Suntech hat in China mit großem finanziellen Aufwand eine hochwertige Solarproduktion aufgebaut, sich aber bei den Dimensionen verhoben. / Quelle: Unternehmen

28.10.13 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Solarkonzern Suntech droht der Ausverkauf

Die Anzeichen für einen Verkauf der insolventen China-Tochter des Solarkonzerns Suntech Power Holdings verdichten sich. Suntech Power Holdings ist auf den Cayman-Inseln ansässig, die Produktion des börsennotierten Solarkonzerns findet vor allem in China statt. Doch die China-Tochter Wuxi Suntech Power ist überschuldet und daher seit März insolvent. Ihre Schulden belaufen sich auf umgerechnet 2,8 Milliarden Dollar. Der Mutterkonzern ist außerstande, der Produktionstochter wieder auf die Beine zu helfen. Daher ist ein Verkauf wohl unausweichlich.

Chinesischen Medienberichten zufolge hat sich Shungfeng Photovoltaic International, ein ebenfalls chinesischer Solarkonzern aus Jiangsu, jetzt in einem Bieterverfahren durchgesetzt. Das an der Börse in Hong Kong gelistete Aktienunternehmen habe von den zuständigen Behörden die Erlaubnis erlangt, die Suntech-Tochter zu übernehmen. Es habe beim Insolvenzverwalter ein Angebot und eine erste Anzahlung in Höhe von umgerechnet 82 Millionen US-Dollar hinterlegt.

Nun muss in den nächsten Wochen eine Gläubigerversammlung einberufen werden und über das Angebot abstimmen. Wenn Shungfeng auch diese Hürde nimmt, steht noch die abschließende Genehmigung der Übernahme durch ein lokales Gericht an. Offenbar ist aber zu erwarten, dass die Übernahme noch in diesem Jahr vollzogen werden kann.

Damit würde der ehemals weltweit größte Solarkonzern weitgehend entkernt. Suntech hat die Produktion in den USA bereits aufgegeben und verfügt außer in China nur nohc über eine nennenswerte Produktion in Europa. Doch auch die Europa-Tochter steht unter Gläubigerschutz.

Der Shungfeng dagegen würde mit der Übernahme der Aufstieg in die erste Reihe der chinesischen Solarhersteller gelingen. Während Suntech zuletzt eine Produktionkapazität von etwa 1.800 Megawatt (MW) erreichte, hatte Shungfeng in 2012 ganze 200 MW ausgeliefert. Aber im vergangenen Jahr war mit Cheng Kin Ming aus Hong Kong, der sich in China Zheng Jianming nennt, ein finanzstarker Großinvestor eingestiegen. Der Immobilienmagnat verfügt über knapp ein Drittel der Anteile von Shungfeng, zählt mit etwa 20 Prozent auch zu den größten Anteilseignern von LDK Solar, einem weiteren großen Solarkonzern aus China, und ist über die gesamte solare Wertschöpfung hinweg investiert. Offenbar mausert er sich zu einem der großen Spieler im chinesischen Solarmarkt und damit auch dem Weltmarkt für Photovoltaikkomponenten, den Hersteller aus der Volksrepublik dominieren.

Shungfeng will nach eigenen Angaben den Einkauf der riesigen Produktionskapazitäten, der hochqualifizierten Entwicklungsabteilung von Suntech und deren Patente aus verschiedenen Quellen finanzieren. Unter anderem kündigte das Unternehmen die Ausgabe neuer Aktien und Anleihen an.
Suntech Power Holdings Co. Ltd: ISIN US86800C1045 / WKN A0HL4L
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