Für Teakholz- und Kautschukinvestmentd warb die Green Planet AG mit bis zu 13 Prozent Rendite pro Jahr. Jetzt läuft in Frankfurt ein Gerichtsverfahren. / Foto: Fotolia

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Prozess um Waldinvest-Skandal der Green Planet AG gestartet

Die Wirtschaftskammer des Frankfurter Landgerichts hat den Prozess gegen den Gründer und ehemaligen Chef der Green Planet AG eröffnet. In zunächst neun Prozesstagen soll geklärt werden, ob sich der Angeklagte des gewerbsmäßigen Betruges schuldig gemacht hat. Von rund 20 Millionen Euro, die die Green Planet AG bei Anlegern für Teakholz- und Kautschukplantagen in Costa Rica eingeworben hat, soll nur ein Bruchteil tatsächlich in Costa Rica angekommen sein, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.
Zwischen 2009 und 2014 steckten 761 Investoren - meist Kleinanleger - rund 20 Millionen Euro in Baumzertifikate der Green Planet AG. 2014 folgte nach einer Razzia die Pleite. Laut Staatsanwaltschaft sollen nur knapp 5,6 Millionen Euro - also deutlich weniger als ein Drittel dieses Kapitals - tatsächlich in Costa Rica investiert worden sein, so die Staatsanwaltschaft. Überdies sei das Geschäft mit den Baumzertifikaten in Deutschland unzulässig gewesen, weil die Green Planet AG nicht Eigentümer der Grundstücke und damit auch nicht Eigentümer der Bäume gewesen sei. Das Eigentum von Grundstück und den darauf befindlichen Bäumen zu trennen, sei weder in Deutschland noch in Costa Rica rechtlich möglich, argumentiert die Staatsanwaltschaft in der Klage.

Angeklagtem drohen bis zu zehn Jahre Haft


Jetzt musste sich der 72-jährige Gründer und langjährige Chef des Unternehmens erstmals wegen dieses Skandals vor Gericht verantworten. Hinter ihm liegt knapp ein Jahr, das er in Untersuchungshaft verbrachte. Der erste Prozesstag endete Presseberichten zufolge mit einem ärztlichen Einsatz. Die Verteidigung des Angeklagten versuchte demnach ihren Mandanten aus gesundheitlichen Gründen für prozessuntauglich erklären zu lassen. Der zuständige Richter ließ zwar einen Arzt kommen, der tatsächlich gesundheitliche Probleme feststellte. An der grundsätzlichen Prozesstauglichkeit, ließ er jedoch bis auf Weiteres keine Zweifel. Auf eine Aussage verzichtete der Angeklagte. Auch hierzu hätten die Verteidiger auf den schlechten Gesundheitszustand des Angeklagten verwiesen, heißt es in den Berichten. Schließlich sei der erste Verhandlungstag wegen des erhöhten Blutdrucks des Beklagten abgebrochen worden. Der nächste Verhandlungstag ist für Mittwoch, den 20. Mai angesetzt. Die Beweisaufnahme könnte sich dem Vernehmen nach bis Sommer hinziehen. Sollte der Angeklagte schuldig gesprochen, drohen ihm den Berichten zufolge bis zu zehn Jahre Haft.

Wie der Fall sich für die 761 geschädigten Anleger auswirkt, ist noch offen. Bislang hat sich der Insolvenzverwalter der Green Planet AG noch nicht öffentlich zu einer möglichen Insolvenzquote geäußert (ECOreporter.de  berichtete).
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