Die meisten der von ECOreporter analysierten Gesundheitsaktien entwickelten sich in den letzten drei Monaten besser als der Vergleichsindex. / Foto: Pixabay

26.06.19 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Aktien-Favoriten

Nachhaltiges Investieren: Bis zu 46 % Plus mit Gesundheitsaktien

Katheter, Hörgeräte, Krebsmedikamente, künstliche Hüftgelenke – das sind einige der wichtigsten Produkte der von ECOreporter analysierten nachhaltigen Gesundheitsunternehmen. Wo lohnt sich der Einstieg, und von welchen Aktien sollte man derzeit besser die Finger lassen?

Weltweit werden die Menschen immer älter, und sie können ihr Leben dank verbesserter Medikamente und Medizintechnik länger genießen. Das Geschäftsfeld Gesundheit wächst und hat weiter gute Aussichten.

ECOreporter hat seit Dezember 2018 14 Aktiengesellschaften herausgesucht, die die Gesundheit und Lebensqualität von Menschen verbessern und als überdurchschnittlich ökologisch und sozial gelten (die entsprechenden Artikel finden Sie hier und hier). Bei einigen mittelgroßen Unternehmen wie dem Naturkosmetikhersteller L’Occitane oder dem Homöopathie-Spezialisten Boiron gibt es keine K.o.-Kriterien in Sachen Nachhaltigkeit – sie sind auch für anspruchsvolle Anleger geeignet. Pharmakonzerne wie Roche, Novartis oder Novo Nordisk kommen hingegen nicht ohne Tierversuche und Gentechnik aus.

Der weltweite Gesundheitsbranchen-Aktienindex MSCI World/Health Care legte in den letzten drei Monaten um 0,4 Prozent zu. Die meisten der von ECOreporter analysierten Gesundheitsaktien konnten den Index schlagen. Zwei Unternehmen verloren aber deutlich an Wert.

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Sonova AG: Plus 17 Prozent in drei Monaten

Die Aktie des Hörgeräteherstellers Sonova hat in den letzten drei Monaten mehr als 17 Prozent an Wert gewonnen. Das Schweizer Unternehmen kann sich besser als erwartet auf dem umkämpften US-Markt behaupten und hat gute Geschäftszahlen für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr 2018/2019 veröffentlicht (ECOreporter berichtete hier). Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent auf 2,45 Milliarden Euro, der Nettogewinn legte um mehr als 10 Prozent auf 408 Millionen Euro zu. Sonova hat seine Jahresdividende von 2,34 auf 2,61 Euro angehoben.

Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2019 von 26 ist die Sonova-Aktie aktuell hoch bewertet. Anleger sollten auf sinkende Kurse warten oder einen langen Anlagehorizont mitbringen.

Novartis AG: Der Fokus liegt auf Blockbustern

Novartis hat im April seine Augenheilsparte Alcon als eigenständige Aktiengesellschaft an die Börse gebracht (Bruttoerlös 24 Milliarden Euro, ECOreporter berichtete hier). Mit der Ausgliederung will sich Novartis noch stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren: die Entwicklung von Medikamenten mit jährlichen Umsatzerwartungen im Milliarden-Euro-Bereich (sogenannte Blockbuster).

Novartis macht bereits drei Viertel seiner Umsätze mit Blockbustern, bis 2021 möchte der Konzern mindestens zehn weitere auf den Markt bringen. Analysten erwarten für die nächsten Jahre Umsatz- und Gewinnsteigerungen. Die Aktie ist trotz der Kursgewinne (plus 13 Prozent in den letzten drei Monaten, plus 46 Prozent auf Sicht von einem Jahr) nicht zu hoch bewertet (KGV 18). Anleger können mit einer kleinen Position einsteigen.

Cochlear Ltd.: Es drohen Strafzahlungen in Millionenhöhe

Cochlear ist eigenen Angaben zufolge Weltmarktführer für Hörimplantate. Der australische Konzern steht wirtschaftlich gut da (ECOreporter berichtete hier), befindet sich jedoch in einem langwierigen Rechtsstreit mit den Biotech-Unternehmen AMF und Advanced Bionics. Die US-Firmen werfen Cochlear vor, Technik zu verwenden, an der sie Patente halten. Im November 2018 wurde Cochlear deshalb von einem Gericht in den USA zu einer Strafzahlung von 268 Millionen US-Dollar verurteilt. Cochlear hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Der Kurs der Cochlear-Aktie ist im Herbst 2018 wegen der Gerichtsprozesse stark gefallen. Mittlerweile hat Cochlear die Wertverluste fast vollständig wieder aufgeholt. Mit einem erwarteten KGV für 2019 von 44 ist die Aktie momentan allerdings zu teuer.

Solide Entwicklung bei den ECOreporter-Favoriten-Aktien

Die ECOreporter-Favoriten-Aktien Stryker, Coloplast, Novo Nordisk und Fresenius haben in den letzten drei Monaten zwischen 2,5 und 3,9 Prozent an Wert gewonnen. Bei allen vier Unternehmen sind die Zukunftsaussichten gut. Langfristig orientierte Anleger können die Aktien in ihr Depot aufnehmen.

Lesen Sie auch die aktuellen Überblicke über die ECOreporter-Favoriten-Aktien der Kategorien Dividendenkönige und Mittelklasse.

Ein aktuelles Aktien-Porträt von Stryker finden Sie hier.

Boiron S.A.: Bricht der Heimatmarkt weg?

Das französische Unternehmen Boiron stellt homöopathische Arzneimittel her. Die Geschäfte laufen schon seit längerer Zeit nicht gut, vor allem in Europa. Mitte Mai sickerte dann auch noch durch, dass das französische Gesundheitsministerium die Wirksamkeit von homöopathischen Medikamenten anzweifelt. Das könnte dazu führen, dass in Frankreich die Kosten für homöopathische Behandlungen nicht mehr von den Krankenkassen erstattet werden. Boiron erzielte in den letzten Jahren 60 Prozent seiner Umsätze in Frankreich.

Der Kurs der Boiron-Aktie sinkt seit 2015, alleine in den letzten drei Monaten hat das Unternehmen fast 30 Prozent an Wert verloren. Anzeichen für eine Trendwende sind nicht erkennbar.

Ambu A/S: Der Kapitän hat das Schiff verlassen

Nach Ansicht zahlreicher Branchenexperten hat Geschäftsführer Lars Marcher entscheidend dazu beigetragen, dass Ambu sich in den letzten zehn Jahren zu einem der profitabelsten Medizintechnik-Unternehmen Europas entwickelt hat. Mitte Mai wurde Marcher überraschend entlassen. Die Hintergründe sind unklar, möglicherweise gab es einen Machtkampf zwischen Marcher und dem Aufsichtsrat des dänischen Unternehmens.

Nach Bekanntwerden von Marchers Entlassung verlor die Ambu-Aktie stark an Wert, auf Sicht von drei Monaten liegt sie mehr als 45 Prozent im Minus. Mit einem aktuellen KGV von 64 ist sie allerdings immer noch zu hoch bewertet.

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