Solarpark von Canadian Solar. Der Konzern kann viele Module in eigenen Projekten verbauen und so die Produktion leichter auslasten. Zudem sichert er sich stabile Einnahmen aus dem Verkauf von Solarstrom und kann für viel Geld Anteile an den Solarfarmen verkaufen. / Foto: Unternehmen

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Solaraktie vor dem Comeback? – Canadian Solar punktet im Geschäft mit Solarparks

Der Aktienkurs von Canadian Solar hat sich nach langer Talfahrt zuletzt stabilisiert. Dazu trugen Erfolge im Projektgeschäft bei. Steht die Solaraktie jetzt vor der Trendwende?

Canadian Solar hat den Solarpark-Bestand weiter ausgebaut. Der Konzern gehört zu den größten Solarherstellern der Welt, setzt aber verstärkt auf das Geschäft als Solarprojektierer. Hier liegt der Schwerpunkt des Unternehmens mit Hauptsitz im kanadischen Bundesstaat Ontario auf dem Solarmarkt der USA. Dort hat die Konzerntochter Recurrent Energy jetzt in Kalifornien zwei weitere Solarparks mit einer Gesamtkapazität von 231 Megawatt (MW) errichtet.

Hierbei handelt es sich um die Solarfarmen Astoria 1 mit 131 MW und Astoria 2 mit 100 MW im Landkreis Kern. Sie wurden laut Canadian Solar Ende 2016 ans Netz gebracht und können zusammen 40.000 Durchschnittshaushalte mit Solarstrom versorgen. Mit dem Versorger Pacific Gas and Electric und mit dem Stadtwerkeverbund Southern California Public Power Authority habe man langfristige Stromabnahmeverträge abgeschlossen. Mit an Bord ist auch der Mischkonzern General Electric (GE). Er hat sich an der Finanzierung der Solarparks beteiligt und sie mit Wechselrichtern ausgestattet, die Solarstrom in netzfähigen Wechselstrom umwandeln.

Spektakulärer Ausbau des Projektgeschäfts in wenigen Monaten

Damit betreibt Recurrent Energy für den Mutterkonzern allein in Kalifornien jetzt Solarparks mit insgesamt 535 MW. Erst Mitte Dezember hatte der Projektierer den Solarpark Garland mit 272 MW ans Netz gebracht, der sich ebenfalls im Landkreis Kern befindet. In Texas will Recurrent Energy in Kürze die Solarfarm Roserock ans Netz bringen, die 212 MW erreichen soll. Dadurch würde die Kapazität der laufenden Solarparks im Besitz von Canadian Solar auf rund 1,7 Gigawatt (GW) ansteigen. Sie hätte sich damit seit Ende des dritten Quartals 2016 um rund 70 Prozent erhöht und seit Anfang 2016 fast vervierfacht.

Zwei Drittel der aufgebauten Solarstromkapazität entfallen dabei auf Projekte in den USA, weitere 100 MW auf kanadische Solarparks. In China und in Japan betreibt der Konzern Solarparks mit rund 300 MW, weitere in Großbritannien.

Einnahmen aus Solarparks gleichen Schwächen im Modulgeschäft aus

Der Solarkonzern verbesserte damit seine Einnahmemöglichkeiten deutlich. Weniger durch die stark erhöhte Solarstromproduktion, sondern weil er Beteiligungen an den Solarparks für viel Geld veräußern kann. Er hat bereits Käufer für große Anteile an den Projekten Garland, Astoria 1 und Astoria 2 gefunden. Hierbei handelt es sich um Stromversorger. Sie werden von US-Bundesstaaten verpflichtet, hohe Anteile ihres Stromangebotes mit Erneuerbarer Energie abzudecken.

Überdies machten die Kanadier kürzlich Kasse mit Solarparks in China. Mit diesen Verkäufen könnten sie Einnahmeverluste im Geschäft mit Solarmodulen ausgleichen. Weil weltweit viel mehr Solarmodule hergestellt als nachgefragt werden, sind die Preise dafür stark gefallen. Hintergrund ist der Nachfrageeinbruch in China, dem weltweit größten Solarmarkt. Dort wurde zur Jahresmitte 2016 die Solarförderung stark beschnitten.

Canadian Solar: Weiterhin hohe Kursrisiken der Solaraktie

ECOreporter.de hatte im August 2016 auf erhöhte Kursrisiken für die Aktie von Canadian Solar hingewiesen. Seither hat sie zweistellig an Wert verloren. Die Unsicherheiten über die weitere Entwicklung sind weiter groß. Im November musste Canadian Solar die Prognose für das Gesamtjahr 2016 nach starken Umsatz- und Gewinneinbußen im dritten Quartal kürzen. Und es ist noch völlig offen, wie lange der Preisverfall bei Solarmodulen noch anhält. Immerhin ist Canadian Solar finanziell stabil und wirtschaftet weiter profitabel. Der Konzern hat beste Aussichten, die Marktbereinigung zu überstehen, die der Preisverfall derzeit erzwingt.

Erst wenn weniger Solarmodule produziert werden, weil Hersteller pleitegehen, dürften sich die Preise und damit die Einnahmen der Solarkonzerne stabilisieren. Wer diese Krise übersteht, kann dann vom weiteren Wachstum des weltweiten Solarmarktes profitieren. Die Kanadier dürften zu den Gewinnern der Krise zählen.

Doch für 2017 sind die Aussichten eher düster. Es wäre schon ein Erfolg, wenn Canadian Solar den Rückgang beim Umsatz und beim Ergebnis in Grenzen halten würde. Es ist daher noch völlig offen, wann sich die Solaraktie nennenswert erholen wird. Nur risikobereite Anleger sollten den niedrigen Kurs nutzen und in die Solaraktie investieren. Wir raten derzeit lediglich dazu, sie zu halten.

Canadian Solar Inc.: ISIN CA1366351098 / WKN A0LCUY
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