Prokon wollte im polnischen Windmarkt wachsen. Daraus wird nun wohl nichts. Unter der neuen Regierung haben sich die Marktbedingungen deutlich verschlechtert. / Quelle: Fotolia, Dennis Alperstedt

  Anleihen / AIF

Prokon stoppt geplante Windprojekte in Polen

Prokon, auf den Betrieb von Windkraftanlagen spezialisierte Energiegenossenschaft aus Itzehoe, hat  den für 2016 prognostizierten Verlust in "mittlerer zweistelliger Millionenhöhe" bestätigt.  Ursächlich für die Verluste ist offenbar das Windgeschäft in Polen. Nun will die Prokon Regenerative Energien eG einem Medienbericht zufolge alle geplanten polnischen Windprojekte stoppen. Bei Prokon war telefonisch vorerst niemand für ECOreporter erreichbar.

In Polen könnten neue Windparks nicht mehr profitabel betrieben werden, sagte Prokon-Vorstand Henning von Stechow dem Magazin "Wirtschaftswoche". Auch das Windgeschäft mit den bestehenden Anlagen habe sich verschlechtert. Prokon betreibt 328 Windenergieanlagen in 57 Windparks in Deutschland und Polen. Auswirkungen auf die Zinsausschüttungen der Anleihegläubiger soll es jedoch keine geben.

Prokon-Anleihe: Keine Ausfälle bei den Zinsausschüttungen?

Die Ausschüttung sei aufgrund einer "komfortablen Liquiditätslage" nicht in Gefahr, sagte von Stechow der "Wirtschaftswoche". Prokon muss an die Anleger im Juni 2017 rund 11,8 Millionen Euro als Verzinsung zahlen, hinzu kommt noch eine Tilgung (7,2 Prozent) in Höhe von 39,9 Millionen Euro*: Das Unternehmen hatte im Sommer 2016 eine 500-Millionen-Euro-Anleihe auf den Markt gebracht, um Forderungen der früheren Genussrechteinhaber zu bedienen. Im Sommer 2015 war Prokon vor der Pleite gerettet worden.

Aktuell liegt die Prokon-Anleihe an der Hamburger Börse bei 75,5 Prozent, also unter dem Nominalwert von 100 Prozent und damit auch unter dem Ausgabekurs (Stand 3.2., 11:46 Uhr). Mitte Juni 2016 hatte die Anleihe "3,5 % Schuldverschreibungen 2016/2030" (ISIN: DE000A2AASM1) über 90 Prozent gelegen. ECOreporter hatte die Prokon-Anleihe in einem Anlagecheck analysiert. 


*In einer früheren Version hatte ECOreporter die in Medienberichten genannte Zinsauszahlung zitiert, diese war allerdings nicht korrekt.
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