Solarmodule sind 2014 noch billiger geworden. Das hat die Hersteller unter Druck gesetzt. Im Bild Module der mittlerweile vom Markt verschwundenen Sunways AG aus Konstanz. / Quelle: Unternehmen

23.12.14 Erneuerbare Energie

Preise für Solarmodule sind in 2014 stark gefallen

Ein starker Verfall der Preise für Solarmodule hat das Jahr 2014 geprägt und auch der November setzte diesen Negativtrend weitgehend fort, obwohl sich in Deutschland die Preise zuletzt etwas stabilisiert haben. Aber auf den asiatischen Absatzmärkten - jenseits von China, wo sich der Solarmarkt in den letzten Monaten wieder deutlich belebte - fielen die Preise weiter. Das geht aus dem Preisbarometer der Photovoltaik-Handelsplattform pvXchange hervor.

In Kooperation mit dem Partner pvXchange berichtet ECOreporter.de monatlich über die Entwicklung der Preise auf dem Markt für Solarmodule. pvXchange stellt dafür ein „Preisbarometer“ zur Verfügung. Dieses soll einen schnellen Überblick auf die Trends im Solarmarkt ermöglichen.

Marktkommentar für November 2014

Aufgrund der weiter abflauenden Nachfrage in Deutschland und Europa sind die Modulpreise weiterhin unter Druck. Es gibt kaum ein Produkt, gleich welcher Herkunft und Marke, welches nicht nochmals ein paar Prozent unter den letztmonatigen Preisen angeboten wird. Sah es Ende Oktober, Anfang November noch so aus, als ob der Abwärtstrend erst einmal gestoppt werden konnte, bröckeln die Werte – meist zulasten der ohnehin schon geringen Margen – weiter ab.

Wir blicken insgesamt auf das traurigste PV-Jahr nach Einführung des EEGs in Deutschland zurück. Nie zuvor gab es in Deutschland ein so ruhiges viertes Quartal – jedoch nicht nur hierzulande, nein europaweit zeigt sich eine nicht gekannte Lähmung des Marktes. Photovoltaik als Investitionsmodell scheint tot zu sein, zumindest außerhalb des Vereinigten Königreichs. Und neue Konzepte lassen sich leider nicht im über Nacht etablieren, dazu muss der Markt erst einmal gründlich vorbereitet werden.

Viele Installateure, Großhändler und auch einige Hersteller zogen sich im Laufe des Jahres dann auch aus der Branche zurück oder mussten komplett aufgeben. Übrig bleiben aber viele kleinere, flexible und hoch innovative Unternehmen, die sich mit überarbeiteten Konzepten mutig neue Märkte erschließen und das riesige Potenzial heben, was zweifelsohne in der Photovoltaik 2.0 steckt.


Grafik: pvXchange


Hinweise zur Darstellung:

1. Es werden nur Netto-Preise für Photovoltaik-Module angezeigt.
2. Die Preise sind keine Endkundenpreise. Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage muss der Wert in Deutschland etwa mit dem Faktor 2 - 3 multiliziert werden.
3. Die Preise stellen die durchschnittlichen Angebotspreise auf dem europäischen Spotmarkt dar (verzollte Ware).


Erläuterung zur Grafik:

Die bunten Pfeile veranschaulichen die Entwicklung, der Bezug zum Vormonat oder zum Anfang des Jahr es verdeutlicht auftretende Schwankungen auf dem Markt. Das Barometer zeigt ausschließlich die Nettopreise pro Watt-Leistung für den gewerblichen Handel mit Photovoltaik-Modulen, Endkundenpreise werden nicht genannt. Als Faustregel gilt dennoch: Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage mit kristallinen Modulen muss der Wert in Deutschland etwa mit 1,8 multipliziert werden.Das Barometer zeigt immer den arithmetischen Mittelwert eines gesamten Monats für Module einer Technologie sowie der Herstellerregion an.
Die Angaben für Europa enthalten nach Angaben von pvXchange fast ausschließlich die Module von deutschen Firmen. Die wenigen spanischen, italienischen und skandinavischen Angebote seien statistisch nicht mehr relevant. Daher sei das Barometer zum 1. Januar 2011 entspre chend angepasst worden. Japan und China sind zwei weitere wichtige Herstellernationen. Sie werden getrennt aufgezählt, da die PV-Preise der beiden asiatischen Länder in der Regel in Europa sehr unterschiedlich sind.Wie pvXchange erläutert, werden die Daten nicht über Hochrechnungen oder Umfragen erhoben. Die Preise würden stattdessen hunderte von realen Angeboten widerspiegeln, die jeden Monat auf dem internationalen Spotmarkt für Photovoltaik-Module, pvXchange, veröffentlicht werden. Zur möglichst exakten Darstellung der Preisstruktur eines Monats würden nur die Offerten hinzugezogen, bei dem die Module in dem entsprechenden Monat ausgeliefert werden. Die Preise würden sich zudem nur auf gehandelte Modulkontingente zwischen 5 und max. 999 kWp beziehen, da größere Abnahme-Mengen die Preise für gebräuchliche Anlagen verfälschen.

Bis September 2013 erfasste der Preisbaromenter auch ähnliche Dünnschicht-Solarmodule. Dabei waren ähnliche Technologien zusammengefasst dargestellt. Die Preiserhebung für Dünnschichtmodule wurde jedoch eingestellt. Mangels verfügbarer Produkte ist eine representative Erhebung für pvXchange in diesem Bereich nicht mehr möglich. Um der Entwicklung am asiatischen Markt gerecht zu werden, hat pvXchange einen neuen Preispunkt mit dem Titel „Südostasien“ eingeführt. Dazu zählen unter anderem Thailand, Indonesien und - geografisch gesehen nicht ganz korrekt - Indien. Aus wirtschaftlicher Sicht macht die Umstellung laut pvXchange Sinn. Denn den für diese Gruppe angegebenen durchschnittlichen Marktpreis kann man pvXchange zufolge für chinesische Module ansetzen, die nicht in die EU eingeführt werden müssen – er bildet also den Weltmarktpreis für asiatische Ware allgemein ab. Die bisherige Preiskurve für chinesische Module wird repräsentativ für EU-Importe weitergeführt.
Die Daten werden mit freundlicher Unterstützung von pvXchange zur Verfügung gestellt. pvXchange wurde 2004 gegründet und ist eigenen Angaben zufolge der weltweit größte markenunabhängige Marktplatz für Solarmodule und Wechselrichter im Geschäftskundenbereich.
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