Stryker produziert Medizintechnik für Eingriffe an der Wirbelsäule. / Foto: Unternehmen

25.08.15 Aktientipps

Stryker - Medizintechnik-Aktie im Höhenflug

Der US-Konzern Stryker produziert künstliche Knie- und Hüftgelenke sowie medizinische Geräte für orthopädische Behandlungen. Die Aktie des Unternehmens ist für nachhaltige Anleger auch wegen der Renditechancen interessant. Stryker ist weltweit aktiv und hat Kunden in hundert Ländern sowie etwa 26.000 Beschäftigte. Der Jahresumsatz im Geschäftsjahr 2014. lag bei rund zehn Milliarden Dollar.

Der Orthopäde Dr. Homer Stryker hat den Medizintechnik-Konzern vor über 70 Jahren in Kalamazoo im US-Bundesstaat Michigan gegründet. Als einziger orthopädischer Chirurg weit und breit in der Provinz war Dr. Stryker häufig dazu gezwungen, bei der Behandlung seiner Patienten zu improvisieren. Er entwickelte dabei Hilfsmittel, die es auf dem Markt für Medizinprodukte nicht gab. Zum Beispiel Bohrer, mit denen man möglichst schonend in Knochen eindringen konnte. Oder Halterungen, die das Umbetten operierter Patienten erleichterten. 1941 gründete Stryker schließlich ein eigenes Unternehmen, um im großen Umfang Produkte für die effektive Operation und Behandlung von Gelenkschäden anzubieten. Seine Orthopedic Frame Company wuchs stetig, expandierte ins Ausland. In den 1960er Jahren benannte sie sich um in Stryker Corporation. 1979 ging sie an die Börse. Seither hat der Konzern Dutzende Tochtergesellschaften entwickelt oder zugekauft und den Umsatz in jedem Jahr gesteigert. Er ist heute einer der weltweit führenden Medizintechnik-Hersteller.

Aufgeteilt ist der Konzern in die Sparten Orthopädie, medizinische Geräte sowie Neurotechnologie und Wirbelsäule. Sein Angebot ist breit gefächert: Produkte für die Untersuchung und die Behandlung von Hüften und Knien, insbesondere Implantate und künstliche Gelenke, Operationsbesteck und beispielsweise Spezialbetten für Menschen, die Eingriffe an Gelenken hinter sich haben.
Nachhaltige Produkte und Aussicht auf nachhaltiges Wachstum

„Alle drei Konzernsparten zeichnen sich durch stetiges und stabiles Wachstum aus“, stellt Alexander Funk fest, Fondsmanager des nachhaltigen Aktienfonds Ökovision des Hildener Anbieters Ökoworld. „Darüber hinaus zeichnet sich Stryker durch ein umfassendes Recycling-Angebot und soziale Hilfsprogramme aus“, sagt er. Der Fondsmanager lobt auch die guten Wachstumsaussichten des Konzerns. „Ein sich abzeichnender demografischer Wandel, insbesondere in den Industrienationen, eine deutlich höhere Lebenserwartung und zunehmende Volkskrankheiten wie Rückenleiden führen zu  einer Nachfrage nach Produkten von Stryker“, so Funke. Dabei stelle der Heimatmarkt USA mit knapp 70 Prozent Umsatzanteil das Rückgrat des Konzerns dar. Zusätzliches Wachstum wolle Stryker in Europa erreichen, vor allem aber in aufstrebenden Schwellenländern, etwa in Asien. Auch dort werden die Menschen im Schnitt immer schwerer. Die Gewichtsprobleme führen  dazu, dass Ärzte in Schwellenländern vermehrt Schäden an Hüften und Knien behandeln müssen, weshalb die Nachfrage von Stryker-Produkten steigt. Der Medizintechnik-Hersteller investiert überdies stark in Übernahmen und erzielt damit zusätzliches Wachstum. So schluckte Stryker in diesem Jahr CHG Hospital Beds, einen Anbieter von Krankenhausbetten. Um seine führende Marktposition zu halten, steckt Stryker in jedem Jahr über sechs Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Der Konzern liegt in etlichen Marktsegmenten weit an der Spitze, so im Weltmarkt für Operationsbesteck. Dessen Volumen beziffert Stryker mit 3,5 Milliarden Dollar und den eigenen Anteil an diesem Markt mit 41 Prozent. Im Weltmarkt für künstliche Hüften mit einem Volumen von knapp sechs Milliarden Dollar zählt das Unternehmen mit 22 Prozent ebenso zu den Top 3 wie im globalen Geschäft mit künstlichen Knien, das ein Volumen von über sieben Milliarden Dollar aufweist.

Die Aktie hat weiter Kurspotential

Große Wachstumssprünge sind bei Stryker selten. Der Konzern wächst stattdessen stetig. So auch im Ende Juni abgeschlossenen zweiten Quartal, in dem der Umsatz um rund sieben und der Gewinn um rund elf Prozent anstiegen. Für das Geschäftsjahr 2014 hatte Stryker ein Umsatzplus von 7,3 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar ausgewiesen. Den Jahresgewinn hat das Unternehmen um 5,6 Prozent auf 1,810 Milliarden Dollar oder 4,73 Dollar je Aktie verbessert. Jahr für Jahr steigt auch die Dividende, für 2014 lag sie mit 1,22 Dollar immerhin 15 Prozent über dem Vorjahreswert. Stryker bot damit eine Dividendenrendite von 1,3 Prozent. Für 2015 visiert die Konzernführung eine Steigerung von Umsatz und Gewinn um bis zu 7,5 Prozent an.

Der Aktienkurs von Stryker hat in den letzten Jahren sogar stärker zugelegt als Umsatz und Gewinn des Konzerns. In den zwölf Monaten vor dem 25. August gewann der Anteilsschein an der New Yorker Börse rund 33 Prozent an Wert, über die letzten fünf Jahre rund 142 Prozent. Dennoch hat der Kurs noch immer Luft nach oben. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) erscheint mit 19,8 bezogen auf den letzten Jahresgewinn nicht zu hoch. Moderate Kurszuwächse sind auf Jahressicht möglich. Das Unternehmen hält stets Ausschau nach attraktiven Übernahmezielen und verfügt dafür auch über volle Kassen. Gelingt eine aussichtsreiche Erwerbung, dürfte das der Aktie zusätzlichen Schub verleihen. Wir empfehlen die Aktie zum Kauf, auch weil sie das Anlegerportfolio stabilisieren kann.

Stryker Corp.: ISIN US8636671013 / WKN 864952
Gründung: 1941
Mitarbeiter: 26.000
EBIT 2014: 1,810 Milliarden Dollar
Umsatz 2014: 9,7 Milliarden US-Dollar
Kurs: 83,55 Euro (25.08.2015, Tradegate)
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