Solarpark mit Modulen von Yingli Green Energy. Der Solarkonzern kämpft an zwei Fronten: mit sinkenden Preisen für Solarmodule und mit hohen Schulden. / Foto: Yingli

18.04.17 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Meldungen

Solar-Aktie Yingli Green Energy stabilisiert sich – warum ECOreporter vor dem Investment warnt

Nach langer Talfahrt ging es für die Solar-Aktie von Yingli Green Energy zuletzt wieder aufwärts. Und dies obwohl der chinesische Solarkonzern weiter in der Verlustzone steckt. Wie sollten Anleger reagieren?

Nach vorläufigen Berechnungen hat Yingli Green Energy in 2016 deutlich weniger Solarmodule verkauft als im Vorjahr. Immerhin erreichte der Solarkonzern aus Baoding die im Dezember verringerte Absatzprognose von rund 2,2 Gigawatt (GW). Er lieferte 2,2 GW aus nach 2,5 GW in 2015. Der Jahresumsatz verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 8.376 Renminbi, was umgerechnet 1,2 Milliarden US-Dollar entspricht.

Yingli hatte 2016 mit Finanzproblemen zu kämpfen, musste daher die Produktion drosseln. Der noch vor kurzem weltweit größte Hersteller von Solarmodulen rutschte daher im Ranking der Solarhersteller ab (mehr über die aktuelle Rangliste erfahren Sie hier). Darüber hinaus brachen 2016 die Preise für Solarmodule ein. Dies führte dazu, dass Yingli nicht nur weniger Module produzierte, sondern auch weniger Geld dafür erhielt.

Zwar ist es Yingli 2016 gelungen, die Kosten gegenüber dem Vorjahr in etwa zu halbieren. Dennoch erwirtschaftete der Solarkonzern abermals einen hohen Nettoverlust. Er belief sich auf 2.038 Renminbi bzw. 293,6 Millionen US-Dollar. Der Fehlbetrag fiel damit zwar um 63 Prozent geringer aus als im Jahr zuvor. Doch damit bleibt die Situation für Yingli alarmierend, da der Solarkonzern weiter Geld verbrennt, während er unter hohen Schulden ächzt.

Die weiteren Aussichten für Yingli sind düster

Bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen für 2016 stellte Liansheng Miao, Chairman und Chief Executive Officer (CEO) von Yingli Green Energy, denn auch klar, dass der Fortbestand des Unternehmens "ernsthaft gefährdet" ist. Es stehe mit über zwei Milliarden US-Dollar in der Kreide und weise ein negatives Betriebskapital von über 1,1 Milliarden US-Dollar auf. Es müsse dem Konzern gelingen, Verbindlichkeiten neu zu verhandeln und neue Finanzierungsquellen zu erschließen. Zumal er im Mai 2017 eine Anleihe aus 2017 zurückzahlen muss.

Erschwerend kommt hinzu, dass Yingli vor allem von zwei Absatzmärkten abhängt, von China und von Japan, in denen weitere Einschnitte bei der Solarförderung anstehen bzw. in diesem Jahr greifen. Was bedeutet, dass Yingli Kunden bei den Preisen weiter entgegenkommen muss und sich die Einnahmen des Solarkonzerns eher verschlechtern dürften. Die Konzernführung rechnet zwar für das Gesamtjahr 2017 mit einem Absatz auf dem Niveau des Vorjahres. Bei sinkenden Preisen dürften die Einnahmen aber weiter schrumpfen.

Fazit

Daher raten wir weiterhin von dem Investment in die Solar-Aktie ab. Sie kostet an der New Yorker Börse jetzt 2,8 Dollar, hat sich damit seit März stabilisiert. Seit unserer ersten Verkaufsempfehlung in einem  Aktientipp vom Frühjahr 2015  hat sie über 90 Prozent ihres Wertes verloren. Aber noch immer bedeutet das keine günstige Gelegenheit zum Einstieg. Das Risiko einer Pleite von Yingli und damit eines Totalverlustes des Investments war noch nie so hoch wie jetzt.


Yingli Green Energy Holding Co. Ltd.: ISIN  US98584B2025 / WKN A2ACH0
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