Die MIFA AG gilt als absatzstärkster Fahrradhersteller Deutschlands. Im Bild: Ein Citybike aus dem MIFA-Sortiment. / Quelle: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Millionen-Bürgschaft für Fahrradhersteller MIFA beschlossen

Um die ins Straucheln geratene Mitteldeutsche Fahrradwerke AG (MIFA) zu stützen, hat der Landkreis Mansfeld-Südharz am Wochenende ein Maßnahmenpaket beschlossen. Neben möglichen Aktienkäufen entschieden die Politiker, dem Fahrradhersteller aus Sangershausen eine Bürgschaft in Höhe von fünf Millionen Euro zu gewähren.

Das geht aus übereinstimmenden Medienberichten hervor. Demzufolge lotet derzeit der MIFA-Aufsichtsrat, dem auch Sangershausens Oberbürgermeister Ralf Poschmann angehört, Finanzierungsmöglichkeiten aus. Nach Angaben des Landkreises handelt es sich bei dem Maßnahmenpaket um Vorratsbeschlüsse, die im Notfall umgesetzt werden können.  

Die MIFA-Aktie erhielt durch diese Meldung Rückenwind. Ihr Kurs kletterte heute bis 10:06 Uhr um 4,2 Prozent auf 3,35 Euro. Damit  ist sie 51,5 Prozent billiger als vor einem Monat und 55,2 Prozent unter ihrem Wert vor einem Jahr.

Abgestürzt war die MIFA-Aktie Mitte März 2014, als öffentlich wurde, dass die Finanzlage des Unternehmens deutlich angespannter ist als zuvor angegeben.  Der Fahrradhersteller erklärte dies mit Fehlern in der Buchhaltung. Diese führten dazu, dass MIFA die Prognosen kappte, die Bilanz für 2013 verschob  und 15 Millionen Euro Jahresverlust für das zurückliegende Geschäftsjahr in Aussicht stelle (ECOreporter.de. berichtete). Je nachdem wie groß der Fehlbetrag ist, den MIFA ja noch nicht offiziell festegstellt hat, könnten Investoren der Anleihe aus 2013 möglicherweise von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und ihr Kapital zurückfordern. Das Unternehmen prüft nach eigenen Angaben, ob der Einbruch beim Ergebnis so groß ausgefallen ist, dass entsprechende Klauseln in den Anleihebedingungen in Kraft treten. Dann werde man eine Versammlung der Anleihegläubiger einberufen, um über eine entsprechende Änderung der Anleihebedingungen abzustimmen, kündigte die Führung von MIFA an. Es ist aber offen, ob sie eine solche Zustimmung erlangt.

Vor diesem Hintergrund hatte die Aktie auf einen Schlag mehr als Hälfte ihres Werts verloren.  Der Fahrradhersteller hatte über die mit 7,5 Prozent verzinste  Anleihe 25 Millionen Euro bei Großinvestoren eingeworben. Diese Schuldverschreibung ist ohen Sonderkündigung erst 2018 zur Rückzahlung fällig.

Die Mitteldeutsche Fahrradwerke AG beschäftigt nach eigenen Angaben 770 Mitarbeiter. Das Unternehmen in der jüngeren Vergangenheit durch Zukäufe schnell gewachsen. Zu den Großaktionären der MIFA zählen neben Vorstandschef Peter Wicht auch Carsten Maschmeyer. Laut der jüngsten verfügbaren Angaben von MIFA hält er knapp 20 Prozent der Anteile. Maschmeyer machte erst kürzlich Schlagzeilen, weil er mit dem Schweizer Bankhaus J. Safra Sarasin im Rechtsstreit liegt. Dabei geht es um Investitionen in fragwürdige Steuermodelle, die Maschmeyer schwere Verluste eingebracht haben sollen (mehr lesen Sie  hier (Link entfernt)).

MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG: ISIN DE000A0B95Y8 / WKN A0B95Y
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