Solarmodule von SolarWorld im Einsatz. Der Preisverfall bei Solarmodulen macht dem deutschen Solarkonzern zu schaffen. / Foto: SolarWorld AG

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SolarWorld-Aktie im Sturzflug – ECOreporter.de hatte gewarnt

SolarWorld hat die Prognose für das Gesamtjahr kassiert. Die Solaraktie befindet sich seit der Nachricht im freien Fall. ECOreporter.de hatte frühzeitig davor gewarnt, dass der Solarkonzern aus Bonn seine Ziele für 2016 kaum erreichen dürfte.

Die Aktie von SolarWorld hat am heutigen Montagmorgen bis 10:40 Uhr im Xetra rund neun Prozent an Wert verloren. Der Solarkonzern hat den Kursrutsch mit der Nachricht ausgelöst, dass er die Prognosen für den Umsatz und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in 2016 "voraussichtlich nicht erfüllen" kann. Der Vorstand betonte, dass SolarWorld den Absatz in 2016 aber wie angekündigt gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Prozent steigern werde. Die Rücknahme der Umsatz- und Gewinnprognose erklärte die Führung von SolarWorld mit einem Preisverfall für Solarkomponenten im Weltmarkt. Dieser sei durch Billigangebote von Wettbewerbern aus China ausgelöst worden. In China sei der Binnennachfrage aufgrund der Kürzung der Einspeisetarife im 3. Quartal 2016 eingebrochen.

Allerdings war es schon länger bekannt, dass die Solarförderung in China zur Jahresmitte gekappt wird.  ECOreporter.de hatte bereits im Juni darüber berichtet, dass die Nachfrage in China in der zweiten Jahreshälfte wohl einbrechen wird und die chinesischen Solarkonzerne gezwungen seien, ins Ausland zu drängen. Und dass durch den sich somit verschärfenden Wettbewerb ein starker Preisverfall absehbar sei. Dennoch hatte SolarWorld bis zur Bekanntgabe der Halbjahreszahlen im Juli an dem Ziel festgehalten, im Jahresverlauf beim EBIT einen Gewinn "im unteren zweistelligen Millionenbereich" zu erwirtschaften. Erst im Juli hatte SolarWorld dann diese Prognose verringert und eingeräumt, dass ein EBIT-Verlust möglich sei. Der Vorstand nannte für die angepasste EBIT-Prognose damals einen "Korridor zwischen minus 10 Millionen Euro und plus 10 Millionen Euro".

SolarWorld kriselt schon länger

Schon 2015 hatte SolarWorld das ausgegebene Ziel verfehlt, im Gesamtjahr ein positives EBIT zu erreichen. Auch damals hatte der Vorstand erst im Oktober 2015 die Gewinnprognose kassiert. Am Ende stand dann ein EBIT-Verlust von 4,2 Millionen Euro in der Bilanz für 2015 zu Buche.

Ohnehin steckt SolarWorld schon seit Jahren in der Verlustzone und hatte auch nicht profitabel wirtschaften können, als 2015 die weltweite Nachfrage für Solarmodule enorm gewachsen ist. Das gelang dem deutschen Konzern ebenfalls nicht, als im ersten Halbjahr 2016 in China ein neuer Absatzrekord aufgestellt wurde und die chinesischen Hersteller sich überwiegend auf den Heimatmarkt konzentrieren konnten. Im ersten Halbjahr hat SolarWorld stattdessen beim EBIT einen Verlust von 5,1 Millionen Euro erwirtschaftet. Weil sich nun der Preiswettbewerb verschärft, dürfte das zweite Halbajhr kaum besser ausfallen.

Solaraktie hat weiter hohe Kursrisiken

ECOreporter.de warnt bereits seit geraumer Zeit vor den hohen Kursrisiken der Solaraktie.  Als wir in einem Aktientipp vom Februar 2015 vor dem Investment in die Solaraktie warnten, wurde sie noch mit 11,8 Euro gehandelt. Im Xetra ist sie nun nur noch 3,5 Euro wert. Wir sehen noch keine Anzeichen für eine Wende dieses Negativtrends und  bekräftigen unsere Empfehlung, nicht in die Aktie von SolarWorld zu investieren.

SolarWorld AG: ISIN DE000A1YCMM2 / WKN A1YCMM
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