wind 7 betreibt Windparks in Deutschland und betreut Windkraftanlagen als Servicedienstleister. Die Naturstrom AG strebt die Komplettübernahme an. / Foto: Fotolia

02.06.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Naturstrom will wind7 übernehmen – Angebot zu niedrig?

Die Windkraftspezialistin wind7 AG steht vor der Übernahme durch ihre größte einzelne Aktionärin, der Naturstrom AG aus Düsseldorf. Die wind7 AG zeigt sich wenig begeistert: Der Vorstand erachtet das vorliegende Angebot für zu gering.


Die Aktie der wind7 AG wird seit knapp 15 Jahren außerbörslich über die Handelsplattform der Valora Effekten Handel AG gehandelt. Aktuell notiert die Aktie dort bei 5,50 Euro. Größte Anteilseignerin mit bislang 18,4 Prozent aller Aktien ist die Naturstrom AG. Dessen Vorstandsvorsitzender Thomas Banning ist stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei der wind7 AG. Jetzt hat Naturstrom den übrigen wind7-Aktionären ein Angebot zum Kauf ihrer Anteilsscheine unterbreitet.

Naturstrom will bis zu 6,00 Euro pro wind7-Aktie zahlen
Demnach ist Naturstrom bereit, die Aktien für bis zu 6,00 Euro pro Stück zu kaufen. Konkret bietet der Ökostromanbieter zunächst 5,75 Euro je Aktie „gegen unmittelbare Zahlung“ oder alternativ 6,00 Euro je Aktie für jeden Anteilseigner, der sich bis zum 15.  Juni 2016 zum Verkauf entschließt. Diesen höheren Preis will Naturstrom dann aber erst zum 30. Juni 2017 entrichten, also ein Jahr später. Laut der Valora Effekten Handel AG werden an dem Handelsplatz knapp 1,1 Millionen Aktien von wind7 gehandelt. Um tatsächlich alle Aktien zu übernehmen, müsste Naturstrom 81,6 Prozent der Anteile zukaufen. Dafür würden bei diesem Angebot grob gerechnet zwischen 4,9 und 5,3 Millionen Euro fällig.

wind7-Vorstand: Angebot zu niedrig

Naturstrom hatte wind7-Alleinvorstand Veit-Gunnar Schüttrumpf schriftlich über das Angebot informiert. Das Schreiben hat wind7 veröffentlicht. Demnach geht Naturstrom davon aus, dass wind7 „voraussichtlich noch einige Jahre“ benötigen wird, bis das Unternehmen schwarze Zahlen schreiben und „eine Wachstumsphase eingeleitet“ werden kann. In der Mitteilung an die wind7-Aktionäre bezieht Schüttrumpf klar Stellung. Er schreibt: "Wir sind der Meinung, dass die Aktie der wind 7  AG einen höheren Wert aufweist, als die im Naturstrom – Angebot gebotenen Kaufpreise.“

Er rechnet damit, dass wind7 sehr wohl schon bald in die Gewinnzone kommen kann: „Die derzeitigen Planungen gehen davon aus, dass unsere Gesellschaft spätestens 2017 sowohl im Einzelabschluss als auch auf Konzernbasis positive  Ergebnisse erzielen kann. Bereits im Jahr 2016 ist derzeit ein kleiner Jahresüberschuss geplant“, so der Vorstand in dem Aktionärsbrief. Dabei verweist der wind7-Alleinvorstand auf den jüngsten Quartalsbericht. Darin weise die Windkraftspezialistin aus Eckernförde ein Eigenkapital pro Aktie von 6,19 Euro je Aktie aus.

wind7 wird in naher Zukunft wohl keine Dividenden ausschütten

Allerdings, so räumt Schüttrumpf ein, werde es noch einige Jahre dauern, bis wind7 die Voraussetzung für Dividendenausschüttungen geschaffen habe. Für Anleger, die nicht so lange warten möchten, sei das aktuelle Angebot von Naturstrom gegebenenfalls interessant, so Schüttrumpf. „Wir freuen uns aber auch, wenn uns die Aktionärinnen und Aktionäre weiter die Treue halten – wir werden alles dafür tun, dass sich das auch entsprechend honoriert“, betont er. wind7 hat erst in der vergangenen Woche Quartalszahlen veröffentlicht (mehr  lesen).

wind 7 AG: ISIN DE0005266407 / WKN 52664
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