Der Fahrradhersteller MIFA steht weiter unter Druck. Im Bild: ein eBike aus dem Sortiment des Unternehmens.

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Sanierung der MIFA AG: Anleger sollen weitere Opfer bringen

Die Anleihe-Gläubiger des finanziell schwer angeschlagenen Fahrradherstellers Mitteldeutsche Fahrradwerke AG aus Sangerhausen müssen über ein Sanierungskonzept abstimmen: Dazu ruft der Fahrradhersteller seine Anleger auf. Die Abstimmung läuft vom 10. Juni 2014 ab 0 Uhr bis zum 13. Juni 2014 um 8 Uhr in der Früh. Eine Versammlung werde dazu nicht einberufen. Zwar soll bei der Abstimmung zunächst ein gemeinsamer Gläubigervertreter gewählt werden. Im Kern geht es für die Anleger jedoch um viel Geld: Zur Rettung des Unternehmens sollen sie auf weite Teile ihrer Ansprüche verzichten:  MIFA schlägt den Gläubiigern vor, die am 12. August 2014 fälligen Zinsen ihrer Beteiligung zu stunden. Außerdem steht der vorrübergehende Verzicht auf Kündigungsrechte auf der Agenda der Abstimmung. Noch im Juni soll auch ein Sanierungsgutachten der Beratungsgesellschaft Ernest & Young vorliegen, hatte die Unternehmensführung im Vorfeld angekündigt.

Vor wenigen Tagen hatte sich der indische Fahrradhersteller Hero Cycles dazu bereit erklärt, über eine Tochtergesellschaft aus den Niederlanden bis zu 15 Millionen Euro bei MIFA zu investieren, allerdings nur, wenn MIFA eine Reihe von Bedingungen erfüllt. Eine davon: Die Anleihegläubiger sollen auf 60 bis 80 Prozent ihrer Gesamtrückzahlungsansprüche verzichten (ECOreporter.de  berichtete). Aus Pflichtmitteilungen vom Wochenende geht hervor, dass Hero Cycle und das niederländische Tochterunternehmen bereits mehr als 20 Prozent der Aktien von MIFA übernommen haben.

Die Anleihe, um die es geht kam 2013 auf den Markt und wäre 2018 zur Rückzahlung fällig. Über das mit 7,5 Prozent verzinste Wertpapier hatte MIFA 25 Millionen Euro eingeworben. Die finanzielle Schieflage resultiert aus Fehlern in den Bilanzen 2011 bis 2013. In diesen Jahren hatte MIFA die Rohstoff- und Produktionskosten durchgehend zu niedrig bilanziert. Daraus ergab sich für 2013 nach vorläufigen Berechnungen 15 Millionen Euro Jahresverlust. Das ergaben Untersuchungen, die die Führung selbst veranlasst hatte. Die Veröffentlichung der testierten Bilanz für 2013 wurde bis auf Weiteres verschoben.
MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG: ISIN DE000A0B95Y8 / WKN A0B95Y
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