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Testcenter für Solarmodule von Hanwha Q-Cells: Der Hersteller aus Südkorea plant, nach anderen Märkten Ausschau zu halten, um die Zölle zu umgehen. / Foto: Unternehmen

22.03.18 Aktientipps , Nachhaltige Aktien

So wirkt der Importzoll auf Solar-Aktien - Teil 2

Was die Solar-Importzölle mit US-Aktien machen, haben wir beleuchtet. In Teil 2 geht es um Aktien aus Kanada, China und anderen Ländern. 

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Canadian Solar

Canadian Solar Inc. mit Sitz in Ontario, Kanada, produziert Solarmodule überwiegend in Asien - deshalb ist es besonders von den Handelsbeschränkungen betroffen. Das Unternehmen plant und baut auch Solarkraftwerke. 

Drei Töchterfirmen von Canadian Solar verklagen die Trump-Regierung vor dem Handelsgericht, dem United States Court of International Trade. Sie sehen unter anderem das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) verletzt. Die Importzölle seien "rechtswidrig" und fügten ihnen "schwerwiegende und irreversible Schäden" zu. Man darf gespannt sein, wie der Prozess ausgeht. 

Schon jetzt würden Kapazitäten in den Fabriken von Canadian Solar in Kanada und Südostasien nicht genutzt - eine Folge der Importzölle, sagte CEO Shawn Qu vor wenigen Tagen. Die USA sind ein Schlüsselmarkt für das Unternehmen - das Unternehmen ist US-Marktführer und hat dort aktuell Solarparks mit einer Gesamtleistung von 459 Megawattpeak im "fortgeschrittenen Stadium" der Entwicklung. 

Die Solar-Aktie hat nach Einführung der Strafzölle einen kleinen Kursknick erlitten, ist aber seit Anfang Februar wieder in einem Aufwärtstrend und kostet aktuell an der Nasdaq 16,7 US-Dollar (etwa 13,6 Euro, Stand 20.3., 15:24 Uhr). 

Canadian Solar Inc.: ISIN CA1366351098 / WKN A0LCUY

 

JinkoSolar

JinkoSolar produziert und verkauft Solarzellen, Solarmodule und Montagesysteme für Solarmodule. Der chinesische Konzern hatte bei den Handelsbarrieren mit Schlimmerem gerechnet. Nachdem US-Präsident Donald Trump die Importzölle verhängte, teilte JinkoSolar mit, diese seien "besser als erwartet". 

Analysten sind zudem überzeugt, dass die Chinesen den Strafzöllen trotzen können. So sprach etwa ein Analyst von der UBS aktuell eine Kaufempfehlung für JinkoSolar aus. Er sieht nach wie vor hohes Potential in den USA, die Solar-Installationen dürften sich demnach von 9,9 Gigawatt in 2018 auf 14,7 GW in 2020 erhöhen.


Ein von JinkoSolar errichteter Solarpark. / Foto: Unternehmen

Die JinkoSolar Holding Co., Ltd. sei gut aufgestellt, um weitere Marktanteile zu gewinnen. Rund 14 Prozent der JinkoSolar-Lieferungen gehen aktuell in die USA. Laut einem CNN-Bericht plant der Konzern derzeit auch den Bau einer Modul-Fabrik in den USA - Details dazu gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.

Francois Perrin, Portfoliomanager der auf Erneuerbare Energien spezialisierten Investmentfirma East Capital, sagte, dass mehr chinesische Solarunternehmen Teile ihrer Produktion aufgrund der Tarife in die USA verlagern könnten. 

Für die Jinko-Aktie bedeuteten die Einfuhrzölle Ende Januar ein Kursminus, erst seit Mitte März zeigt sich eine leichte Erholung. An der New York Stock Exchange (NYSE) wird JinkoSolar derzeit mit 20,3 Dollar je Papier gehandelt, umgerechnet 16,5 Euro.  

JinkoSolar Holding Co., Ltd: ISIN US47759T1007 / WKN A0Q87R

 

Hanwha Q-Cells

Hanwha Q-Cells ist ein Solar-Hersteller aus Südkorea. Das Unternehmen bezieht Wafer von Zulieferern und verarbeitet sie weiter zu Solarzellen. Wafer sind aus Silizium-Rohblöcken gesägte dünne Scheiben. 

Unterstützung im Import-Streit bekommt Hanwha von der Regierung Südkoreas: Sie hat den USA Ende Januar bereits rechtliche Schritte bei der Welthandelsorganisation (WTO) angedroht - die Trump-Regierung hat eine Frist bekommen, um zu antworten.

Außerdem plant Hanwha nach eigener Aussage, die Verkäufe zu diversifizieren und nach anderen Märkten zu suchen, um die Zolltarife zu vermeiden.

