Der Ausbau der Solarenergie in Deutschland wird langsamer. / Bild: Fotolia (Baumgart)

  Erneuerbare Energie

Studie: Deutschlands Solarmarkt wächst immer langsamer

Der Ausbau der Photovoltaikleistung wird sich 2014 weiter verlangsamen. Davon gehen zumindest die Marktanalysten von EuPD Research aus. Aktuell sei damit zu rechnen, dass deutschlandweit über das gesamte Jahr 2014 neue Solaranlagen mit 1.900 Megawatt (MW) Leistungskapazität neu in Betrieb gehen werden. Damit würde sich der Trend zur starken Verlangsamung beim des Photovoltaikausbau weiter fortsetzen. Zum Vergleich: 2012 wurden nach Angaben des Branchenverbandes BSW Solar noch neue Solaranlagen mit 7.600 MW in Betrieb genommen; im Jahr darauf kamen dann neue Sonnenstromkraftwerke mit 3.300 MW ans Stromnetz. 

Privathaushalte halten sich zurück

Die EuPD-Analysten senken mit ihrer Einschätzung die eigne Prognose deutlich. Bisher waren sie nämlich davon ausgegangen, dass in 2014 bis zu 2.800 MW Solatstromkapazität bundesweit neu in Betrieb gehen wird. EuPD weist darauf hin, dass die neu installierte Photovoltaikleistung in den ersten drei Monaten 2014 um 40 Prozent niedriger ausgefallen ist als im Vergleichszeitraum 2013. Dies betreffe alle Größenordnungen von Photovoltaikanlagen gleichermaßen. Als „überraschend“ bezeichneten die Analysten ihre Beobachtung, dass auch die Neuinstallationen auf privaten Hausdächern weiterhin langsamer voranschreiten als im Vorjahr, obwohl eine neue Gesetzesnovelle die Rahmenbedingungen für den Betrieb von Solaranlagen schon ab August 2014 verändern soll. „Während in den vergangenen Jahren die Ankündigungen von Gesetzesänderungen stets Vorzieheffekte und damit Zubauspitzen ausgelöst haben, reagiert der Markt aktuell mit Zurückhaltung“, so die Experten. „Neben den geplanten Änderungen im Förderrahmen führen das seit Anfang 2013 nahezu konstante Preisniveau für Photovoltaik-Systeme und die mit der monatlichen Degression stetig sinkenden Einspeisevergütungen zu einer verminderten Attraktivität der Investition in die Photovoltaik“, folgert EuPD Research.

Konkret prognostiziert EuPD, dass 2014 bundesweit 440 MW Solarstromkapazität auf privaten Hausdächern in Betrieb genommen werden wird (hierzu zählen die Forscher Anlagen bis 10 kW Kapazität). Das wären 26 Prozent weniger als 2013. In der Größeklasse bis 40 kW dürfte die neu installierte Gesamtkapazität um 57 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen und bei größeren Solarstromkraftwerken um bis zu 44 Prozent, schätzen die Analysten. 

Verringert sich auch die Degression?

Wie viel Geld die Betreiber von Solaranlagen pro Kilowattstunde Strom erhalten, den sie ins Netz einspeisen, hängt unter anderem davon ab, wie viele neue Solaranlagen zuvor neu in Betrieb gegangen sind. So sieht es das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vor. Darin ist festgeschrieben, dass die Betreiber 20 Jahre lang eine feste Vergütung für ihren Strom bekommen. Wie hoch die ist, hängt wiederum davon ab, in welchem Monat die Anlage den Betrieb aufnimmt. Je später sie ans Netz geht, desto geringer fällt die Vergütung aus. Diese monatliche Absenkung der Tarife nennt sich Degression. Hier gilt: je mehr Photovoltaikleistung neu hinzukommt, desto höher die Degression und desto niedriger die Vergütungstarife für weitere neue Anlagen. Fällt der Zubau in diesem jahr so schwach aus, wie es EuPD prognostiziert, würde die Degression für Januar 2015 nur 0,5 Prozent betragen. Wenn der Ausbau der Photovoltaikleistung in 2014 nicht einmal 1.000 MW erreicht, dann dann würde die Solarstromvergütung sogar um 0,5 Prozent ansteigen.

Aktuell liegt der sogenannte Degressionsfaktor bei einem Prozent. Das gilt bis einschließlich Juli 2014. Im März 2014 waren in der gesamten Bundesrepublik  Solaranlagen mit 155,8 MW neu in Betrieb genommen worden. So meldete es die Bundesnetzagentur (ECOreporter.de  berichtete). Zum Bilanzstichtag 31. März verfügte Deutschland damit über Solarstromanlagen mit 36.152 MW Gesamtkapazität.
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