09.12.15 Fonds / ETF

Publikumsfonds mit neuem Nachhaltigkeitsiegel ausgezeichnet

An 34 Publikumsfonds wurde am heutigen 8. Dezember in Berlin ein neues Nachhaltigkeitsiegel vergeben. Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) und die neu gegründete Gesellschaft für Qualitätssicherung Nachhaltiger Geldanlagen (GNG) zeichneten mit dem FNG-Siegel Fonds dafür aus, dass diese Mindestanforderungen erfüllen. Nach ihren Angaben müssen die Ausschlusskriterien Atomkraft und Waffen angewendet und die vier Bereiche des UN Global Compact, also Menschen- und Arbeitsrechte, Umweltschutz und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung, berücksichtigt werden. Wichtig sei überdies die Erfüllung von Transparenz- und Prozesskriterien.

Dominique Blanc, Forschungsleiter beim Auditor und strategischen Projektpartner Novethic, erläutert: „Während des Prüfungsprozesses hat sich gezeigt, dass viele Fonds Anforderungen über die Mindestschwelle hinaus erfüllen und einige Fonds qualitativ sehr hochwertige Nachhaltigkeitsstrategien umsetzen. Laut dem FNG-Vorstandsvorsitzende Volker Weber dient das nun erstmals vergebene Siegel dazu, zwischen den Fonds einen Wettbewerb um besonders ausgereifte und umfassende Nachhaltigkeitsstrategien zu initiieren. Allerdings sind bei Prüfung für das FNG-Siegel nur wenige Fonds durchs Raster gefallen. Nach Angaben des FNG haben fast 90 Prozent der geprüften Fonds die Zertifizierung erfolgreich abgeschlossen.

Von den 34 Fonds, die den Mindestanforderungen entsprechen, haben drei Fonds die höchste Auszeichnung erhalten: drei Sterne. Hierbei handelt es sich um zwei nachhaltige Aktienfonds der nachhaltigen Triodos Bank aus den Niederlanden, die in Deutschland mit einer Niederlassung in Frankfurt präsent ist, und um den österreichischen Erste WWF Stock Environment. 14 weitere Fonds haben zwei Sterne erreicht, 14 Fonds einen Stern und 3 Fonds keinen Stern.

Was ins Auge fällt ist, dass etwa die Hälfte der 34 mit dem FNG-Siegel ausgezeichneten Fonds von vier großen Finanzkonzernen stammt: von Erste Asset Management und Raiffeisen Capital Management, die den größten Bankengruppen Österreichs gehören, von der niederländischen NN Investment Partners (vormals ING Investment Management), einer Tochter der von ING Groep NV abgespaltenen NN Group NV, von LBBW Asset Management und von der Deka Investment GmbH. Bei diesen handelt es sich um Konzerne mit teils großem Nachholbedarf in Sachen Nachhaltigkeit. So wirft etwa die Nicht-Regierungsorganisation (NGO) urgewald der für die Vermögensverwaltung der Sparkassen zuständigen DekaBank vor, mit knapp 76 Millionen Euro in europäische Braunkohleunternehmen investiert zu sein. Damit nehme die Muttergesellschaft der Deka Investment GmbH Platz 2 der deutschen Investoren im Braunkohlesektor ein.
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