Nachhaltige Immobilie eines Wölbern-Fonds. / Quelle: Unternehmen

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„Liquiditätslücke!“ - Was ist los bei den nachhaltigen Wölbern- Immobilienfonds?

Die Insolvenz der Hamburger Wölbern Invest hat den Markt der geschlossenen Green Building-Fonds erschüttert. Dabei galten solche nachhaltigen geschlossenen Immoblienfonds als aussichtsreiche Geldanlage. Der langjährige Wölbern-Chef Heinrich Maria Schulte muss sich mittlerweile vor Gericht verantworten. Die nachhaltigen Wölbern-Fonds werden inzwischen von Paribus Capital verwaltet. ECOreporter.de hat Thomas Böcher, Geschäftsführer der Paribus Fondsdienstleistung Gmbh, zur Situation dieser Fonds befragt. Diese erscheint beunruhigend.

ECOreporter: Paribus Capital hat 23 Immobilienfonds von Wölbern übernommen. Wie viele davon sind GreenBuilding-Fonds?

Thomas Böcher: Die Paribus-Gruppe betreut im Assetmanagement aktuell 26 Wölbern-Immobilienfonds. Hiervon sind fünf Fonds Green Buildings: Holland 52, Holland 69, Holland 70, Holland 72 und Deutschland 05.

ECOreporter: Sie haben bekannt gegeben, dass einzelne Fonds aufgrund von fehlendem Kapital in wirtschaftlicher Schieflage übernommen wurden. Einzelne Insolvenzen seien nicht auszuschließen. Inwiefern trifft dies auf GreenBuilding-Fonds zu?

Thomas Böcher: Von den genannten Green Buildings kämpft derzeit ein Fonds ums Überleben, dies ist ein Ergebnis der von der ehemaligen Wölbern Invest KG abgeschlossenen Finanzierung, die an die Platzierung des Fonds gekoppelt war.

ECOreporter: Inwiefern haben die Anleger der Wölbern-Immobilienfonds, die Paribus managt, bisher Ausschüttungen erhalten Inwiefern trifft dies speziell auf die GreenBuilding-Fonds zu?

Thomas Böcher: Wie bereits ausgeführt, ist die Liquiditätslage der einzelnen Fonds aufgrund der unrechtmäßigen Entnahmen stark beschädigt worden. Alle Fonds verfügten per Ende 2013 über keinerlei Liquiditätsreserve. Die Anleger werden rechtzeitig darüber informiert, ob ihr Fonds Auszahlungen leisten kann. Aus Gründen der kaufmännischen Vorsicht haben wir entschieden, bei einem Großteil der Fonds die Auszahlungen bis zu einer Stabilisierung auszusetzen. Die Anleger werden bzw. wurden über das weitere Vorgehen in Form von Gesellschafterinformationen benachrichtigt.

ECOreporter: Inwiefern fehlt den Wölbern-GreenBuilding-Fonds Kapital und welche Maßnahmen können Sie dagegen ergreifen?

Thomas Böcher: Bei den von uns geführten Fonds ergibt sich eine Liquiditätslücke von rund 108 Millionen Euro. Hiervon sind auch die erwähnten Fonds mit Green Buildings betroffen. Nach Aussage des Insolvenzverwalters der Wölbern-Gruppe ist nach jetzigem Stand davon auszugehen, dass die mutmaßlich veruntreuten Gelder uneinbringlich sein werden. Ein Fortschritt diesbezüglich ist den aktuellen Medienberichten zum Prozesshergang gegen Herrn Prof. Dr. Heinrich Maria Schulte zu entnehmen.

ECOreporter: Welcher der Fonds mit Green Buildings kämpfen ums Überleben?

Thomas Böcher: Weitere Konkretisierungen können wir derzeit nicht vornehmen. Wir möchten aber noch einmal darauf hinweisen, dass nicht die Konzeptform des Green Buildings maßgeblich für eine etwaige instabile Situation der Fonds ist.

ECOreporter: Herr Böcher, haben Sie vielen Dank für das Gespräch!
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