Einblick in die Produktion von SolarWorld. Mit der Übernahme eines Werkes von Bosch werden die Kapazitäten voraussichtlich ab Februar deutlich erweitert sein. / Quelle: Unternehmen

20.01.14 Nachhaltige Aktien , Meldungen

SolarWorld bereitet Sanierung vor – Details zum Bosch-Deal

Der finanziell angeschlagene Solarkonzern SolarWorld stellt die Weichen für sein beschlossenes Sanierungspaket. In diesem Zusammenhang beantragte das Bonner Unternehmen bei der Börse Luxemburg die Aussetzung zweier Anleihen im Gesamtvolumen von 550 Millionen Euro. Die beiden Wertpapiere mit 6,375 beziehungsweise 6,125 Prozent Verzinsung waren 2010 (ISIN XS0478864225) und 2011 (ISIN XS0641270045) auf den Markt gekommen und wären 2017 beziehungsweise 2016 fällig gewesen.


Mit dem Handelsstopp, der voraussichtlich am 25. Januar in Kraft treten wird, bereitet SolarWorld einen Kapitalschnitt mit anschließender Kapitalerhöhung vor. Dies führt dazu, dass der Großteil der Anteile der Aktionäre an die Anleihe-Gläubiger übergeht und SolarWorld, im Gegenzug von den Anleihe-Verbindlichkeiten befreit wird. Neben Vorstandschef Frank Asbeck, der seinen Aktienanteil bei nach dem Schuldenschnitt wieder aufstocken will, steigt das katarische Unternehmen Qatar Solar Technologies als Großinvestor ein. Weil einige Aktionäre gerichtlich gegen das Konzept vorgegangen sind und noch vorgehen, war einem Teil der Altaktionäre ebenfalls das Recht eingeräumt worden, nach dem Kapitalschnitt bei der Kapitalerhöhung neue Aktien zu kaufen (mehr dazu lesen Sie  hier). Wenn alles nach dem Willen von SolarWorld verläuft, soll die Sanierung Ende Februar 2014 abgeschlossen sein.

Ebenfalls im Februar vollzogen werden soll die Übernahme der Photovoltaik-Produktionskapazitäten von Bosch durch die SolarWorld AG. Dafür hat SolarWorld übereinstimmenden Medienberichten zufolge inzwischen die Zustimmung der Kartellbehörden erhalten. Außerdem will das Wall-Street-Journal erfahren haben, dass Bosch SolarWorld bis zu 130 Millionen Euro für die Übernahme zahlen will. „Mit dem Vorgang vertraute Personen“ sollen angegeben haben, dass dieses Geld als Ausgleichszahlung für zu erwartende Verluste gedacht sei. Wie hoch diese Ausgleichszahlung tatsächlich ausfalle, hänge allerdings davon ab, wie sich die Produktionsstätten weiter entwickeln. Der Vertrag zwischen Bosch Solar und Solarworld sehe zudem vor, dass SolarWorld das Werk in Arnstadt nicht als Sicherheit für seine Verbindlichkeiten einsetzen dürfe. Dies solle verhindern, dass die Anlagen an Gläubiger von SolarWorld weitergereicht werden könnten.

SolarWord AG: ISIN DE0005108401 / WKN 510840
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