Starbucks hat ein Stück sienes nachhaltigen Images verloren und ist nicht mehr im NAI vertreten. / Bildquelle: Unternehmen

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Starbucks fliegt aus dem Naturaktienindex

Im Naturaktienindex (NAI) hat es eine prominente Umbesetzung gegeben.  Der NAI-Anlageausschuss hat die US-Kaffeeröster-Kette Starbucks ausgeschlossen und durch den ebenfalls US-amerikanischen Biokaffee-Hersteller Green Mountain Coffee Roasters ersetzt. Starbucks sei bei der Förderung von Öko-Kaffee zwar weiterhin sehr engagiert, dennoch habe der NAI mit der Umbesetzung ein Zeichen setzten wollen. Denn Starbucks zählt zu den Großkonzernen, die sich systematisch arm rechnen um Steuern zu sparen. Dazu Horst Hamm, Sprecher des NAI-Ausschusses: „Die Tricksereien von Starbucks zur Vermeidung von Steuerzahlungen widersprechen den Prinzipien eines nachhaltigen Wirtschaftsstils.“  

 Das Prinzip ist einfach, unter Großkonzernen weit verbreitet und vor allem legal. Umsätze werden über Landesgrenzen zu Töchterfirmen verschoben, die Steuervorteile genießen.  Dies trifft auch auf die Starbucks Europazentrale zu. Die zahlreichen Filialen zahlen Lizenzgebühr an die Europazentrale und die Gewinne fallen in den Niederlanden an. Zahlreiche Regierungen kritisieren ihre großen legalen „Steuerflüchtlinge“ für diese Praxis mittlerweile. Auch der IT-Riesen Apple stand wegen eines solchen Systems schon in der Kritik.

Starbucks war knapp zehn Jahre lang im NAI vertreten. Pluspunkte sammelte der Konzern für seine nachhaltigen Anbaumethoden im Regenwalt und für seine Fair-Trade-Strategie. Das Nachfolgeunternehmen im NAI Green Mountain Coffee Roasters aus Waterbury in Vermont ist vor allem in seiner Heimat USA in den vergangenen Jahren rasant gewachsen und wird dort seit längerem von Starbucks als ernstzunehmende Mitbewerberin wahrgenommen.

Dort liegt der Marktanteil inzwischen bei 18 Prozent. Die nachhaltig ausgerichtete Bio-Kaffeespezialistin verbuchte in 2012 rund 2,6 Milliarden Dollar Umsatz und 199,5 Millionen Dollar Nettogewinn. Gemessen am Vorjahr war das ein Umsatzplus von 46 Prozent und ein Gewinnsprung um 82 Prozent.
Auch das zurückliegende zweite Quartal hat Green Mountain Coffee Roasters mit deutlich verbesserten Zahlen beschlossen: Das Nettoquartalsergebnis kletterte um 42 Prozent auf 132,4 Millionen Dollar. Im Mai 2013 hatte die Unternehmensführung die Prognose für das Gesamtjahr deutlich wehöht.  Ein Gewinn von 3,05 bis 3,15 Dollar je Aktie wurde in Aussicht gestellt statt wie zuvor 2,72 bis 2,82 Dollar je Aktie. Der Umsatz soll  bis zu 14 Prozent auf 4,28 bis 4,4 Milliarden Dollar anwachsen, hieß es.

Green Mountain Coffee Roasters beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit 5.800 Mitarbeiter. Die Firma setzt sowohl auf Bio-Kaffe als auch auf fairen Handel. Kritisiert wird allerdings zuweilen, dass das Unternehmen seine Produkte vor allem in kleinen Kapseln anbietet.

Ebenfalls neu im NAI ist die britische Baumarktkette Kingfisher. Hier sei mit ausschlaggebend gewesen, dass die Holzprodukte der stark auf Heimwerker ausgerichteten Kette bisher zu 81 Prozent aus ökologisch zertifizierten Wäldern kommen. Außerdem habe sich Kingdisher das Ziel gesetzt, bis 2020 in diesem Bereich auf 100 Prozent zu kommen.  Für Kingfisher weicht die Wasserfilter-Spezialisten Best Water Technology BWT aus Österreich. Sie scheide wegen einer Übernahme aus.

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