Der Hauptsitz von Singulus Technologies befindet sich in Kahl am Main. / Foto: Unternehmen

18.01.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Ringen um Sanierung von Solarausrüster Singulus geht weiter

Die Hängepartie um die Sanierung der finanziell schwer angeschlagenen Singulus Technologies AG geht weiter. Weil erneut nicht genug Anleihe-Anleger zur Abstimmung über das Sanierungskonzept gekommen sind, will die Singulus nochmals zu einer Gläubigerversammlung einladen.

Es zeichnete sich bereits am Morgen ab: Die Gläubigerversammlung des Solarausrüsters Singulus Technologies AG aus Kahl am Main am heutigen Montag, 18. Januar 2016, war mangels Teilnahme nicht beschlussfähig. Bis zum frühen Morgen hatten der Singulus-Führung lediglich Anmeldungen für 16,6 Prozent der Stimmberechtigten Anleihegläubiger vorgelegen. Am Mittag war dann gewiss, dass es zu einem neuen Anlauf kommen wird. Die nötigen 50 Prozent seien nicht erreicht worden, teilte Singulus Technologies mit. Den nächsten Anlauf will Singulus nach eigenen Angaben nun am 15 Februar 2016 unternehmen. Noch vorher werde das Unternehmen vorläufige Geschäftszahlen für 2015 veröffentlichen, hieß es.  
Zur nächsten Versammlung bräuchte die Singulus lediglich die Teilnahme von 25 Prozent aller Stimmberechtigten, um eine Entscheidung über das Sanierungskonzept fällen lassen zu können. Die Singulus Technologies AG plant einen Kapitalschnitt. Die Anleihegläubiger sollen ihre Anlehen zum Teil gegen neue Aktien und zum Teil gegen neue Anleihen zu niedrigeren Konditionen tauschen. Kurz vor der jetzt gescheiterten Versammlung hatte ein Großinvestor den übrigen Anleihe-Anlegern ein Übernahme-Angebot unterbreitet (ECOreporter.de  berichtete). 

Großinvestor will bessere Konditionen bei neuen Anleihezinsen
Dem Vernehmen nach handelt es sich dabei um den Fonds Prime Capital Debt SCS SICAF – SIF. Weil der Investor vorher signalisiert hatte, die Pläne von Singulus Technologies zu unterstützen,  hatte die Singulus-Führung das Angebot begrüßt. Über das Wochenende wurde allerdings bekannt, dass der Prime Capital Fonds unter anderem höhere Zinsen für die Anleiheinhaber fordert als es das bisherige Konzept vorsieht. Anstatt jährlich drei Prozent, fordert der Fonds eine ansteigende Staffelung beginnend bei drei Prozent und ansteigend auf zehn Prozent ab dem fünften Jahr der neuen Anleihe. Der gemeinsame Vertreter der Anleihegläubiger, One Square Advisoy Services GmbH aus München, unterstützt die Forderung des Fonds. Das hat One Square Advisoy Services GmbH erklärt.
Die Singulus-Führung geht laut einem Bericht des Finance Magazin davon aus, dass der Fonds mehr als fünf Prozent aller ausstehenden Anleihen hält. Damit ein Sanierungskonzept durchkommt, müssten 75 Prozent aller Anwesenden auf der nächsten Versammlung am 15. Februar dafür stimmen. Das heißt, Prime Capital hätte ein gewichtiges Wort mitzureden.
Es geht um die Singulus-Anleihe von 2012 (ISIN DE000A1MASJ4). Die Anleihe ist mit 7,75 Prozent verzinst und läuft noch bis März 2017. Aktuell schuldet Singulus den Anleihegläubigern noch 55 Millionen von ursprünglich 60 Millionen Euro. Die Singulus-Führung hatte die Anleihe-Gläubiger 2015 davon überzeugen wollen, vorrübergehend auf Kündigungsrechte und Zinsausschüttungen zu verzichten, auch dazu waren zwei Gläubigerversammlungen  nötig gewesen, die diese  Fragen nicht abschließend klären konnten (mehr erfahren Sie  hier).
Singulus Technologies AG: ISIN DE0007238909 /WKN 723890
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