Die Geschäfte von Asian Bamboo AG mit ihren Bambus laufen schlecht. / Quelle: Fotolia

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Neue Hiobsbotschaften von der Asian Bamboo AG

Die Situation bei der Hamburger Asian Bamboo AG spitzt sich weiter zu. Das auf Bambusplantagen in China spezialisierte Unternehmen meldete heute für das Geschäftsjahr 2013 den Verlust des Großteils des Grundkapitals. Zudem verweigerten die Abschlussprüfer der Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft der Asian Bamboo AG das vollständige Testat für die Jahresbilanz.

Die Asian Bamboo AG hatte bereits vorläufige Zahlen für 2013 bekannt gegeben  (wir  berichteten). Neben einem massiven Umsatzeinbruch hatte die Gesellschaft Ende Februar mitgeteilt, dass nach vorläufigen Berechnungen sich der Verlust auf Konzernebene nach 19,8 Millionen Euro Defizit im Vorjahr auf 152,9 Millionen Euro vervielfacht hat und das Eigenkapital um mehr als die Hälfte zusammen auf 133,7 Millionen Euro geschrumpft sei. Offenbar ist aber alles noch viel schlimmer. Laut der heutigen Mitteilung haben die mit einem Gutachten beauftragten Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young festgestellt, dass sich das Eigenkapital im handelsrechtlichen Jahresabschluss der Asian Bamboo AG von 152,3 Millionen Euro zum 31.12.2012 auf rund 1,0 Millionen Euro zum 31.12.2013 verringerte. Es liege deutlich unter der Hälfte des Grundkapitals in Höhe von  EUR 15,281 Millionen Euro. Das sei eine Folge des Umstandes, dass die Gesellschaft ihre Beteiligungen an den Tochtergesellschaften Hong Kong XRX Investment Co., Ltd. und Asian Bamboo Industrial Co., Ltd. signifikant abgeschreiben müsse. Sowohl wurden in Hongkong gegründet und dienen der Steuerung der operativen Einheiten der Hamburger in China.

Asian Bamboo hat große Probleme bei ihren Bambusplantagen, die sie in China betreibt, um die Stämme an die Industrie zu verkaufen. Dafür hatte die Gesellschaft ihre Plantagenfläche stark ausgebaut. Doch diese Strategie hatte zu großen finanziellen Problemen geführt: weil die Nachfrage geringer war als erhofft, vor allem aber weil Asian Bamboo nicht genügend Personal findet, um die Plantagen zu bewirtschaften. Das ist eine Folge der starken Abwanderung vom Land in die stark wachsenden Städte, die sich derzeit in der Volksrepublik ereignet. Daraufhin verloren die Plantagen von Asian Bamboo an Wert und hatte die Gesellschaft hohe Abschreibungen auf die Plantagen vornehmen müssen.

Das Unternehmen betont, dass der Cash-Flow von Asian Bamboo aus laufender Geschäftstätigkeit in 2013 mit minus 1,1 Millionen Euro nur leicht negativ ausgefallen sei. Darüber hinaus habe der Konzern zum Ende des Geschäftsjahres 2013 liquide Mittel in Höhe von rund 28,5 Millionen Euro und ein Eigenkapital über rund 86,7 Millionen Euro aufgewiesen. „Hauptursächlich für die signifikanten Unterschiede im Eigenkapital des Jahres- und Konzernabschlusses sind die unterschiedlichen Bewertungsmethoden nach Handelsrecht sowie internationalen Rechnungslegungsstandards“, erklärte das Unternehmen. Die bereits angekündigte Ausgabe von Wandelanleihen im Sommer 2014 solle auch dazu dienen, das Eigenkapital zu stärken.

Doch die Führung von Asian Bamboo will das Unternehmen mit einem Strategiewechsel aus der Krise leiten. Dieser basiert darauf, im Immobilien-Geschäft aktiv zu werden. Doch die mit der Prüfung des Jahresabschlusses beauftragte Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft meldete hier Bedenken an. „Deloitte wird im Rahmen der Jahres- und Konzernabschlussprüfung hinsichtlich der Darstellung der Chancen und Risiken des beabsichtigten Eintritts in die Immobilienbranche einen eingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilen“, teilte Asian Bamboo dazu mit. Auf Nachfrage hierzu von ECOreporter.de erklärte das Unternehmen, dass die Prüfer lediglich darauf hinwiesen, dass erst die Hauptversammlung der neuen Ausrichtung auf Immobiliengeschäfte zustimmen müsse. Das könne die Prüfung nicht voraussetzen.

Der Vorstand des Unternehmens will mit Zusagen für Immobilienprojekte so lange zurückhalten, bis die ordentliche Hauptversammlung am 20. Juni 2014 dem Strategiewechsel und der ausgabe von Wandelanleihen zugestimmt hat.
Die Börsianer reagierten verschreckt auf die Nachrichten. Der Aktienkurs des Unternehmens bracht heute bis zum Mittag im Xetra um weitere 13 Proizent auf 1,4 Euro ein. Damit hat die Aktie auf Jahressicht knapp 39 Prozent an Wert verloren.

Asian Bamboo AG: ISIN DE000A0M6M79 / WKN A0M6M
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