Ein indischer Weber reinigt das Solarmodul, mit dem er seine Werkstatt mit strom versorgt. Bislang haben in Indien nur wenige Bewohner Zugriff auf Sonnenenergie. Das will die Regierung ändern, um den enormen Energiemangel zu bekämpfen. / QUelle: Oikocredit

18.08.15 Erneuerbare Energie

Regierung in Indien konkretisiert Pläne für Solarboom

Im Bereich der erneuerbaren Energien war Indien noch vor kurzem ein schlafender Riese. Dies trotz ähnlicher Rahmenbedingungen wie im benachbarten China, dass binen weniger Jahre zum Weltmeister geworden ist beim Ausbau der Nutzung von Photovoltaik und Windenergie. Denn wie die Volksrepublik hat Indien eine Bevölkerung von über einer Milliarden Menschen, eine aufblühenden Wirtschaft mit stark steigendem Energiebedarf und in vielen Landesteilen hervorragender natürlicher Bedingungen für die Produktion von Wind- oder Solarstrom.

Doch die neue indische Regierung setzt sich ehrgeizige Ziele beim Ausbau Erneuerbarer Energien. Sie will die Grünstromkapazität des Subkontinents bis 2022 auf 175.000 Megawatt (MW) Gesamtkapazität steigern. Davon sollen allein 100 MW auf die Photovoltaik entfallen. Hier summierte sich die indische Gesamtkapazität zur Jahresmitte 2015 auf rund 4.000 MW.Zum Vergleich: In China sind allein im erstenHalbjahr 2015 neue Photovoltaikanlagen mit zusammen 7.700 MW neu aufgestellt worden.

Nun hat das indische Energieministerium die Ausbaupläne für die Photovoltaik konkretisiert. Demnach sollen in den sieben Jahren bis 2022 in Indien neue Solarstromanlagen mit zusammen 97.000 MW entstehen, davon 40.000 MW auf Hausdächern. Geplant ist, dass auf Freiflächenanlagen mit 57.000 MW der Großteil des Solarzubaues entfällt.

Auch für die einzelnen Jahre hat das Ministerium konkrete Ausbauziele aufgestellt. Bis zur Jahresmitte 2016 sollen in Indien Neuanlagen mit zusammen 2.000 MW entstehen, dabei nur 200 MW auf Dächern. Für die zwölf Monate danach ist dann ein großer Ausbausprung um zusammen 12.000 MW vorgesehen. Das wäre mehr als bislang jedes andere Land an Solarzubau in einem Jahr geshafft hat. Hierbei soll das Aufdachsegment dann bis zur Jahresmitte 2016 4.800 MW beitragen. Die Planungen sehen in der Folge dann ein breites und stetiges Wachstum des Zubaus vor. Er soll im Jahr 2021/2022 dann mit 17.500 MW das Maximum erreichen sowie eine Angleichung der Anteile von Aufdach- und Freiflächenanlagen.
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