Konzernchef Frank Asbeck - hier bei der Hauptversammlung in 2012 - muss bei den Investoren viel Überzeugungsarbeit für sein Rettungskonzept leisten. / Quelle: Unternehmen

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Trippelschritte von SolarWorld in Richtung Sanierung

Am Montag und am Dienstag haben die Gläubiger der beiden Anleihen der SolarWorld AG nun jeweils einen gemeinsamen Vertreter und damit Ansprechpartner für den Solarkonzern bestimmt (wir berichteten). Wie dieser heute bekannt gab, lädt er als nächstes für den 5. bzw. 6. August 2013 zu zweiten Gläubigerversammlungen ein. Dann sollen die Gläubigerversammlungen der beiden Anleihen über das vom Vorstand vorgeschlagene Restrukturierungskonzept abstimmen (per Mausklick (Link entfernt)erfahren Sie mehr über den Sanierungsplan). Das war auf den Gläubigerversammlungen in dieser Woche nicht möglich, weil jeweils weniger als die erforderliche Mindestpräsenz von 50 Prozent des ausstehenden Anleihekapitals vertreten waren. Auf der Gläubigerversammlung zur Anleihe 2011/2016 (ISIN: XS0641270045) waren nur 21,93 Prozent vertreten, auf der entsprechenden Versammlung zur Anleihe 2010/2017 (ISIN XS0478864225)  gar nur 18,18 Prozent.

Aus diesem Grund muss die SolarWorld gemäß § 15 Abs. 3 des Schuldverschreibungsgesetzes die zweiten Gläubigerversammlungen zum Restrukturierungskonzept einberufen. Hierfür schreibt das Schuldverschreibungsgesetz lediglich ein Mindestpräsenzquorum von 25 Prozent der ausstehenden Schuldverschreibungen zur Beschlussfassung. Die Beschlüsse bedürfen allerdings einer Zustimmungsquote von 75 Prozent. Nach Angaben des Bonner Solarunternehmens haben viele institutionelle Anleger, die an den Versammlungen am 8. und 9. Juli nicht teilgenommen haben, angekündigt, dass sie bei den nachfolgenden Versammlungen ihre Stimmen abgeben werden.

„Ich bin sicher, dass wir bei den Versammlungen im August sowohl die notwendige Mindestpräsenz als auch die Zustimmung der Anleihegläubiger zu unserem Restrukturierungskonzept erreichen werden,“ erklärte dazu  Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der SolarWorld AG. „Nach dem von uns vorgeschlagenen Plan bekommen die Anleihegläubiger erheblich mehr heraus als im Falle eines Scheiterns der SolarWorld AG. Die Restrukturierung kann nur dann positiv und zu Gunsten der Anleihegläubiger ausfallen, wenn sie von ihrem Mitentscheidungsrecht Gebrauch machen.“

Am morgigen Donnerstag, den 11. Juli 2013, führt SolarWorld für die Aktionäre eine außerordentliche Hauptversammlung durch. Hier will Asbeck über den aktuellen Stand der Sanierung des Unternehmens informieren. Auf einer weiteren außerordentlichen Hauptversammlung am  7. August 2013 sollen die Aktionäre dann das Rettungskonzept des Vorstands absegnen, das unter anderem einen harten Kapitalschnitt vorsieht. Mehr darüber erfahren Sie in unserem Aktientipp vom 25. Juni, zu dem Sie mit einem weiteren </link><link http:="" www.ecoreporter.de="" artikel="" ist-die-aktie-von-solarworld-stark-ueberbewertet-25-06-2013.html="" -="" external-link-new-window="" "Opens="" external="" link="" in="" new="" window"="">Mausklickgelangen.

Ferner wurde bekannt, dass die US-Tochter von SolarWorld zum August jeden siebten Beschäftigten entlassen muss. Die geschehe im Rahmen des Sanierungskonzeptes, dass der deutsche Mutterkonzern erarbeitet habe, teilte Ben Santarris, Sprecher von SolarWorld USA gegenüber US-Medien mit. Ihm zufolge müssen 100 der bislang rund 700 Mitarbeiter am Standort Hillsboro im Bundesstaat Oregon gehen. Dort würden künftig nur noch Solarzellen und -module gefertigt, die Produktion von Solaringots und -wafern werde heruntergefahren. Damit reagiere man auf den anhaltenden Preisverfall für Solarkomponenten im Weltmarkt, so Santarris.

SolarWord AG: ISIN DE0005108401 / WKN 510840
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