Offshore-Windkraftanlage von Siemens Gamesa. / Foto: Unternehmen

02.10.19 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Aktien-Favoriten

Schwierige Zeiten für Windaktien – wo lohnt sich der Einstieg?

In Deutschland schwächelt der Windkraftausbau, weltweit ist die Windenergie aber weiterhin auf dem Vormarsch. ECOreporter liefert heute einen Überblick über Unternehmen aus der Windkraft-Branche. Welche Aktien sind aussichtsreich, welche Papiere sollten Anleger meiden?

Die Windanlagenhersteller wie Siemens Gamesa, Vestas, Nordex haben derzeit niedrigere Gewinnmargen als früher; vor allem Strafzölle und hohe Rohstoffpreise machen ihnen zu schaffen. Hinzu kommt ein intensiver Wettbewerb unter den Herstellern.

Bei Windpark-Projektierern und Windparkbetreibern sieht es anders aus: Durch den weltweit zunehmenden Windkraftausbau und die sinkenden Kosten für Windparks ist dieses Segment der Windkraftbranche an der Börse weiter im Aufwind. Aber auch bei Aktien von Windanlagen-Projektierern und -betreibern gilt: Anleger sollten Risiken nicht ausblenden und genau hinsehen, in welches Unternehmen sie investieren. Was bedeutet das für die einzelnen Aktien?

Windanlagenhersteller

Der deutsch-spanische Windanlagenbauer Siemens Gamesa meldete Ende September, in Dänemark bis zu 600 Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Als Grund nannte das Unternehmen einen zunehmenden Wettbewerb unter den Herstellern.

Siemens Gamesa legte für das Quartal von März bis Ende Mai durchwachsene Geschäftszahlen vor (ECOreporter berichtete hier). Die Zahlen für sein Geschäftsjahr 2018/19 will der Windanlagenbauer am 5. November veröffentlichen. Neueinsteiger sollten die Veröffentlichung der Zahlen abwarten. 

Der Grund: Fallen sie schlechter aus als erwartet, kann es mit dem Kurs noch einmal deutlich nach unten gehen. Langfristig sind die Wachstumsaussichten für den deutsch-spanischen Windkraftkonzern aber gut – vor allem aufgrund der starken Offshore-Sparte.

Die Siemens Gamesa-Aktie notiert im Tradegate-Handel aktuell bei 12,16 Euro (2.10., 8:00 Uhr). Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Aktie 18,4 Prozent im Plus.

Vestas: Noch mehr Entlassungen – Analysten trotzdem optimistisch

Wie der Konkurrent Siemens Gamesa kündigte der dänische Windanlagenbauer Vestas Ende September Stellenkürzungen an. 590 Jobs sollen an Produktionsstandorten in Dänemark und Deutschland wegfallen. Vestas begründet den Stellenabbau mit einer Verschiebung der Nachfrage – Vestas-Turbinen des Typs V136 seien weniger gefragt. 

In Europa schwächelt bei Vestas aktuell das Geschäft - wie in der gesamten Windbranche. Aus diesem Grund hatte das dänische Unternehmen bereits im August 90 Mitarbeiter seines Turbinenwerks im dänischen Ringkobing entlassen.

Dennoch sind die langfristigen Aussichten für Vestas gut. Der Windkraftausbau weltweit gewinnt immer mehr an Fahrt. Zudem punktet Vestas mit einem starken Servicegeschäft – es machte 2018 ein Viertel des Jahresumsatzes aus. Auch Analysten schätzen das Potenzial des Weltmarktführers für Windkraftanlagen nach wie vor als gut ein. Von 20 Analysten, die das Unternehmen beobachten, empfehlen aktuell 13 die Aktie zum Kauf.

Die Vestas-Aktie steht an der Börse Xetra derzeit bei 71,30 Euro, deutlich unter dem April-Höchstkurs von 82,26 Euro. Auf Jahressicht ist die Aktie 29,2 Prozent im Plus. Neueinsteiger sollten die nächsten Quartalszahlen am 7. November abwarten. Bereits investierte Anleger bleiben dabei.

Vestas ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Mittelklasse. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Nordex: Gewinnzone 2019 nicht in Sicht – manche Analysten zuversichtlich

Nordex kämpft derzeit wie alle Windanlagenhersteller mit gesunkenen Margen. Trotz der zuletzt stark gestiegenen Aufträge wird der Konzern in diesem Jahr die Gewinnzone erneut nicht erreichen.

Manche Analysehäuser sind dennoch zuversichtlich: Die australische Investmentbank Macquarie hat Nordex nach dem starken Kurseinbruch in den letzten Monaten von "Underperform" auf "Outperform" hochgestuft. Das Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten liegt laut Analyst Keegan Kruger bei 14,50 Euro.

Die Risiken seien inzwischen weitaus stärker eingepreist, und Nordex habe für 2020 und 2021 viel Potenzial, schreibt der Macquarie-Analyst in einer Studie. Die Mehrheit der Analysten ist weniger euphorisch. Von elf Analysten, die die Aktie beobachten, stufen fünf die Aktie derzeit als Halteposition ein. Ein Analyst rät zum Verkauf.

Die Nordex-Aktie steht aktuell bei 10,35 Euro. Sie notiert damit über 30 Prozent unter ihrem Zweijahreshoch von 15,68 Euro von Anfang April. Auf Sicht von einem Jahr ist die Aktie 19,24 Prozent im Plus.

ECOreporter favorisiert als Langfristanlage die Konkurrenten Vestas und Siemens Gamesa – beide Unternehmen sind deutlich größer als Nordex. Zudem sind sie im Offshore-Windmarkt aktiv.

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