Solarzellenfertigung bei SolarWorld: während das Unternehmen weiter operative Verluste macht, schreiben manche Konkurrenten schon wieder schwarze Zahlen und können in ihre Produktion investieren. Der deutsche Solarkonzern droht daher den Anschluss zu verlieren. / Quelle: Unternehmen

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SolarWorld AG erwartet auch für 2014 operativen Verlust

Mit Abstrichen zuversichtlich schätzt die SolarWorld AG ihre Aussichten für die nahe Zukunft ein. Der Bonner Solarkonzern veröffentlichte heute Nachmittag eine Planung 2014 bis 2016. Demnach rechnet er für das laufende Geschäftsjahr 2014 mit einem deutlichen Konzernwachstum. So soll der „Absatz von Modulen und Bausätzen im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahreswert von 548 Megawatt (MW) um mindestens 40 Prozent ansteigen. Ferner visiert das Unternehmen einen Jahresumsatz von über 680 Millionen an. Zum Vergleich: in der erst vor wenigen Wochen angepassten Bilanz für das Geschäftsjahr 2012 wurde der Umsatz mit rund 606 Millionen Euro beziffert. Vom Umsatz der Jahre 2009 bis 2011, als die Erlöse der SolarWorld AG jeweils leicht die Marke von einer Milliarde Euro überstiegen, bliebe das Unternehmen damit auch in 2014 weit entfernt. Es erwartet der aktuellen Planung zufolge, dass diese Marke erst in 2016 wieder übersprungen wird. Den Konzernbericht für 2013 will der Solarkonzern am 27. März veröffentlichen. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres hatte sich sein Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als ein Viertel auf 345,6 Millionen Euro verringert.

Bis Ende Februar will SolarWorld die im vergangenen Jahr beschlossenen und von Versammlungen der Aktionäre sowie der Investoren, die Anleihen des Solarkonzerns gezeichnet hatten, abgesegneten Maßnahmen zur Restrukturierung der Finanzverbindlichkeiten und zur Bilanzsanierung umgesetzt haben. Auch die Geschäfte sind neu strukturiert worden, unter anderem wurden Produktionskapazitäten in den USA abgebaut und andere günstig vom Bosch-Konzern eingekauft, der sich aus dem Geschäft mit Photovoltaik zurückzieht. „Die operativen Restrukturierungsmaßnahmen sollen im Laufe des Jahres 2014 ihre Wirkung entfalten“, heißt es nun dazu. Daher rechne der Vorstand für 2014 mit einem positiven Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von mindestens zehn Millionen Euro. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) werde allerdings wohl erneut ein Fehlbetrag anfallen, voraussichtlich in Höhe zwischen 20 Millionen und 35 Millionen Euro. In 2012 war noch ein EBIT-Verlust von rund 620 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Der operative Verlust nach den ersten drei Quartalen in 2013 hatte sich auf 107,2 Millionen Euro belaufen.

Die veröffentlichten Annahmen der SolarWorld basieren auf der Annahme, dass die Solarindustrie im Laufe des Jahres 2014 „die Endphase der Konsolidierung erreicht haben wird“, wie mitgeteilt wurde. Während die globale Nachfrage nach Solarstromprodukten im Jahr 2014 voraussichtlich weiterhin wachsen werde, dürften die Preise auf dem aktuellen Niveau bleiben. Für das Jahr 2015 hofft der Solarkonzern auf „ein positives operatives Ergebnis sowie weitere Umsatzsteigerungen von über 20 Prozent“. Er betonte in seiner Bekanntmachung jedoch auch, dass sich "die für die Unternehmensplanung unterstellten Annahmen und Rahmenbedingungen ändern können".  

SolarWorld AG: ISIN: DE000A1YCMM2 / WKN: A1YCMM
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