Die Precious Woods AG betreibt ihre nachhaltige Forstwirtschaft unter anderem in Gabun. / Foto: Unternehmen

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Precious Woods AG kämpft gegen den finanziellen Kollaps

Müssen die Anleger der Precious Woods AG zittern? Die Tropenholzspezialistin aus Zug in der Schweiz sieht sich in einer „angespannten Geldsituation“. Um den Investoren von Wandeldarlehen zum Jahresende 2014 umgerechnet 14,1 Millionen Euro zurückzahlen zu können, verhandelt die Unternehmensführung mit Banken und sucht weitere neue Geldgeber. Die Unternehmensführung gibt sich dabei zuversichtlich, den finanziellen Kollaps abwenden zu können.


Die Zeit wird knapp: in gut drei Monaten – Mitte Dezember 2014 – wird ein Wandeldarlehen der Precious Woods AG im Gegenwert von 17 Millionen Schweizer Franken (CHF) fällig.  Aktuell fehlen dem Unternehmen nach eigenem Bekunden jedoch die Mittel, um diese Verbindlichkeiten zu bezahlen. Überdies läuft 2015 ein weiteres Wandeldarlehen im Wert von 7,5 Millionen CHF (6,2 Millionen Euro) aus.  So stellt es die Führung der Precious Woods AG unter anderem in einem aktuellen Geschäftsbericht dar.


„Wir arbeiten an verschieden Lösungen, unter Einbezug der bisherigen und neuer Geldgeber“, erklärt die Unternehmensführung auf Nachfrage von ECOreporter.de. Woran gearbeitet wird, mag den Precious-Woods-Anlegern wie ein Déjà-vu vorkommen: Zur Debatte stehen der Unternehmensführung zufolge „neue Darlehen,  der Verkauf von Vermögenstiteln, eine Eigenkapitalerhöhung und auch die Verlängerung bestehender Wandeldarlehen“, wie das Unternehmen mitteilt.  Die Tropenholzspezialistin kam dem drohenden Aus schon mehrfach gefährlich nach: 2011 stieß Precious Woods deshalb 75 Prozent seiner Mittelamerikasparte ab. Und 2012 sicherten neue Wandeldarlehen und eine Kapitalerhöhung die Liquidität und damit den Fortbestand der Precious Woods AG.   

„Verbindliche Zusagen für ein Großteil der Rückzahlungsverbindlichkeiten“

Die Unternehmensspitze gibt sich einmal mehr optimistisch, auch diesmal wieder den Kopf rechtzeitig aus der Schlinge ziehen zu können: „Es liegen erfreuliche, verbindliche Zusagen für einen Großteil der Rückzahlungsverbindlichkeiten vor. Aufgrund des bisherigen Verlaufes der Gespräche sind wir zuversichtlich, dass wir die Refinanzierung in der geforderten Frist realisieren können“, heißt es aus der Unternehmenszentrale in Zug. Die Suche nach neuen Investoren beziehungsweise Käufern  sogenannter Landtiteln in Brasilien beschränke sich dabei nicht allein auf das Land in Südamerika. Gesucht werde auch in Europa, erklärt die Führung der Precious Woods AG. Daran, dass die Refinanzierung scheitern könnte, mögen die Verantwortlichen nicht recht denken: „Für diesen Extremfall stehen in der Schweiz diverse rechtliche Möglichkeiten zur Verfügung. In einem ersten Schritt würden wir versuchen, die Frist zur Refinanzierung zu verlängern, bevor andere Maßnahmen getroffen würden“, teilt Precious Woods mit.


Was bedeutet die Ebola-Epedemie für Precious Woods in Afrika?

Auch in Gabun verhandelte Precious Woods mit seinen Kreditgebern. Diese Gespräche hatten dem Unternehmen zufolge jedoch einen anderen Hintergrund: „Die Bankenverhandlungen in Gabun betreffen die Finanzierung des Wachstums der lokalen Gesellschaften und dienen nicht der Rückführung von Darlehen der Holding“, stellt die Precious Woods AG klar. „Trotz der angespannten Wirtschaftslage in Gabun haben wir neue Kreditlinien erhalten.“ Die Tätigkeit in Gabun könnte für Precious Woods aber aus einem anderen Grund problematisch werden: Das Land zählt zu den Staaten, in denen vor einigen Jahren das Ebola-Virus grassierte. Bei der aktuellen Epidemie in Westafrika ist Gabun aber bislang nicht direkt betroffen, wie die Precious Woods AG erläutert: „Bisher ist in Gabun zum Glück kein Ebola-Fall bekannt. Es gab zu Beginn der Epidemie kleinere Verzögerungen bei Auslieferungen. Als Vorsichtsmaßnahme hat das Gesundheitsministerium das Anlaufen von Schiffen, die zuvor in Epidemie-Gebieten waren, verboten. Die Schifffahrtsgesellschaften haben seither die Routen umgestellt und es kommt derzeit zu keinen Behinderungen“, gibt das Unternehmen zu Protokoll. Precious Woods stehe in engem Kontakt mit dem Gesundheitsministerium, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können, so die Unternehmensführung weiter.

Bild: Einblick in die Arbeit der Precious Woods AG in Gabun. / Foto: Unternehmen

Die Precious Woods AG hat vor kurzem eine verbesserte Bilanz für das erste Halbjahr 2014 vorgelegt (mehr lesen Sie  hier). Dennoch schreibt das Unternehmen seit langem rote Zahlen.

Precious Woods AG: ISIN CH0013283368 / WKN 982280
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