Republic Services aus den USA hat wiederholt fragwürdige Geschäftspraktiken an den Tag gelegt. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Mit diesen Recycling-Aktien werden nachhaltige Investoren nicht glücklich

Mehr Menschen, mehr Wohlstand – mehr Müll. Im Ergebnis zu viel Müll. Das öffnet Geschäftsfelder für Firmen, und manche sind Aktiengesellschaften, an denen sich Anlegerinnen und Anleger beteiligen können. Doch wie sauber ist das Geschäft mit Abfall? In diesem Stück lesen Sie, welche Aktien ECOreporter für eine weitere Analyse nicht berücksichtigt – und warum.

Entsorger, Recycler, Technologiefirmen – das Spektrum ist breit. Die Redaktion hat sich die entsprechenden Aktien vorgenommen und listet auf: Wer hat clevere Recyclingideen? Wer hilft, Ressourcen zu schonen? Wer steht am Anfang, wer hat ein solides Basisgeschäft mit interessanten Renditen? Antworten auf diese Fragen und Tipps, wo sich ein Einstieg lohnen kann, finden Sie hier: Müll, Schrott, Recycling: Die besten Aktien der Kreislaufwirtschaft.

Auf der anderen Seite: Welche Werte sind gar nicht nachhaltig, sind teilweise sogar skandalbehaftet? Um diese Werte geht es im Folgenden:

  • Aurubis  
  • Clean Harbors 
  • Republic Services 
  • Schnitzer Steel Industries 
  • Séché Environnement 
  • Vow 

ECOreporter hat diese Aktiengesellschaften im Zuge seiner Recherchen für einen Branchenüberblick als (zu) wenig nachhaltig eingestuft. Bei ihnen hat die Redaktion daher auf eine finanzielle Einschätzung verzichtet.

Nicht nachhaltig: Die aussortierten Aktien

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Aurubis aus Hamburg ist auf das Recycling von Metallen und Elektroschrott spezialisiert, um so Kupfer und Edelmetalle zurückzugewinnen. Das Geschäft von Aurubis ist energieintensiv. Um seinen Stromverbrauch zu decken, hat das Unternehmen einen langfristigen Vertrag mit dem Kohlekraftwerk Moorburg geschlossen. In den USA liefert Aurubis nach Erkenntnissen der Nachhaltigkeits-Ratingagentur V.E (Vigeo Eiris) zudem Kupferhülsen für die Munitionsherstellung. Für nachhaltige Anlegerinnen und Anleger also ein eher zweifelhaftes Investment.

Clean Harbors ist ein Umwelt- und Entsorgungsdienstleister aus den USA, spezialisiert auf Giftmüllentsorgung und -aufbereitung. In den vergangenen Jahren war der Konzern in mehreren US-Bundesstaaten in Skandale verwickelt, Behörden warfen ihm Verstöße gegen Umwelt- und Sicherheitsvorschriften vor. So sollen beispielsweise Giftstoffe ins Grundwasser gelangt sein. Clean Harbors wehrte sich in der Regel juristisch, zahlte 2020 aber fast 2 Millionen US-Dollar für Strafen und außergerichtliche Einigungen in diversen Fällen.


Der Kupferproduzent Aurubis stellt etwa auch Hülsen für Munition her. / Foto: imago images, photothek

Republic Services ist das zweitgrößte Entsorgungsunternehmen der Vereinigten Staaten. Der Konzern betreibt unter anderem normale Mülldeponien. Aber er deponiert auch radioaktiven Abfall und versuchte, diese Deponie geheim zu halten. Zudem leistete sich Republic Services Betrugsaffären mit zu hohen Gebühren. Ein jahrelanger Rechtsstreit um einen Schwelbrand auf einer Mülldeponie mit außergerichtlichen Vergleichen in Millionenhöhe steht auch im Sündenregister. Also keine Empfehlung für nachhaltige Anlegerinnen und Anleger.

Schnitzer Steel Industries, ein US-Stahlhersteller, bezeichnet sich selbst als „einen der weltweit führenden Altmetallrecycler“. Das Unternehmen ist allerdings auch ein wichtiger Zulieferer der Nuklearindustrie, da es für die Herstellung von Spezialstahl für Atomkraftwerke zertifiziert ist.

Séché Environnement ist ein französischer Entsorger und Recycler von Industrie- und Medizinabfällen. Über ein Tochterunternehmen bietet Séché Environnement auch die Entsorgung radioaktiver Abfälle für die Nuklearindustrie an, außerdem Beratungsleistungen etwa zu Strahlenschutz und nuklearer Sicherheit.

Vow, ein norwegisches Unternehmen, hat als Geschäftsfeld den Müll auf Kreuzfahrtschiffen. Ein ausführliches ECOreporter-Porträt lesen Sie hier. Mehr als 100 Schiffe von namhaften Kreuzfahrt-Anbietern wie Carnival oder TUI sind nach Firmenangaben mittlerweile mit Vow-Technik etwa zur Wasseraufbereitung oder zur emissionsarmen Müllverbrennung ausgestattet. Eine Tochter des Unternehmens baut außerdem Recycling- und Sortieranlagen für Industriekunden an Land und forscht am chemischen Recycling, der Herstellung von synthetischem Öl aus Plastikabfällen. Vow reduziert zwar die schädlichen Auswirkungen von Kreuzfahrten. Das ist allerdings eher Kosmetik für eine insgesamt nicht nachhaltige Branche.

Verwandte Artikel

29.08.22
 >
19.08.22
 >
17.08.22
 >
29.01.21
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x