Teaholz-Plantagen in Costa Rica und die Vermarktung von Edelholz waren das Kerngeschäft der THI AG. Im Bild ein Teakbaum tectona grandis. / Foto: pixbay

18.12.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

THI-Skandal: Forciert die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Betruges?

In die strafrechtlichen Ermittlungen rund um den Forstinvestmentskandal der Teakholz International (THI) AG kommt offenbar neuer Zug. Der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) sollen neue Beweismittel  vorliegen. Sie ermittelt wegen des Verdachts auf Betrug, Bilanzfälschung und Untreue.

Die für Wirtschaftskriminalität in Österreich zuständige WKStA geht offenbar neuen Spuren im Skandal um die THI AG nach. Das erklärte ein Sprecher der Behörde gegenüber dem österreichischen „Kurier“. Dem Bericht zufolge hat die Staatsanwaltschaft neue Beweismittel bekommen. „Wir ermitteln gegen einen Verband, die Teak Holz AG, und sechs beschuldigte Personen, die meines Wissens Verantwortliche des Unternehmens sind“, zitiert das Blatt den Oberstaatsanwalt Norbert Hauser.   

Über Tochtergesellschaften in Costa Rica bewirtschaftete die THI AG sechs Teakholz-Plantagen in Costa Rica. 2014 war schließlich bekannt geworden, dass die verwertbaren Forstbestände nur einen Bruchteil dessen ausmachten, was in den Bilanzen stand. Inzwischen sind diese Bilanzfehler mehrfach gutachterlich bestätigt, zuletzt auch durch die die Österreichische Prüfstelle für Rechnungslegung, (OePR). Die war zu dem Schluss gekommen, dass die Baumbestände in Costa Rica bereits seit 2006 überhöht  in den Bilanzen angegeben waren (ECOreporter.de  berichtete). Beim Debüt an der Wiener Börse im März 2007 hatte das Unternehmen rund 17 Millionen Euro Emissionserlös erzielt. Die Aktie ging damals für 9 Euro pro Stück als Erstausgabepreis in den Handel.

Anleger sind vor allem als Aktionäre und als Gläubiger einer Wandelanleihe in die THI AG investiert. Heute ist eine Gläubigerversammlung angesetzt.  Unter anderem geht es dabei um die Stundung von Forderungen. Damit will sich die THI AG die nötige Luft verschaffen, um sich über die Insolvenz zu sanieren.

Die Ermittlungen der WKStA dürften sich vor allem gegen ehemalige Verantwortliche der THI AG richten. Der derzeitige Alleinvorstand Franz Fraundorfer hatte Ende Mai 2015 Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. In den Tagen des Insolvenzantrags Anfang September 2015 beklagte Fraundorfer gegenüber ECOreporter.de den schleppenden Fortschritt der Ermittlungen der WKStA (mehr dazu und zur zuletzt desaströsen Finanzlage des Unternehmens lesen Sie  hier).

Teak Holz International AG: ISIN AT0TEAKHOLZ8 / WKN A0MMG7

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