Aus dem Geschäft mit Bambussprossen will die Asian Bamboo AG im Rahmen iherer strategischen Neuausrichtung aussteigen. / Bildquelle: Unternehmen

17.12.13 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Strategiewechsel bei Asian Bamboo – Immobilien statt Bambus?

Die Aktie der auf Bambusanbau in China spezialisierten Asian Bamboo AG aus Hamburg hat einen herben Einbruch erlitten. Heute bis 11:59 Uhr verbuchte sie im Xetra der Deutschen Börse 27,5 Prozent Kursverlust auf 1,33 Euro. Damit war sie 14,6 Prozent billiger als vor einem Monat. Und auf Jahressicht beträgt der Kursverlust 64,4 Prozent.

Hintergrund des aktuellen Absturzes sind schlechte Nachrichten aus der Unternehmenszentrale in Hamburg: Weil die Probleme auf den Bambus-Plantagen nicht aufhören, plant die Asian Bamboo AG eine strategische Neuausrichtung, die mit der Ausgabe von Wandelanleihen unterfüttert werden soll.

Zwar will die Asian Bamboo AG ihr bisheriges Kerngeschäft, den Betrieb von Bambus-Plantagen in der chinesischen Provinz Fujan aufrecht erhalten. Ein Teil der Landwirtschaftsflächen sollen aber zu Bauland umfunktioniert werden und Asian Bamboo den Weg in das Immobilien-Geschäft ebnen. „Die Immobilienprojekte sollen in separaten Projektgesellschaften gehalten werden, in denen eine Konzerntochter Anteilseigner ist. Der Vorstand geht davon aus, dass Asian Bamboo in den meisten Projekten eine wesentliche Beteiligung halten wird, neben anderen, nicht mit Asian Bamboo verbundenen Gesellschaftern“, teilten die Hamburger mit. Die Projektgesellschaften sollen über eigene Management-Teams für Verwaltung, Bau, Vertrieb und Marketing zuständig sein. Dazu werde Asian Bamboo auf „in der Immobilienbranche erfahrenen Führungskräfte“ für diese Teams setzen. Neben der Umwandlung eigener Flächen plant der Asian-Bamboo-Vorstand auch die Beteiligungen an bestehenden Immobilienprojekten in China.


Zudem werde Asian Bamboo die Fertigung von Bambusfasern aufgeben. Grund seien die niedrigen Preise für Zellstoff und Baumwolle. „Diese Entscheidung hat keine wesentlichen finanziellen Auswirkungen“, hieß es. Auch die Organisationsstruktur soll schlanker und effizienter werden: Angedacht seien dezentralere Entscheidungswege und „Boni für Mitarbeiter der Plantagen-Management Zentren, sofern sie gute Ergebnisse erzielen.“

Um die Kostenstruktur zu verbessern, erwäge Asian Bamboo außerdem weitere Verkäufe von Minderheitsbeteiligungen und die Weiterverpachtung einzelner Plantagenteile an Dritte. Frisches Kapital erhofft sich das Unternehmen durch die Ausgabe neuer Wandelanleihen. Diese neuen Anleihen sollen auf drei Jahre angelegt sein. Dabei sei weder eine garantierte Rendite noch eine feste Verzinsung geplant. Dazu der Vorstand: „Aktuell ist eine Wandelanleihe wandelbar in 4.627.500 Aktien geplant, gleichbedeutend einem Bezugsrecht einer auf eine Aktie lautenden Wandelschuldverschreibung für jeweils 3,3 gehaltene Aktien. Ein Aktionär, der beispielsweise 1.000 Aktien besitzt, wäre berechtigt, bis zu 302 Wandelschuldverschreibungen mit Wandlungsrechten für 302 Aktien zu zeichnen.“ Es sei beabsichtigt, dass die Bezugsrechte handelbar sind, was bedeute, dass Aktionäre zusätzliche Rechte kaufen oder aber die Rechte, die sie aufgrund ihrer Beteiligung erhalten, verkaufen können.


Näheres zur Marktsituation der Asian Bamboo AG und dem geplanten Strategiewechsel soll auf der nächsten Hauptversammlung erörtert werden. Diese werde voraussichtlich am 26. Mai 2014 stattfinden. Weitere Details zur geplanten Wandelanleihe will Asian Bamboo noch vor diesem Termin bekannt machen.
Asian Bamboo schreibt seit längerem tief rote Zahlen. Die ersten neun Monate 2013 beendete die Bambusspezialistin mit 3,6 Millionen Euro Nettoverlust. Zugleich brach der Umsatz dieses Zeitraums auf Jahressicht um 59 Prozent auf 25,4 Millionen Euro ein (Näheres dazu und zu den Problemen, die dazu führten lesen Sie  hier (Link entfernt)).

Asian Bamboo AG: ISIN DE000A0M6M79/WKN A0M6M7
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