Der Ökostromkonzern SunEdison hat neue einschneidende Sparmaßnahmen ergriffen. Das kostet aber zunächst viel Geld. Im Bild ein US-Solarpark von SunEdison. / Foto: Unternehmen

19.02.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Schließungen und Verkäufe sollen SunEdison profitabler machen

Werkschließungen und Verkäufe in den USA und Malaysia sollen den angeschlagenen Ökostromriesen SunEdison Inc. aus der Klemme helfen. Der Konzern aus Belmont in Kalifornien baut Produktionskapazitäten für Wafer und für den Photovoltaik-Rohstoff Silizium ab.

Mit neuen Maßnahmen setzt SunEdison Inc. den eingeschlagenen Sparkurs fort. Der Ökostromkonzern aus Kalifornien hatte bereits im Oktober 2015 die Streichung von 1.000 Stellen angekündigt sowie eine Reihe geplanter Zukäufe und Übernahmen abgesagt. Jetzt hat das Management von Sun Edison weitere Sparmaßnahmen eingeleitet. Zum einen verkauft SunEdison die Waferproduktion am Standort Kuching in Malaysia an Xi'an LONGi Silicon Materials Corp. Der Vertag dazu sei bereits im Dezember 2015 geschlossen worden, teilte die SunEdison-Führung mit. Mit LONGi sei im Gegenzug ein langfristiger Liefervertrag für Solarmodule mit bis zu 3.000 Megawatt (MW) Gesamtkapazität geschlossen worden, hieß es weiter. Der vereinbarte Kaufpreis soll Medienberichten zufolge bei 80 Millionen Dollar liegen. SunEdison machte dazu keine Angaben. Der Konzern hatte 2012 begonnen, dieses Werk auszubauen. Bis Ende 2014 sollte es 300 Megawatt Produktionskapazität erreichen.

Eine zweite große Sparmaßnahme sei die Schließung der Siliziumproduktion am Standort Pasadena im US-Bundesstaat Texas, kündigte SunEdison an. Stattdessen werde SunEdison künftig Silizium vor allem aus Korea beziehen, wo der Konzern ein Gemeinschaftsunternehmen unterhält. Zudem werde sich die Niederlassung in Portland, Oregon, künftig wieder auf kosteneffiziente Forschung und Entwicklung konzentrieren, so die Unternehmensführung weiter. Ziel sei es, den Zugang zu kostengünstigen Solarmodulen zu behalten, zugleich aber durch neue Gemeinschaftsunternehmen die Kosten zu senken, erläuterte Ahmad Chatila,  Chief Executive Officer (CEO) und Präsident von SunEdison, die neue strategische Ausrichtung.

Die Maßnahmen kosten zunächst viel Geld. Chatila zufolge wird sich der Sparkurs in der Bilanz 2015 niederschlagen. Er beziffert die Kosten des Umbaus auf mehrere hundert Millionen Dollar: Zum einen sollen 266 Millionen Dollar als nicht-liquiditätswirksame Aufwendungen in der Bilanz auftauchen. Zum anderen sollen weiter 171 Millionen Dollar für die Restrukturierung anfallen. Ferner werde der Verkauf des Werkes in Malaysia einen einmaligen Sondereffekt in Höhe von 30 Millionen Dollar in die Bilanz 2015 bringen, während die Schließung der Siliziumfabrik in Pasadena vorrausichtlich mit 363 Millionen Dollar dort zu Buche schlage, so der Vorstand. In der Bilanz 2016 sei dann noch mit Restrukturierungskosten zwischen 10 und 13 Millionen Dollar zu rechnen, erklärt der Vorstand weiter.

SunEdison Inc.: ISIN US86732Y1091 / WKN A1WZU6
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