CHF. Zum Vergleich: Das Volumen dieser beiden Aufträge entspricht fast einem Drittel des gesamten Auftragsbestandes von 244,5 Millionen CHF, den der Solarausrüster Ende 2016 aufgewiesen hatte.

Die Namen der beiden Kunden aus Asien gab Meyer Burger wie üblich nicht bekannt. Der Solarausrüster teilte dazu lediglich mit, bei den beiden Aufträgen handele es sich um die zweite Teilbestellung aus bestehenden Rahmenverträgen. Mit diesen zweiten Bestellungen hätten die beiden Kunden Equipment für insgesamt rund 120 Millionen CHF bestellt. Die Auslieferung und Inbetriebnahme des Equipments kündigten die Schweizer für die zweite Jahreshälfte von 2017 an.

Die Solar-Aktie trägt weiterhin hohe Kurs-Risiken

Die Aktie des Solarausrüsters notiert an der Swiss Exchange jetzt nur noch 2 Prozent unter dem Vorjahreskurs. In den letzten Monaten hat sie sich deutlich erholt. Wir raten jedoch weiterhin von dem Investment in die Solar-Aktie ab. Zu groß sind weiterhin die Risiken eines erneuten Kursrückschlages.

Meyer Burger hängt davon ab, wie sich die Geschäfte von Solarherstellern entwickeln, und das kann man derzeit kaum einschätzen. Es besteht ein Überangebot im weltweiten Markt für Solartechnik, das 2016 zu starken Preiseinbrüchen geführt hat. Viele Solarhersteller haben 2016 insgesamt schlechte Geschäfte gemacht und 2017 könnte erneut für sie schwierig werden.

Die weitere Entwicklung in den zwei größten Solarmärkten China und USA ist überaus unsicher, in beiden drohen Nachfrageeinbrüche. Das wäre für Solarhersteller eine verheerende Entwicklung. Sinkende Einnahmen erschweren es Solarkonzernen aber, in Produktionstechnik zu investieren, wie Meyer Burger sie anbietet. Zumal manche von ihnen sehr hoch verschuldet sind.

Auf den ersten Blick ist es natürlich eine gute Nachricht, dass die Schweizer zwei derart große Aufträge erhalten haben. Damit steigen die Chancen, dass der Solarausrüster bald wieder profitabel wirtschaftet. Auch den zweiten Blick verdeutlicht das enorme Volumen der beiden Bestellungen jedoch auch, dass Meyer Burger stark von wenigen Großkunden abhängt. Wenn einer von diesen in eine Krise abrutscht, was angesichts der Unwucht im globalen Solarmarkt sehr schnell geschehen kann, dürfte sich die eingeleitete Erholung von Meyer Burger ebenso schnell in Luft auflösen.

Wir empfehlen Anleger deshalb nach wie vor, die weitere Entwicklung abzuwarten und nicht in die Aktie von Meyer Burger zu investieren. Es wird mindestens noch einige Monate dauern, bis man die weitere Entwicklung im Solarmarkt und damit auch die Aussichten von Meyer Burger auf eine nachhaltige Verbesserung der Geschäfte einschätzen kann.

Meyer Burger Technology AG:  ISIN CH0108503795 / WKN A0YJZX
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