Der Kurs der Hanwha-Aktie schwankt seit einem Jahr, aber tendenziell geht es nach oben - auch die Strafzölle konnten daran nichts ändern. An der Nasdaq wird sie für 8,2 US-Dollar (6,6 Euro) gehandelt, auf Jahressicht ein Plus von rund 11 Prozent. 

Hanwha Q Cells Co Ltd.:  ISIN US41135V3015 / WKN A14T72

 

Und was ist mit den (ehemaligen) Pennystocks?

Shunfeng International Clean Energy Ltd.

Der chinesische Ökostromkonzern Shunfeng International Clean Energy hält die Mehrheit an Suniva Inc., dem Unternehmen, dass die Importzölle mit einer Petition in Gang brachte. Für die Muttergesellschaft spielt der US-Markt eine sehr wichtige Rolle. 

Laut einem "Forbes"-Bericht von Februar produzieren die führenden Hersteller von Solarmodulen in den USA, einschließlich Suniva und SolarWorld, die sich für den Importzoll einsetzten, derzeit nur Module mit 2 Gigawatt Leistung jährlich. Das sei ein Bruchteil der Nachfrage in den USA. 

Profitieren konnte die Shunfeng-Aktie von diesen Aussichten aber mittelfristig nicht, in Frankfurt liegt der Kurs bei 0,017 Euro - ein Minus von über 68 Prozent auf Jahressicht. 

Shunfeng Clean Energy Ltd: ISIN KYG8116S1057 / WKN A12FZL

 

ReneSola

"Wir glauben, dass sich die US-Projektierer bereits darauf eingestellt haben. Die Auswirkungen auf das Wachstum sollten unkritisch sein." So gelassen sah der Projektentwickler und ehemalige Modulproduzent aus China die Einführung der Handelsbarrieren. 

Für in vielen Märkten breit aufgestellte Unternehmen wie ReneSola seien die Auswirkungen gering, hieß es. Zudem würden die fortschreitende technische Entwicklung in der Solarindustrie in den kommenden Jahren für einen weiteren Preisrückgang sorgen. Davon dürften Projektierer wie ReneSola profitieren. 

Auch für diese Aktie ging es Ende Januar nach unten, aber die Tendenz ist seit einem Monat wieder positiv. Beim aktuellen NYSE-Kurs von 2,6 US-Dollar ist sie sogar raus aus dem Pennystock-Bereich. 

ReneSola Ltd.: ISIN US75971T3014 / WKN A2DLEP 

       

Yingli Green Energy

Yingli Green Energy verkauft Solarmodule - hauptsächlich in China und Japan. Deshalb sind die von Trump verhängten Handelsbarrieren nicht so gravierend für den Konzern mit Sitz in der chinesischen Provinz Hebei.  

Mehr Auswirkungen dürfte beispielsweise der Fünfjahresplan der chinesischen Regierung haben, der für die Jahre 2021 bis 2025 vorgesehen ist. Demnach könnten Subventionen für die Photovoltaik-Industrie in China weiter zurückgefahren werden. 

An der NYSE notiert die Yingli-Aktie derzeit bei 1,7 US-Dollar, umgerechnet 1,3 Euro. Anfang Januar kostete sie noch 2,1 Euro, hat seitdem abgebaut. ECOreporter.de hat bereits seit 2015 von dem Investment abgeraten - und Recht behalten. 

Yingli Green Energy Holding Co. Ltd.: ISIN US98584B2025 / WKN A2ACH0

 

In dieser Liste finden Sie die aktuellen Kurse aller Solar-Aktien: 

7C Solarparken AG 3,41 € 0,14
Canadian Solar Inc. 20,11 € 0,08
Centrotherm International AG 2,12 € -0,08
Daqo New Energy Corp. 46,37 € 0,32
Enphase Energy Inc. 24,88 € 0,46
First Solar Inc. 60,53 € 0,48
Gcl Poly Energy Holdings Ltd. 0,04 € 0,00
Jinkosolar Holding Co. Ltd. 18,45 € -0,40
Manz AG 17,48 € -0,20
Meyer Burger Technology AG 0,46 € -0,01
Phoenix Solar AG 0,02 € -0,01
Rec Silicon Asa 0,45 € 0,00
Shunfeng Intl Clean Energy Ltd 0,02 € -0,00
Sma Solar Technology AG 25,72 € 1,34
Solaredge Technologies Inc. 81,09 € 0,22
Solarworld AG 0,07 € -0,01
Sunopta Inc. 1,94 € 0,00
Sunpower Corp. 13,35 € -0,43
Vivint Solar Inc. 7,06 € -0,05

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